Masterarbeit, 2006
112 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Das Phänomen Transsexualität
3.1. Entstehung des Phänomens Transsexualität
3.2. Medikalisierung und Definition von Transsexualität
3.3. Ursachen der Transsexualität
3.4. Transsexualität in Zahlen
4. Die Behandlung transsexueller Menschen
4.1. Medizinische Behandlung
4.1.1. Entwicklung von Behandlungsansätzen
4.1.2. Hormontherapie
4.1.3. Geschlechtsanpassende Operationen
4.1.4. Ergänzende medizinische Maßnahmen
4.2. Psychotherapeutische Begleitung
4.3. Rechtliche Fragestellungen
4.4. Transsexualität ohne Operation
4.5. Transsexualität – Krankheit oder Minderheit ?
5. Transgender in Österreich
5.1. Gesetzliche Regelungen
5.2. Das Österreichische Behandlungsmodell
5.3. Kosten der Behandlung
5.4. Medizinische Behandlungsangebote in Wien
5.5. Beratungsangebote in Wien und Österreich
5.5.1. Professionelle Beratungsangebote
5.5.2. Selbsthilfegruppen
6. Transgenderspezifische Problembereiche
6.1. Gesellschaftliche Situation von Transgenderpersonen
6.2. Die Wiener Regenbogenparade
6.3. Coming-out
6.4. Probleme im Alltagsleben
6.5. Probleme im Arbeitsleben
6.5.1. Diskriminierungserfahrungen von Transgenderpersonen
6.5.2. Maßnahmen gegen Diskriminierung
6.5.3. Überblick über die aktuelle Antidiskriminierungsgesetzgebung
7. Transgender meets Supervision und Coaching
7.1. Bindungen, Brüche, Übergänge: Die Bedeutung des Arbeitsplatzes für Transgenderpersonen
7.2. Transgenderbedingte Themenstellungen für Supervision und Coaching
7.2.1. Knicke in der Bildungskarriere
7.2.2. Privates tritt in den Vordergrund
7.2.3. Familiäre Spannungen
7.2.4. Drang nach Veränderung
7.2.5. Ressourcenbindung
7.2.6. Problemfelder am Arbeitsplatz
7.2.7. Verlust des Arbeitsplatzes
8. Von Gender über Queer hin zu Körper, Geschlecht und Macht
8.1. Bedeutung des Körpers
8.2. Gesellschaftliche Bedeutung von Geschlecht
8.3. Arbeitsrelevante Aspekte von Macht und Hierarchie
8.3.1. Wieso Machtfragen stets auch Genderfragen sind
8.3.2. Aspekte von „Macht“
9. Die Empirische Untersuchung
9.1. Fragestellungen
9.2. Methodisches Vorgehen
9.3. Durchführung der Befragung
9.4. Analyse der Daten
9.4.1. Problemfelder
9.4.1.1. Probleme im Alltagsleben
9.4.1.2. Probleme im Arbeitsleben
9.4.1.3. Knicke in der Bildungskarriere
9.4.1.4. Verlust des Arbeitsplatzes
9.4.2. Inanspruchnahme von Supervision und Coaching
9.4.2.1. Inanspruchnahme von Supervision
9.4.2.2. Inanspruchnahme von Coaching
9.4.3. Ungedeckter Bedarf von Transgenderpersonen an Supervision und Coaching
10. Zusammenfassung und Ausblick
11. Abstracts
12. Anhang: Gesprächsleitfaden
13. Literaturverzeichnis
Die Masterthesis untersucht die Eignung der Beratungsformen Supervision und Coaching für die spezifischen Problemstellungen von Transgenderpersonen, insbesondere im beruflichen Kontext, und prüft anhand einer empirischen Erhebung, inwieweit diese Angebote bereits genutzt werden und worin der ungedeckte Bedarf liegt.
3.1. ENTSTEHUNG DES PHÄNOMENS TRANSSEXUALITÄT
Was wir heute unter Transsexualismus oder Transsexualität verstehen ist als menschliches Empfinden und in der weiteren Folge Verhalten keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Transsexualität gab es vermutlich schon immer und überall, blieb aber meist unentdeckt und Transgenderpersonen wurden entweder überhaupt nicht wahrgenommen, ins Reich der Perversion oder in andere gesellschaftliche Tabubereiche gedrängt. Erste medizinisch wissenschaftliche Berichte stammen erst von Jean-Etienne-Dominique Esquirol aus dem Jahr 1838, genauere Beschreibungen folgten im Verlauf und vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert wurde das Phänomen Transsexualismus im wesentlichen mit Hermaphrodismus und Homosexualität vermengt und weder genau definiert noch differenziert betrachtet. All diese Phänomene wurden in verschiedenen Epochen ganz unterschiedlich bewertet, einmal als Sodomie, Ketzerei oder Sünde angesehen und von weltlichen und kirchlichen Mächten schwerst und grausamst bestraft, einmal als Selbstverständlichkeit angesehen und nicht weiter thematisiert. Hermaphrodismus etwa, also die Existenz von Menschen ohne eindeutig zuordenbare Geschlechtsmerkmale, galt im Rom bis zum 6. Jahrhundert als böses Omen, die betroffenen Menschen wurden getötet.
