Diplomarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 2,0
1 Einführung
1.1 Vorstellung des Themas
1.2 Nachfolge im Bezugsrahmen der Gründungsforschung
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Problemorientierte Darstellung der Situation in Deutschland
2 Definitionen und Abgrenzungen
2.1 Mittelständische Familienunternehmen
2.2 Bewertungsanlässe und -funktionen
2.3 Nachfolgekonstellationen in mittelständischen Familienunternehmen
2.4 Formen der familienexternen Nachfolge
2.4.1 Management Buy-out
2.4.2 Management Buy-in
2.4.3 Leveraged Buy-out
2.4.4 Andere externe Nachfolgeformen
2.5 Überblick der relevanten Bewertungsmethoden
2.5.1 Ertragswertmethode
2.5.2 Methode der Goodwillrenten
2.5.3 DCF-Methode
2.5.4 Multiplikatormethode
2.5.5 Realoptions-Ansatz
3 Personenbezug im mittelständischen Familienunternehmen
3.1 Institutionenökonomische Aspekte
3.1.1 Principal-Agent-Problematik
3.1.2 Transaktionskostenansatz
3.2 Unternehmensinterne Relationen der Unternehmerfamilie
3.2.1 Unternehmenskultur in Familienunternehmen
3.2.2 Motivation der Belegschaft
3.2.3 Wahrnehmung der Nachfolge durch die Mitarbeiter
3.3 Unternehmensexterne Relationen der Unternehmerfamilie
3.3.1 Beziehungen zu Kunden, Vertriebspartnern und Lieferanten
3.3.1.1 Kunden und Vertriebspartner
3.3.1.2 Zulieferer
3.3.2 Investor Relations im mittelständischen Familienunternehmen
3.3.2.1 Die Bedeutung von Hausbankbeziehungen für mittelständische Unternehmen
3.3.2.2 Creditor Relations
3.3.2.3 Shareholder Relations
3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Möglichkeiten der Bewertung personenbezogener Einflüsse
4.1 Bewertung immaterieller Vermögenswerte
4.1.1 Berücksichtigung der Führungsqualität der Unternehmer
4.1.2 Human Resources in der Unternehmenswertermittlung
4.1.3 Due Diligence zur Ermittlung der notwendigen Zahlen
4.1.4 Methodische Ansätze der Humankapitalbewertung
4.1.4.1 Befragungen
4.1.4.2 Checklisten
4.1.4.3 Kennzahlen
4.1.4.4 Benchmarking
4.1.5 Transformation der Ergebnisse
4.2 Einbindung der gewonnenen Erkenntnisse in die Bewertungsverfahren
4.2.1 Anwendung der Ertragswertmethode
4.2.2 Anwendung der Methode der Goodwillrenten
4.2.3 Anwendung der DCF-Methode
4.2.4 Anwendung der Multiplikatorenmethode
4.2.5 Anwendung des Realoptionsansatzes
5 Schlussbetrachtung
5.1 Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse
5.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Die Arbeit untersucht aus einer ressourcenorientierten Perspektive, wie immaterielle Unternehmenswerte in mittelständischen Familienunternehmen bei einem Gesellschafterwechsel adäquat berücksichtigt werden können. Zentrale Fragestellung ist dabei, wie der hohe Anteil personenbezogener Faktoren, die maßgeblich zum Erfolg beitragen, in den klassischen Bewertungsverfahren abgebildet und quantifiziert werden kann.
3.2 Unternehmensinterne Relationen der Unternehmerfamilie
Als unternehmensinterne Relationen gelten die Beziehungen der Unternehmerfamilie zu den angestellten Führungskräften sowie zu den operativen Mitarbeitern. Aus dem Zusammenspiel dieser Gruppen und aus ihrem Verhalten zueinander ergibt sich die Unternehmenskultur. Sie ist das Ergebnis eines langen kontinuierlichen Entwicklungsprozesses, kann daher nicht kurz- oder sogar mittelfristig geändert werden. Die Möglichkeiten der Wettbewerber, die Kultur zu imitieren, sind begrenzt: „The interconnectedness of family firms’ intangible and tangible assets also inhibits the imitation of their cultures.“ Eine starke Unternehmenskultur kann als Alleinstellungsmerkmal und somit als strategischer Vorteil eines Unternehmens gesehen werden.
