Diplomarbeit, 2006
63 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Die Begriffe Person und Persönlichkeit
1.2 Die Persönlichkeit als Forschungsgegenstand der Psychologie
1.2.1 Persönlichkeitsdefinitionen
1.2.2 Perspektiven von Persönlichkeit
1.2.3 Kontroverse: Person versus Situation
2 Das „Big Five“- Modell und seine Entwicklungsgeschichte
2.1 „Big Five“- Modell und NEO-PI-R- Persönlichkeitsinventar
2.2 Entstehung des „Big Five“- Modells der Persönlichkeit
3 Anwendung des „Big Five“- Modells im organisationspsychologischen Kontext
3.1 Die Anwendung des „Big Five“- Modells in der Personalauswahl
3.2 Das „Big Five“- Modell und weitere Aspekte des Arbeitsverhaltens
3.2.1 Die „Big Five“ und Arbeitszufriedenheit
3.2.2 Die „Big Five“ und Mitarbeiterabsentismus
3.2.3 Die „Big Five“ und Führungserfolg
3.2.4 Die „Big Five“ und freiwilliges Arbeitsengagement (OCB)
3.2.5 Die „Big Five“ und kontraproduktives Verhalten
3.2.6 Die „Big Five“ und Karriereerfolg
4 Kritische Würdigung
4.1 Kritik am „Big Five“- Modell
4.1.1 Anzahl der Faktoren
4.1.2 Benennung der Faktoren
4.1.3 Wesenszüge („traits“) und deren Langzeitstabilität
4.1.4 Methode der Faktorenanalyse
4.2 Kritik am lexikalischen Ansatz
4.3 Kritik an der Anwendung des „Big Five“- Modells in der Organisationspsychologie
4.3.1 „Bandwith-fidelity“-Dilemma und Zeitaufwand
4.3.2 Verfälschungstendenzen
5 Zusammenfassung und Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das „Big Five“-Modell als Instrument zur Beschreibung grundlegender Persönlichkeitsmerkmale vorzustellen, seine historische Entwicklung nachzuzeichnen und seine Einsatzbereiche in der Organisationspsychologie kritisch zu evaluieren, insbesondere im Hinblick auf die Vorhersage von Arbeitsverhalten.
3.1 Die Anwendung des „Big Five“- Modells in der Personalauswahl
In der eigenschaftsorientierten Eignungsdiagnostik hat das Interesse an Persönlichkeitsmerkmalen sowie individuellen Unterschieden und deren Auswirkung auf das Arbeitsverhalten eines Menschen eine lange Tradition. Eines der ersten Persönlichkeitsinventare war das „Woodworth Personal Data Sheet“, welches während des Ersten Weltkrieges entwickelt wurde, um für den Kriegseinsatz ungeeignete Rekruten zu identifizieren (vgl. Mount/Barrick 1995, S. 155). Seit den 1920er Jahren war dann neben einer Nutzung im militärischen Sektor auch eine weitreichende Verbreitung im zivilen Bereich zu verzeichnen.
Die umfangreiche Verwendung von Persönlichkeitstests weckte auch das Interesse von Persönlichkeitsforschern. Zahlreiche Studien wurden vor allem in den 1960er und 1970er Jahren publiziert, die die Validität von Persönlichkeitsmerkmalen für die spezifische Nutzung in der Personalauswahl untersuchten. Hierin kamen allerdings zahlreiche Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Persönlichkeit eines Kandidaten zur Vorhersage seines Arbeitsverhaltens und seiner Arbeitsleistung nur sehr vage geeignet sei (vgl. Ghiselli/Bartoll 1953, Locke/Hulin 1962, Guion/Gottier 1965, Mischel 1968, 1969, 1973, Ghiselli 1973, Schmitt et al. 1984).
Es war daher wenig überraschend, dass aufgrund dieser pessimistischen Schlussfolgerungen aus den Studienergebnissen ein deutliches Nachlassen der Forschungsaktivitäten zu diesem Themengebiet resultierte (vgl. Mount/Barrick 1995, S. 156). Hinzu kamen Zweifel am methodologischen Vorgehen innerhalb verschiedener Persönlichkeitsinventare und ein verstärktes Bewusstsein des Schutzes der Privatsphäre der Probanden. Zudem wurde befürchtet, Probanden könnten Studien- und Forschungsergebnisse manipulieren, indem sie in den teilweise leicht durchschaubaren Persönlichkeitstests vermeintlich erwünschte Antworten gaben (vgl. Mount/Barrick 1995, S. 156).