Bis ins 18. Jahrhundert wussten die Menschen nur von der Existenz eines einzigen Leibes, die Wissenschaft basierte im wesentlichen auf den antiken Vorstellungen der aristotelisch galenischen Humoraltheorie, also auf der Säftelehre, die aufbauend auf Alkmeon von Kroton (ca. 530 v.Chr.) entwickelt worden war. Hatte dieser noch die Theorie vertreten, dass in der Natur und im Körper eine fortwährende Mischung und Entmischung, Vereinigung und Trennung verschiedener Grundelemente stattfindet, baute Empedokles von Agrigent (504-433 v.Chr.) diese Theorie aus und ersetzte das Prinzip des einen fundamentalen Grundelementes durch die vier gleichwertigen Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde.
1. Vorwort: Dank an unterstützende Vereine, Interviewpartner und Betreuer der Arbeit.
2. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation sowie der Forschungsziele und methodischen Herangehensweise der Arbeit.
3. Das Phänomen Transsexualität: Historische Herleitung des Begriffs sowie Erörterung von Definitionen, Ursachenmodellen und statistischen Annahmen.
4. Die Behandlung transsexueller Menschen: Detaillierte Darstellung medizinischer und psychotherapeutischer Ansätze sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Debatte um Krankheitsstatus vs. Minderheitenmerkmal.
5. Transgender in Österreich: Analyse der österreichischen Gesetzgebung, des spezifischen Behandlungsmodells, der Kosten sowie bestehender Beratungsangebote und Selbsthilfestrukturen.
6. Transgenderspezifische Problembereiche: Untersuchung der gesellschaftlichen Situation, des Coming-out-Prozesses und der spezifischen Herausforderungen in Alltag und Beruf.
7. Transgender meets Supervision und Coaching: Verknüpfung der theoretischen Grundlagen mit der Beratungspraxis, insbesondere unter dem Aspekt der Bedeutung des Arbeitsplatzes.
8. Von Gender über Queer hin zu Körper, Geschlecht und Macht: Theoretische Auseinandersetzung mit Gendertheorie, Machtstrukturen und der Bedeutung des Körpers für die Identitätsbildung.
9. Die Empirische Untersuchung: Vorstellung der Befragung von Transgenderpersonen zu deren Erfahrungen mit Supervision und Coaching sowie Analyse der Ergebnisse.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit mit der Forderung nach einer besseren Integration von Beratungsangeboten in den Behandlungsprozess.
Transgender, Transsexualität, Supervision, Coaching, Arbeitsleben, Coming-out, Diskriminierung, Geschlechtsanpassung, Beratung, Identität, Macht, Hierarchie, Selbsthilfe, Gender Studies, Österreich.
Die Arbeit analysiert das Phänomen Transgender als Arbeitsfeld für Supervision und Coaching und untersucht empirisch, ob Transgenderpersonen diese Beratungsangebote in Anspruch nehmen und wie hilfreich sie bei der Bewältigung transgender-spezifischer Fragestellungen sind.
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von Supervision und Coaching für Transgenderpersonen aufzuzeigen, um diese Beratungsformen gezielter in bestehende Versorgungsstrukturen zu integrieren.
Die Arbeit deckt ein breites Spektrum ab, von medizinischen und rechtlichen Grundlagen der Transition über gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen in Österreich bis hin zu spezifischen Problemlagen im Arbeitsleben und der theoretischen Einordnung mittels Gender- und Queertheorie.
Die empirische Untersuchung basiert auf Leitfadeninterviews, um einen breiten Querschnitt der Lebenssituationen von Transgenderpersonen zu erfassen und Hinweise auf Zusammenhänge in deren Beratungsbiografien zu gewinnen.
Im Hauptteil liegt ein besonderer Fokus auf den Problemen im Arbeitsleben, dem Coming-out-Prozess, der Rolle von Macht und Hierarchie in Organisationen sowie der Analyse von Ressourcenbindung und Bewältigungsstrategien.
Zentrale Begriffe sind Transgender, Transsexualität, Supervision, Coaching, Diskriminierungserfahrungen, Arbeitsleben und Gender Studies.
Österreich verfügt über kein spezifisches Transsexuellengesetz und greift stattdessen auf Erlässe und Empfehlungen zurück, wobei die Begutachtung durch die Gerichtsmedizin eine zentrale Rolle spielt.
Der Autor fordert, Supervision und Coaching nicht als verpflichtende Zwangsberatung zu etablieren, sondern diese als niederschwellige, hilfreiche Ressource in die bereits bestehenden Behandlungs- und Beratungsnetzwerke zu integrieren.
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