Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
17 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1. Weltwissen
1.2. Sprachwissen
1.3. Sprachverhalten
1.4. Deixis
2. Die Sprechakttheorie
2.1. "Der Sinn des Satzes ist seine Verifikation"
2.2. Performativ oder konstativ
2.3. Teilakte des Sprechaktes
2.3.1. Drei-Phasen Einteilung nach Austin und straffende Systematisierung durch Searle
2.3.2. Sprechaktklassifikation
2.3.3. Kritik der Sprechakttheorie
3. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Grundlagen und Funktionsweisen der Sprechakttheorie, um zu verdeutlichen, wie sprachliche Äußerungen als Handlungen in einen sozialen und situativen Kontext eingebettet sind. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der kritischen Auseinandersetzung mit den von J.L. Austin postulierten Gelingensbedingungen von Sprechakten sowie der Systematisierung durch John R. Searle.
2.3.3. Kritik der Sprechakttheorie
Ausgehend von dem Satz "Ein Sprechakt (oder sprachliche Handlung oder Sprachhandlung) ist eine Handlung, die nur [Hervorhebung durch den Verfasser] mittels einer sprachlichen Äußerung vollzogen wird."15, möchte ich nun die Frage nach dem Gelingen von Sprechakten untersuchen. Nehmen wir einen Sprechakt der Form Ich vererbe dir mein Haus an. Beim Sprechen dieses Satzes entstand ein Phon, eine Lautäußerung.. Wir können also davon ausgehen, dass die Lokution geglückt, bzw. gelungen ist. Sofern der Sprecher tatsächlich die Absicht hegt, der Person, die er mit dir bezeichnet, sein Haus zu vererben, und wenn der Sprecher auch tatsächlich ein Haus besitzt, über welches er uneingeschränkt verfügen kann und darf, dann muss man sagen, dass auch die Illokution gelungen ist. Dieser Satz Ich vererbe dir mein Haus in einem rechtlich festgelegten Rahmen abgegeben, stellt auch eine gelungene Perlokution dar, insofern eine Folgewirkung der Lokution eintritt, die man an den außersprachlichen Umständen, im sozialen, kulturellen und rechtlichen Kontext messen kann. Die Lokution Ich vererbe dir mein Haus vor einem gerichtlich beeidigten Notar abgegeben, ist im Augenblick der Lokution und bis auf weiteres geglückt.
Dieser Tatsache kann auch nicht Abbruch tun, wenn etwa drei Jahre später jemand dieses Testament anficht. Genauso absurd wäre es, zu behaupten, dass eine Darmoperation misslungen sei, weil der Patient sechs Monate danach an Herzversagen gestorben sei, was vielleicht nicht der Fall gewesen wäre, hätte sein Herz nicht die zusätzliche Belastung durch diese Narkose, die für die sechs Monate zurückliegende Darmoperation erforderlich gewesen war, in Kauf nehmen müssen.
Im Falle des Testaments ist der Sprechakt in dem Augenblick gelungen, in welchem der Notar seinen Stempel auf ein Dokument drückt, aus welchem hervorgeht, dass der Sprecher sein Haus einer Person vererbt, die in unserem Mustersatz mit dem Pronomen dir bezeichnet wir. Und genau an diesem Punkt müsste die Untersuchung unseres Sprechaktes aufhören und das Gelingen festgestellt werden.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Pragmatik, insbesondere die Bedeutung von Weltwissen, Sprachwissen und Sprachverhalten für das Verständnis sprachlicher Handlungen.
2. Die Sprechakttheorie: Das Hauptkapitel beschreibt die historische Entstehung und die theoretische Fundierung der Sprechakttheorie durch Austin und Searle, unterteilt die Sprechakte in Teilakte und stellt die gängige Klassifikation sowie eine kritische Würdigung dar.
3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Natur des Sprechaktes und die theoretischen Konzepte der Pragmalinguistik zusammen.
Sprechakttheorie, Pragmatik, Sprachhandeln, Lokution, Illokution, Perlokution, Deixis, Weltwissen, Sprachwissen, Performanz, Proposition, Searle, Austin, Gelingensbedingungen, Sprachphilosophie
Die Arbeit behandelt die Sprechakttheorie, eine linguistische Strömung, die Sprache nicht nur als Abbild der Welt, sondern als aktives Handeln betrachtet.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Pragmalinguistik, die Gliederung von Sprechakten, ihre Klassifizierung und eine kritische Auseinandersetzung mit der Definition von Erfolg bzw. Gelingen einer sprachlichen Handlung.
Das Ziel ist es, den Paradigmenwechsel in der Linguistik zur Pragmatik hin zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Sprecher mit Äußerungen gezielt Handlungen vollziehen.
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis linguistischer Fachliteratur durchgeführt, wobei Konzepte von Austin und Searle anhand von Alltags- und Rechtsbeispielen erläutert und kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Grundbegriffen (Weltwissen, Deixis), die historische Herleitung der Sprechakttheorie, die Unterteilung in Lokution, Illokution und Perlokution sowie die Anwendung der Klassifizierung nach Searle.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sprechakt, Pragmatik, Illokution, Gelingensbedingungen und die Unterscheidung zwischen performativen und konstativen Äußerungen.
Das Konzept dient dazu, den Ausgangspunkt einer Äußerung im Raum-Zeit-Koordinatensystem zu definieren, was für das Verständnis der Deixis essentiell ist.
Der Autor kritisiert, dass materielle Gelingensbedingungen für immaterielle Phänomene herangezogen werden und plädiert dafür, das Gelingen eines Sprechaktes primär an der Intention und dem Vollzugsmoment festzumachen, statt an nachgelagerten, unvorhersehbaren Ereignissen.
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