1 Einführung: Das Kapitel führt in die historische Entwicklung der Persönlichkeitspsychologie ein und erläutert die Ziele und den Aufbau der Arbeit.
2 Das „Big Five“- Modell und seine Entwicklungsgeschichte: Hier wird das „Big Five“-Modell als zentrales Eigenschaftsmodell vorgestellt und die Entstehung über den lexikalischen Ansatz sowie Fragebogenstudien detailliert erläutert.
3 Anwendung des „Big Five“- Modells im organisationspsychologischen Kontext: Dieses Kapitel untersucht die prädiktive Kraft der „Big Five“ für diverse arbeitsbezogene Kriterien wie Personalauswahl, Führungserfolg und Arbeitszufriedenheit.
4 Kritische Würdigung: Der Autor diskutiert kritisch die theoretischen Grundlagen, die methodische Basis der Faktorenanalyse und die praktische Anwendbarkeit der „Big Five“ in Organisationen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und bewertet das Modell als einflussreiches, wenn auch kritisch zu betrachtendes Instrument der Organisationspsychologie.
Big Five, Persönlichkeitspsychologie, Fünf-Faktoren-Modell, NEO-PI-R, Personalauswahl, Arbeitsverhalten, Arbeitszufriedenheit, Führungserfolg, Organizational Citizenship Behavior, Faktorenanalyse, lexikalischer Ansatz, Eigenschaftsmodell, psychologische Diagnostik, Mitarbeiterabsentismus, Validität.
Die Arbeit behandelt das „Big Five“-Modell der Persönlichkeit, seine theoretischen Wurzeln, die methodische Erfassung und insbesondere seine Anwendung und Validität im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Persönlichkeit, die Entwicklung des Modells aus dem lexikalischen Ansatz, der Einsatz von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl sowie deren Zusammenhang mit verschiedenen Aspekten des Arbeitsverhaltens.
Das Ziel ist es, das Modell als Beschreibungsinstrument vorzustellen, die Eignung zur Vorhersage von Arbeitsverhalten aufzuzeigen und eine kritische Würdigung der Grenzen und Kritikpunkte des Modells vorzunehmen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher Meta-Analysen, welche die Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und berufsbezogenen Kriterien untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Modellentwicklung sowie die detaillierte Analyse der Anwendungsmöglichkeiten in der Personalauswahl, bei Führungskräften und im Hinblick auf Aspekte wie Arbeitszufriedenheit und kontraproduktives Verhalten.
Zentrale Begriffe sind Big Five, Persönlichkeitspsychologie, Personalauswahl, Arbeitsleistung, Faktorenanalyse und Validität.
Es dient als standardisiertes Instrument zur Identifizierung grundlegender Persönlichkeitsdimensionen, die bei entsprechender Validität Vorhersagen über die Eignung und das zukünftige Arbeitsverhalten von Bewerbern ermöglichen können.
Der Autor verweist auf Studien, die eine zeitliche Stabilität der „Big Five“-Dimensionen über lange Zeiträume bestätigen, merkt jedoch an, dass die Aussage über ein „Erstarren zum Gips“ nach dem 30. Lebensjahr als zu vereinfachend kritisiert wurde.
Es wird das „bandwidth-fidelity“-Dilemma erörtert, das den Zielkonflikt zwischen der Messung breiter Persönlichkeitskonstrukte (hohe Bandbreite) und der präzisen Vorhersage spezifischer Verhaltensweisen (hohe Detailtiefe/Akkuratheit) beschreibt.
Der Autor erkennt das Risiko der sozialen Erwünschtheit bzw. bewusster Verfälschungen in Auswahlsituationen an, weist jedoch darauf hin, dass die Neigung zu positiver Selbstdarstellung teilweise als Komponente sozialer Anpassung interpretiert werden kann.
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