Bachelorarbeit, 2006
50 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Öffentlichkeit
2.1 Begriffsgeschichte
2.2 Modernes Verständnis
2.2.1 normativ
2.2.2 systemtheoretisch
2.3 Strukturen
2.3.1 Funktionen
2.3.2 Ebenen
2.4 Definitionen von Öffentlichkeit
2.5 Online-Öffentlichkeit
3 Weblogs
3.1 Das „neue“ Netz
3.2 Definition Weblogs
3.3 Entstehung Weblogs
3.4 Weblog Charakteristika
3.4.1 Oszillationsmedium
3.4.2 Technische Funktionen
3.4.3 Kommunikationsstil
3.5 Nutzungsmöglichkeiten von Weblogs
4 Weblog Öffentlichkeiten
4.1 Input – Herstellung von Transparenz
4.1.1 Offenheit und Gleichberechtigung der Teilnahme
4.1.2 Themen- und Meinungsfreiheit
4.2 Throughput – Validierungsleistungen von Weblogs
4.2.1 Verarbeitungsleistungen und Kontrollfunktionen
4.2.2 Das Thematisierungspotential von Weblogs
4.3 Output – Orientierungsleistungen von Weblogs
4.3.1 Weblogs als flexibles Format
4.3.2 Partizipierende Vermittlung
5 Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern Weblogs als neues Medium der computervermittelten Kommunikation das Potential besitzen, als öffentliche Plattformen für politische Kommunikation zu dienen. Unter Anwendung öffentlichkeitstheoretischer Modelle (normativ nach Habermas und systemtheoretisch) wird analysiert, ob Weblogs die demokratischen Anforderungen an Offenheit, Diskursivität und Orientierungsleistungen erfüllen oder lediglich bestehende Machtstrukturen der Massenmedien widerspiegeln.
3.4.1 Oszillationsmedium
Ein wichtiges Weblog-Merkmal ist der Link bzw. die erweiterte Nutzung dessen ursprünglichen Potentials. Für viele konventionelle Webpräsenzen (Websites) diente der Link meist der Navigation innerhalb der Seite. Weblogs nutzen nun gewissermaßen das „Netz als Netz“ und die persönliche Meinung, die anmerkende Notiz oder „Minierzählungen“ entfalten sich oft um einen Link herum, der auf andere Seiten im Netz verweist“ (vgl. Eigner 2003: 11). Der Hyperlink ist somit das zentrale Moment eines Weblogs, denn bisherige externe Verlinkungen waren nicht unbedingt essentiell für das Verständnis eines online gelesenen Textes. Die externen Hyperlinks von Webpages entsprachen damit primär z.B. einer Fußnote oder einem Verweis in konventionellen Schriftdokumenten. Im Weblog wird so „Hypertextualität […] völlig neu bestimmt“ und „der Link zu einem integralen Bestandteil des Textes“ (ebd.: 121). Das Verständnis des Textes klärt sich somit in den meisten Fällen erst dadurch auf, dass der Bezugstext gelesen wurde und Christian Eigner spricht sogar von der ersten Textform ohne Rand (vgl. ebd.).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Weblogs im Kontext der modernen Online-Kommunikation und Definition der wissenschaftlichen Forschungsfrage.
2 Öffentlichkeit: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Öffentlichkeitsbegriff, unterteilt in die normative Perspektive nach Habermas und die systemtheoretische Sichtweise.
3 Weblogs: Beschreibung der Entstehung, technischen Charakteristika und Nutzungsmöglichkeiten des Weblog-Formats im sogenannten "neuen Netz".
4 Weblog Öffentlichkeiten: Empirische und theoretische Analyse der Weblog-Kommunikation hinsichtlich ihrer Leistungen bei Input, Throughput und Output im Vergleich zu Massenmedien.
5 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Erkenntnisse und kritische Bewertung der Ambivalenz von Weblogs als demokratisches Instrument.
Weblogs, Öffentlichkeit, politische Kommunikation, Öffentlichkeitstheorie, Jürgen Habermas, Systemtheorie, computervermittelte Kommunikation, Netzöffentlichkeit, Blogosphäre, Online-Journalismus, Partizipation, Meinungsbildung, Hypertextualität, Machtstrukturen.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Weblogs als Medium politischer Kommunikation aus der Perspektive der Öffentlichkeitstheorie.
Die Arbeit stützt sich primär auf die normative Öffentlichkeitstheorie nach Jürgen Habermas sowie auf systemtheoretische Ansätze, insbesondere von Niklas Luhmann und Jürgen Gerhards.
Das Ziel ist zu klären, ob sich mit den Begrifflichkeiten der Öffentlichkeitstheorie die Aspekte politischer Weblog-Kommunikation ausdifferenziert darstellen lassen.
Es wird ein deduktiver Ansatz ("Top-Down") verfolgt, der das Prozessmuster der Systemtheorie (Input, Throughput, Output) als analytische Folie für die Weblog-Kommunikation nutzt.
Der Hauptteil behandelt die Teilnahmebedingungen (Input), die Validierungsleistungen durch Diskurs (Throughput) und die Orientierungsleistung für die Gesellschaft (Output) von Weblogs.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Weblogs, politische Kommunikation, Öffentlichkeitstheorie, Netzöffentlichkeit und Partizipation charakterisieren.
"Warblogs" dienen als Beispiel für die Thematisierungsfreiheit, da sie aufgrund ihrer Nähe zum Geschehen Themen aufgreifen können, die in traditionellen Medien zunächst vernachlässigt werden.
Das Prinzip beschreibt die Konzentration von Aufmerksamkeit auf eine kleine Gruppe von populären "A-List-Weblogs", was eine stärkere demokratische Gleichheit in der Blogosphäre erschwert.
Das Fazit fällt ambivalent aus: Weblogs können zwar Impulse setzen, sind jedoch stark von bestehenden Machtstrukturen der Massenmedien abhängig und erreichen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung.
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