Magisterarbeit, 1999
103 Seiten, Note: 1,8
0. Vorbemerkung
1. Einleitung
2. Der Transfer von der Ausgangssprache in die Zielsprache im maschinellen Übersetzungsprozess
2.1. Lexikalische und strukturelle Unterschiede zwischen Ausgangssprache und Zielsprache
2.2. Transfer von mehrdeutigen Lexemen
2.3. Struktureller Transfer
3. Entwicklung von T1
3.1. Entwicklung der maschinellen Übersetzung bis zu den Anfängen von METAL
3.2. Entstehung von METAL
3.3. Portierung auf PC, Arbeit mit T1
4. Die Wörterbücher bei METAL
5. Der Übersetzungsprozess bei METAL
5.1. Analyse
5.2. Transfer
5.3. Synthese
6. Veranschaulichung der Übersetzungsleistung von T1 anhand ausgewählter linguistischer Phänomene
6.1. Konditionalsätze
6.1.1. Allgemeines
6.1.2. Realis
6.1.3. Konditional I
6.1.4. Konditional II
6.1.5. Diskussion der Übersetzungsbeispiele
6.2. Phrasal Verbs, Prepositional Verbs und Phrasal-prepositional Verbs
6.2.1. Allgemeines
6.2.2. Phrasal Verbs
6.2.2.1. Intransitive Phrasal Verbs
6.2.2.2. Transitive Phrasal Verbs
6.2.3. Prepositional Verbs
6.2.4. Phrasal-prepositional Verbs
6.2.5. Diskussion der Übersetzungsbeispiele
6.3. Verbvalenzen
6.3.1. Allgemeines
6.3.2. Verbvalenzen in der MÜ
6.3.3. Der Transfer von Verben bei METAL, die Zuweisung von Kasusrollen und das Ausfüllen von Valenzrahmen
6.3.4. Übersetzung unterschiedlicher Valenzmuster mit T1
6.3.4.1. 0-wertige Verben
6.3.4.2. Obligatorisch 0-wertig, fakultativ 1-wertige Verben
6.3.4.3. Obligatorisch 1-wertige Verben
6.3.4.4. Obligatorisch 1-wertig, fakultativ 1-wertige Verben
6.3.4.5. Obligatorisch 1-wertig, fakultativ 2-wertige Verben
6.3.4.6. Obligatorisch 1-wertig, fakultativ 3-wertige Verben
6.3.4.7. Obligatorisch 2-wertige Verben
6.3.4.8. Obligatorisch 2-wertig, fakultativ 1-wertige Verben
6.3.4.9. Obligatorisch 2-wertig, fakultativ 2-wertige Verben
6.3.4.10. Obligatorisch 3-wertige Verben
6.3.4.11. Obligatorisch 3-wertig, fakultativ 1-wertige Verben
6.3.5. Statistik
6.3.6. Diskussion der Übersetzungsbeispiele
6.4. Subjekthebung
6.4.1. Allgemeines
6.4.2. Übersetzungsbeispiele
6.4.3. Diskussion der Beispielsätze
6.5. Englische Imperative als Imperative oder als Infinitive im Deutschen
6.5.1. Einleitung
6.5.2. Allgemeinsprachliche Aufforderungssätze
6.5.3. Aufforderungssätze, die einer Gebrauchsanweisung entnommen wurden
6.5.4. Diskussion
7. Übersetzung eines Beispieltextes
7.1. Ausgangstext
7.2. Tabelle mit Ausgangstext, Zieltext und Humanübersetzung
7.3. Diskussion der Beispielübersetzung
8. Statistischer Überblick
9. Die Problematik des lexikalischen Transfers von Verben im Beispieltext
10. Resümee
Die Arbeit untersucht die Übersetzungsleistung des maschinellen Übersetzungssystems T1 aus einer expliziten Nutzersicht, um Defizite beim Transfer linguistischer Phänomene vom Englischen ins Deutsche aufzudecken. Besonderer Fokus liegt dabei auf der korrekten lexikalischen Zuordnung und der valenzbasierten Satzstrukturierung, um Optimierungspotenziale der Software im praktischen Einsatz zu identifizieren.
6.3.1. Allgemeines
Die Valenztheorie besagt, dass Lexeme syntaktische Leerstellen um sich eröffnen: Valenz ist die Fähigkeit eines Lexems (z.B. eines Verbs, Adjektivs, Substantivs), seine syntaktischen Umgebungen vorzustrukturieren, indem es anderen Konstituenten im Satz Bedingungen bezüglich ihrer grammatischen Eigenschaften auferlegt. Transitivität gilt als „eine Valenzeigenschaft von Verben, die ein direktes Objekt regieren.“ Dieses Kriterium wird auch für die Beschreibung von Kasusrahmen im METAL-System verwendet.
Für die Betrachtung von Verbvalenzen in der MÜ ist es notwendig, die Definition von Bußmann enger zu fassen, um angemessen damit operieren zu können. Helbig/Schenkel haben in ihrem Wörterbuch zur Valenz und Distribution deutscher Verben einen Valenzbegriff entwickelt, der in dieser Arbeit benutzt wird. Helbig/Schenkel stellen das Verb ins strukturell-grammatische Zentrum des Satzes. Die syntaktische Valenz eines Verbs wird verstanden als die Fähigkeit des Verbs, bestimmte Leerstellen um sich herum zu eröffnen, die durch obligatorische oder fakultative Mitspieler zu besetzen sind. Als solche Mitspieler sind aufzufassen bestimmte Substantive (oder deren Äquivalente) in den verschiedenen Kasus, bestimmte Präpositionalkasus und bestimmte Adjektive oder Adverbien, Infinitive, Partizipien und Nebensätze.
