Diplomarbeit, 2005
94 Seiten, Note: Gut
1 EINLEITUNG
2 DIE ZWEI GESCHLECHTER
2.1 Befruchtung und Gene
2.1.1 Genotyp und Phänotyp
2.2 Dimorphismus der Chromosomen
2.3 Hormonabgaben
2.4 Experimente
2.4.1 Tierversuche
2.4.2 Studien am Menschen
3 BIOLOGISCHE DETERMINANTEN DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG
3.1 Chromosomale Einflüsse
3.2 Hormonelle Einflüsse
3.2.1 Hormonelle Störungen bei Mädchen (Androgenüberschuss)
3.2.2 Hormonelle Störungen bei Buben (Androgenmangel)
3.3 Hirnlateralisation
3.4 Reifungsgeschwindigkeit
4 SOZIOKULTURELLE DETERMINANTEN DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG
4.1 Bekräftigungstheorie
4.1.1 Grundannahmen
4.1.2 Drei Hypothesen der Bekräftigungstheorie
4.1.2.1 Hypothese differenzieller Erwartungen
4.1.2.2 Hypothese differenzieller Bekräftigung
4.1.2.3 Hypothese differenzieller Bekräftigungseffekte
4.1.3 Beispiele zur Bekräftigungstheorie
4.1.4 Widersprüche der Bekräftigungstheorie
4.2 Imitationstheorie
4.2.1 Drei Hypothesen der Imitationstheorie
4.2.1.1 Hypothese differentieller Beobachtungshäufigkeit
4.2.1.2 Hypothese selektiver Nachahmung
4.2.1.3 Hypothese der Elternidentifikation
4.3 Anlage kontra Umwelt
5 GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE
5.1 Definition von Weiblichkeit und Männlichkeit
5.2 Genetisch verankerte Geschlechtsunterschiede
5.3 Verhalten und Denken
5.4 Reale und vermeintliche Geschlechtsunterschiede
6 IDEALTYPISCHER VERLAUF DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG
6.1 0 bis 3 Jahre (Früheste Kindheit)
6.2 3 bis 6 Jahre (Kindergartenalter)
6.3 7-11 Jahre (Volksschulalter)
6.4 Adoleszenz und Erwachsenenalter
7 ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG
7.1 Bedeutung der Geschlechtsvariable
7.1.1 Biologische Bedeutung
7.1.2 Soziale Bedeutung
7.1.3 Individuelle Bedeutung
7.2 Entwicklungspsychologische Fragestellungen
7.2.1 Entwicklungsmerkmale der Geschlechtstypisierung
8 ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSROLLE
8.1 Hineinwachsen in die Geschlechterrolle
8.2 Medien und deren Einfluss
8.2.1 Kinderbücher
8.2.2 Schulbücher
8.2.3 Fernsehen
8.3 Unterschiedliche Zukunftsplanung
8.4 Androgynes Verhalten
9 UNTERSCHIEDLICHE ERZIEHUNGSZIELE
9.1 Eltern behandeln ihre Kinder geschlechtsspezifisch
9.2 Unterschiedliche Behandlung im Kindergartenalter
9.3 Unterschiedliche Behandlung in der Schule
9.4 Diskriminierende Geschlechtsrollenerziehung
9.5 Geschlechtsspezifische Erziehungsstile
9.6 Genetik des Erziehungsstils
10 KOEDUKATION
10.1 Geschichtlicher Abriss
10.2 Pro und Contra der Koedukation
10.2.1 Mädchen, Buben und Computer
10.2.2 Schlussfolgerung
11 SCHULPRAKTISCHE BEDEUTUNG
11.1 Schulbuchanalyse als Unterrichtsprojekt
11.2 Geschlechtsneutrale Sprache
11.3 Aufmerksamkeitsverteilung
12 ZUSAMMENFASSUNG
13 LITERATURVERZEICHNIS
Die Arbeit untersucht die Gleichstellung von Mädchen und Jungen unter Berücksichtigung biologischer und soziokultureller Determinanten, um zu klären, warum es zu Geschlechtsunterschieden kommt und wie diese die Entwicklung und das Verhalten beeinflussen. Ziel ist es, Möglichkeiten für eine geschlechtsneutrale Erziehung und Förderung im schulischen Kontext aufzuzeigen.
2.4.1 Tierversuche
Durch Isolierung, selektive Zuchtforschung oder gezielte Manipulation der Umweltbedingungen lassen sich vermutete Gewichtsgrößen für Verhaltensdifferenzen überprüfen und verändern. Isolierung und selektive Zuchtforschung helfen bei der Klärung genetischer Determinanten, die Manipulation von Umweltbedingungen hingegen gibt Aufschluss über exogene Einflüsse auf das Verhalten, u. a. auch beim Menschen.50
Rowe berichtet in seinem Buch51 über Tierversuche, die an Kaninchen durchgeführt wurden. Er schreibt, dass männliches Keimdrüsengewebe eines Kaninchens (XY) entfernt wurde. Es konnte beobachtet werden, dass sich nun ohne den Einfluss männlicher Hormone, ein im Aussehen und Verhalten weibliches Individuum entwickelte. Daraus konnte geschlossen werden, dass der grundlegende Bauplan sowohl bei männlichen (XY) als auch bei weiblichen (XX) Säugetieren weiblich war. Erst die Gene auf dem Y-Chromosom bewirken die Bildung des Gonadengewebes, das dann männliche Hormone produziert. Diese „verweiblichten“ männlichen Kaninchen weisen ein typisches weibliches Sozialverhalten auf. Sie zeigten sogar eine Anziehung zu Männchen und begaben sich in die typische Paarungsstellung des Weibchens, vorausgesetzt, man führte ihnen während der Geschlechtsreife noch zusätzlich weibliche Hormone zu.