Mittelständische Unternehmen sind häufig geprägt von einer starken Unternehmensphilosophie und -kultur. Die Einheit von Eigentum und Führung ermöglicht es dem Unternehmer, seine eigenen Werte und Normen auf das Unternehmen zu übertragen; stärker, als es bei einer Publikumsgesellschaft bzw. einem großen Unternehmen oder Konzern der Fall ist. Er steht in engerem Kontakt zu seinen Mitarbeitern, da die vergleichsweise niedrigere Mitarbeiterzahl es ihm ermöglicht, die Belegschaft besser zu kennen, und sich der persönliche Kontakt im Tagesgeschäft viel häufiger ergibt. Sofern keine schwerwiegenden Führungs- und Managementfehler begangen werden, wirkt dieser direkte Kontakt vertrauensfördernd auf beiden Seiten.
In einem Familienunternehmen, in dem eine Familie als Unternehmergruppe an verschiedenen Führungspositionen diese Kontakte noch zahlreicher herstellen kann, d.h. noch häufiger Werte und Normen vermitteln und Vertrauen schaffen kann, dürfte demnach die Unternehmenskultur besonders stark ausgeprägt sein. Allerdings kann dieser Sachverhalt nur schwer operationalisiert und statistisch überprüft werden. Empirische Tests können hierbei nur Verhaltensmuster erfassen und deren Einfluss auf den Unternehmenserfolg messen.
1 Einführung: Vorstellung des Themas und Einordnung der Unternehmensnachfolge in den Bezugsrahmen der Gründungsforschung sowie eine problemorientierte Darstellung der Situation in Deutschland.
2 Definitionen und Abgrenzungen: Definition von mittelständischen Familienunternehmen, Abgrenzung der Bewertungsanlässe und Vorstellung gängiger Verfahren wie Ertragswert, DCF und Realoptionen.
3 Personenbezug im mittelständischen Familienunternehmen: Analyse der institutionenökonomischen Aspekte sowie der unternehmensinternen und -externen Relationen der Unternehmerfamilie im Hinblick auf deren Bedeutung für den Unternehmenswert.
4 Möglichkeiten der Bewertung personenbezogener Einflüsse: Diskussion der Identifizierung und Quantifizierung personenbezogener Faktoren und deren Einbindung in die verschiedenen Bewertungsverfahren.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse zur Bewertung immaterieller, personenbezogener Faktoren und kritische Würdigung der Anwendung in der Praxis.
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, Unternehmensbewertung, Humankapital, Immaterielle Vermögenswerte, Management Buy-out, Principal-Agent-Theorie, Unternehmenskultur, Due Diligence, Realoptionsansatz, Ertragswertmethode, Mitarbeiterbindung, Mittelstand, Investor Relations, Führungsqualität.
Die Arbeit untersucht die Bewertung von mittelständischen Familienunternehmen in Nachfolgesituationen, wobei ein besonderer Fokus auf der quantitativen Erfassung immaterieller, personenbezogener Einflussfaktoren liegt.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen des Wechsels der Unternehmerperson auf den Unternehmenserfolg, die Rolle der Unternehmenskultur sowie die Eignung verschiedener betriebswirtschaftlicher Bewertungsmethoden für diese spezifische Fragestellung.
Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, mit denen weiche Faktoren wie Führungsqualität oder Mitarbeitermotivation in der Unternehmenswertermittlung explizit berücksichtigt werden können, um eine fundiertere Kaufpreisfindung zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der interpretativen Auswertung empirischer Erkenntnisse der Mittelstandsforschung, kombiniert mit einer theoretischen Analyse von Bewertungsverfahren.
Der Hauptteil analysiert die internen und externen Relationen der Unternehmerfamilie sowie die methodischen Herausforderungen bei der Anwendung von Ertragswert-, DCF-, Multiplikator- und Realoptionsverfahren in diesem Kontext.
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, immaterielle Bewertung, Humankapital und Principal-Agent-Theorie.
Die Arbeit schlägt eine Transformation dieser Faktoren in prozentuale Zuschläge oder Abschläge auf die Basisgröße des Unternehmenswerts oder deren Integration in die Cashflow-Planung (Plan-GuV) vor.
Der Realoptionsansatz wird als zukunftsorientiertes Instrument bewertet, da er es erlaubt, den Wert zukünftiger, durch den Unternehmenskauf entstehender Handlungsoptionen – etwa durch den Austausch der Führung oder Prozessoptimierung – abzubilden.
Die Hausbankbeziehung wird als immaterieller Vermögenswert betrachtet, der durch langjähriges Vertrauen günstigere Finanzierungskonditionen ermöglicht; ein Wegfall dieses Vertrauens durch die Nachfolge kann den Unternehmenswert mindern.
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