Die Leerstellen, die das Verb um sich herum im Satz eröffnet, werden also durch obligatorische und fakultative Satzglieder gesättigt. Dabei hat jedes Verb seine spezifische Ergänzungsbedürftigkeit. Welche Satzglieder für ein bestimmtes Verb als fakultativ und welche als obligatorisch anzusehen sind, wurde für das einzelne Verb im Wörterbuch von Helbig/Schenkel kodifiziert. Die Einträge dort sind in die Sektionen I, II und III gegliedert. Es werden nacheinander die Anzahl und die Art der obligatorischen und fakultativen Aktanten und die syntaktische und die semantische Valenz der Verben beschrieben. Zu den obligatorischen und fakultativen Aktanten können freie Angaben treten, die nicht an das Verb gebunden und zahlenmäßig unbegrenzt sind. Sie können daher „nahezu in jedem Satz beliebig weggelassen und hinzugefügt werden.“
0. Vorbemerkung: Einleitung in den Bedarf an maschinellen Übersetzungen und die Zielsetzung der Leistungsüberprüfung des Systems T1.
1. Einleitung: Erläuterung der Motivation, das T1-System aus der Perspektive des Nutzers zu betrachten, mit Fokus auf die zentrale Rolle von Verben.
2. Der Transfer von der Ausgangssprache in die Zielsprache im maschinellen Übersetzungsprozess: Theoretische Grundlagen des Transferprozesses und Differenzierung zwischen lexikalischem und strukturellem Transfer.
3. Entwicklung von T1: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der maschinellen Übersetzung und die Entstehung von METAL bis hin zur T1-Portierung.
4. Die Wörterbücher bei METAL: Beschreibung der hierarchischen Struktur und Funktionalität der einsprachigen sowie transferorientierten Wörterbücher.
5. Der Übersetzungsprozess bei METAL: Analyse der technischen Phasen Analyse, Transfer und Synthese im System.
6. Veranschaulichung der Übersetzungsleistung von T1 anhand ausgewählter linguistischer Phänomene: Empirische Testläufe zur Überprüfung der Systemleistung bei spezifischen Problemstellungen wie Konditionalsätzen und Verbvalenzen.
7. Übersetzung eines Beispieltextes: Anwendung des Systems auf einen realen Gebrauchsanweisungstext und vergleichende Diskussion der Ergebnisse.
8. Statistischer Überblick: Quantitative Auswertung der im Beispieltext erzielten Übersetzungsqualität.
9. Die Problematik des lexikalischen Transfers von Verben im Beispieltext: Vertiefende Untersuchung über den Einfluss unübersetzter Wörter auf die Satzstruktur.
10. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Leistungsfähigkeit und Vorschläge zur Optimierung durch Lexikonpflege und bessere Strukturmustererkennung.
Maschinelle Übersetzung, T1, METAL, Transferbasiertes System, Verbvalenz, Linguistische Analyse, Syntax, Lexikalischer Transfer, Satzbauplan, Sprachverarbeitung, Fehleranalyse, Bedienungsanleitungen, Computerlinguistik, Semantik, Morphologie.
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Evaluation des automatischen Übersetzungssystems T1 (basierend auf METAL) in der Sprachrichtung Englisch-Deutsch, mit besonderem Augenmerk auf die Übersetzung von Verben.
Im Zentrum stehen der Transferprozess in maschinellen Systemen, die Valenztheorie und die Frage, wie effektiv das System mit komplexen linguistischen Phänomenen in Fachtexten umgeht.
Das Ziel ist eine objektive Bestandsaufnahme der Übersetzungsqualität aus Nutzersicht, um Schwachstellen aufzudecken und fundierte Ansätze für eine Systemoptimierung durch gezielte Lexikonarbeit zu liefern.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung (Valenzgrammatik, Transfermodelle) mit einer empirischen Fehleranalyse. Hierfür werden zahlreiche Testsätze und ein kohärenter Text aus einer Gebrauchsanleitung übersetzt und systematisch diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Übersetzungsprozesse bei T1 und eine detaillierte Veranschaulichung der Systemleistung bei spezifischen linguistischen Herausforderungen wie Konditionalsätzen, Phrasal Verbs und der Subjekthebung.
Wichtige Begriffe sind Maschinelle Übersetzung, Verbvalenz, Syntax, Transferprozess, Fehleranalyse und Gebrauchsanweisungstexte.
Da das Verb laut moderner Grammatiken das strukturelle Zentrum des Satzes bildet, hängt die korrekte Wiedergabe eines Satzes in der Zielsprache maßgeblich von der präzisen Zuweisung der Kasusrollen und der Erfüllung der Valenzrahmen ab.
Da T1 als „Black-Box-System“ operiert, ist die manuelle Nachpflege des Lexikons durch den Benutzer entscheidend, um Präferenzen für Sachgebiete zu setzen und fehlerhafte automatische Wortzuordnungen zu korrigieren.
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