Nun wurde der umgekehrte Weg untersucht. Man „vermännlichte“ ein Weibchen (XX), indem ihm während der Entwicklung männliche Hormone zugeführt wurden. Hormongaben während der Pubertät lösten wieder ein arttypisches männliches Sexualverhalten aus: Die Weibchen zeigten aggressives Verhalten und sexuelles Interesse an anderen Weibchen (typische männliche Paarungsstellung).
1 EINLEITUNG: Darstellung der historischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Geschlechterrollen sowie der Problemstellung hinsichtlich der Gleichstellung.
2 DIE ZWEI GESCHLECHTER: Erläuterung der biologischen Entstehung der Geschlechter durch Genetik und Hormone sowie deren evolutionäre Bedeutung.
3 BIOLOGISCHE DETERMINANTEN DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG: Analyse biologischer Faktoren wie Chromosomen, Hormonstörungen und Hirnlateralisation für die Geschlechtsentwicklung.
4 SOZIOKULTURELLE DETERMINANTEN DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG: Untersuchung erlernter Verhaltensweisen durch Bekräftigungs- und Imitationstheorien sowie den Einfluss von Anlage und Umwelt.
5 GESCHLECHTSUNTERSCHIEDE: Beschreibung der Unterschiede in Verhalten, Denken und Definitionen von Männlichkeit und Weiblichkeit.
6 IDEALTYPISCHER VERLAUF DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG: Darstellung der Entwicklungsphasen vom Kleinkindalter bis zum Erwachsenenalter.
7 ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSTYPISIERUNG: Analyse der Bedeutung der Geschlechtsvariable und entwicklungstheoretischer Fragestellungen.
8 ENTWICKLUNG DER GESCHLECHTSROLLE: Fokus auf das Erlernen von Rollenbildern durch Medien, Zukunftsplanung und androgynes Verhalten.
9 UNTERSCHIEDLICHE ERZIEHUNGSZIELE: Betrachtung geschlechtsspezifischer Behandlung durch Eltern und Erzieher sowie deren Auswirkungen in Kindergarten und Schule.
10 KOEDUKATION: Analyse der geschichtlichen Entwicklung, der Vor- und Nachteile sowie der Auswirkungen auf Informatikunterricht und Sozialverhalten.
11 SCHULPRAKTISCHE BEDEUTUNG: Konkrete Ansätze und Tipps für Pädagogen zur Umsetzung eines geschlechtsneutralen Unterrichts.
12 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der biologischen und sozialen Einflussfaktoren auf das geschlechtstypische Verhalten.
Gleichstellung, Geschlechterrolle, Biologische Determinanten, Soziokulturelle Determinanten, Koedukation, Geschlechtstypisierung, Geschlechtsdimorphismus, Sozialisation, Erziehungsstile, Rollenbilder, Hormonelle Einflüsse, Geschlechtsneutrale Erziehung, Identifikationstheorie, Bekräftigungstheorie, Imitationstheorie.
Die Arbeit analysiert, wie Geschlechterrollen durch ein Wechselspiel von biologischen Anlagen und gesellschaftlicher Erziehung entstehen und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung und Gleichstellung von Mädchen und Jungen hat.
Sie behandelt die biologischen Grundlagen, soziokulturelle Sozialisationsprozesse, die Rolle von Medien bei der Rollenfindung sowie die Praxis der Koedukation im Schulwesen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Geschlechtsunterschiede sowohl biologisch als auch erzieherisch geprägt sind, und konkrete Handlungsempfehlungen für einen geschlechtsneutralen Unterricht zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und erziehungswissenschaftlicher Studien, Interaktionsforschungen sowie der Auswertung von Schulbuchanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in biologische Determinanten (Hormone, Genetik, Gehirn), soziokulturelle Lerntheorien, die Entwicklung der Geschlechtsrolle im Kindesalter sowie die kritische Analyse des koedukativen Unterrichts.
Wichtige Begriffe sind Geschlechtstypisierung, Koedukation, Sozialisation, biologische/soziale Determinanten, Rollenklischees und Geschlechtsidentität.
Die Differenzierung in "sex" (biologisch) und "gender" (sozial) ist entscheidend, um aufzuzeigen, dass viele Rollenerwartungen menschliche Erfindungen sind und somit durch Erziehung beeinflusst oder verändert werden können.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Koedukation in diesem Bereich oft zu einer Benachteiligung von Mädchen führt, da Buben durch dominantes Verhalten den Zugang erschweren, weshalb zeitweise getrennte Gruppen für eine bessere Förderung sinnvoll sein können.
Das Fazit betont, dass ein gerechtes Erziehungsziel darin bestehen sollte, Kinder ihren individuellen Anlagen entsprechend zu fördern, anstatt sie durch starre Geschlechterstereotype in ihrer persönlichen Entfaltung zu behindern.
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