Diplomarbeit, 2006
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Konzeptionen der Unternehmensbewertung
2.2 Bewertungsverfahren im Überblick
2.3 Abgrenzung der bewertungsrelevanten Erfolgsgröße
2.4 Berücksichtigung des Risikos
3. Ertragswertmethode gemäß IDW ES 1 n. F. bei der Teilausschüttung
3.1 Alternativanlage in Unternehmensanteilen
3.2 Kapitalisierungszinssatz unter Berücksichtigung der Einkommensteuern
3.3 Anpassung des Ausschüttungsverhaltens
3.4 Ableitung des Unternehmenswerts bei gegebener Ausschüttungsquote
3.5 Beispielrechnung des Ertragswertes bei Teilausschüttung
4. Discounted Cashflow-Methode
4.1 Free Cashflow
4.2 WACC- und APV-Methode im einfachen Steuersystem
4.2.1 Adjusted Present Value-Methode
4.2.2 Weighted Average Cost of Capital
4.2.3 Reaktionsfunktion
4.2.4 Bestimmung der Eigenkapitalkosten auf Basis des CAPM
4.3 WACC- und APV-Methode im Halbeinkünfteverfahren
4.3.1 Adjusted Present Value Methode
4.3.1.1 Steuervorteile aufgrund der Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen
4.3.1.2 Ausschüttungsdifferenzeffekt
4.3.1.3 Bewertungsformeln bei zwei Finanzierungsprämissen
4.3.2 Weighted Average Cost of Capital
4.3.3 Bestimmung der Eigenkapitalkosten mit Reaktionsfunktion und CAPM
5. Gegenüberstellung der Ertragswert- und WACC-Methode
6. Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Erläuterung der Weiterentwicklung des IDW S 1-Standards sowie eine umfassende Darstellung, Gegenüberstellung und kritische Analyse der Ertragswertmethode und der verschiedenen DCF-Verfahren im Kontext des deutschen Halbeinkünfteverfahrens, um deren Konsistenz und potentielle Abweichungen zu prüfen.
3.1 Alternativanlage in Unternehmensanteilen
„Bewerten heißt vergleichen.“ Bezüglich der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes wurde die Aufgabe der Äquivalenzerstellung zwischen dem Bewertungsobjekt und der Alternativanlage hinsichtlich deren Risiko-, Steuern- und Ausschüttungsäquivalenz in der Literatur in den letzten Jahren kontrovers diskutiert. Die folgenden Ausführungen im Kapitel 3 beziehen sich nur auf die Kapitalgesellschaften.
Der IDW S 1 sieht für die objektivierte Unternehmensbewertung eine Anlage in festverzinsliche Wertpapiere als Alternativanlage vor. Diese Annahme wird in der Literatur viel kritisiert, denn sie ist nicht realitätsnah und aus risikotheoretischer Sicht problematisch. Ein Anteilseigner wird kein risikoloses Wertpapier als risikoäquivalente Alternativanlage zu einem riskanten Investment in das zu bewertende Unternehmen wählen. Dies gilt insbesondere für den Fall der Ermittlung von Abfindung und Ausgleich für Minderheitsaktionäre. Im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens hat diese Annahme außerdem die Konsequenz, dass der zu kapitalisierende Zahlungsstrom im Zähler dem Kapitalisierungszinssatz im Nenner des Kapitalwertkalküls hinsichtlich der Besteuerung nicht mehr äquivalent sein könnte. Der bewertungsrelevante Zahlungsstrom im Zähler ist der dem Anteilseigner zufließende Nettozahlungsstrom, d.h. der Zahlungsstrom nach allen Steuern auf der Unternehmensebene muss noch mit dem hälftigen typisierten Einkommensteuersatz i.H.v. 17,5% belastet werden. Der Kapitalisierungszinssatz repräsentiert gleichzeitig aber die Rendite aus der Alternativanlage in ein festverzinsliches Wertpapier, die um den vollkommenen Einkommensteuersatz i.H.v. 35% zu vermindern ist, weil die Zinseinkünfte aus der Alternativanlage in das risikolose Wertpapier dem typisierten Einkommensteuern i.H.v. 35% unterliegen. Der IDW ES 1 n. F. schlägt deswegen eine Anlage in Unternehmensanteilen als Alternativanlage vor. In diesem Fall ist der Kapitalisierungszinssatz im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens analog zum Zahlungsstrom im Zähler um maximal die hälftigen typisierten Einkommensteuern i.H.v. 17,5% zu verringern.
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die wissenschaftliche Relevanz der steuerlichen Einflussfaktoren auf die Unternehmensbewertung im Halbeinkünfteverfahren und definiert den Untersuchungsrahmen der Arbeit.
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Konzeptionen, Bewertungsverfahren und die Bestimmung bewertungsrelevanter Erfolgsgrößen sowie den Umgang mit Risiken.
3. Ertragswertmethode gemäß IDW ES 1 n. F. bei der Teilausschüttung: Der Fokus liegt auf der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes nach Steuer und der Anpassung des Ausschüttungsverhaltens gemäß der Neufassung des IDW Standards.
4. Discounted Cashflow-Methode: Hier werden die WACC- und APV-Methoden in verschiedenen Steuersystemen sowie die Bestimmung der Eigenkapitalkosten mittels CAPM und Reaktionsfunktionen detailliert abgeleitet.
5. Gegenüberstellung der Ertragswert- und WACC-Methode: In diesem zentralen Praxiskapitel werden beide Verfahren anhand eines durchgerechneten Fallbeispiels verglichen und auf Konsistenz geprüft.
6. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Übereinstimmungsbedingungen beider Methoden und gibt Ausblicke auf notwendige Anpassungen in der Bewertungspraxis.
Unternehmensbewertung, Ertragswertmethode, DCF-Methode, WACC, APV, Halbeinkünfteverfahren, Kapitalkosten, Kapitalisierungszinssatz, Tax-CAPM, Teilausschüttung, Thesaurierung, Steuerersparnis, Ausschüttungsdifferenzeffekt, Zirkularität, Unternehmenswert
Die Diplomarbeit vergleicht die Ertragswertmethode mit den DCF-Methoden (WACC und APV) im Kontext des deutschen Halbeinkünfteverfahrens und untersucht, unter welchen Bedingungen diese zu konsistenten Ergebnissen führen.
Die Arbeit befasst sich intensiv mit der Einbeziehung steuerlicher Regelungen, der korrekten Ermittlung von Kapitalkosten unter Berücksichtigung von Risiken und der Auswirkungen des Ausschüttungsverhaltens auf den Unternehmenswert.
Das Ziel ist es, die neuen Regelungen des IDW Standards (IDW ES 1 n. F.) zu erläutern und zu prüfen, ob die Ertragswertmethode und die verschiedenen DCF-Ansätze bei einer konsistenten Modellierung identische Unternehmenswerte liefern.
Es wird eine theoretische Analyse der Bewertungsverfahren durchgeführt, ergänzt durch eine formelbasierte Herleitung von Kapitalkosten und eine empirische Fallbeispielrechnung zur Veranschaulichung der Ergebnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die spezifische Anwendung der Ertragswert- und DCF-Methoden unter dem Halbeinkünfteverfahren sowie eine detaillierte Gegenüberstellung anhand von iterativem Modellrechnungen.
Wichtige Begriffe sind Unternehmensbewertung, Halbeinkünfteverfahren, WACC-Ansatz, APV-Methode, Ertragswertverfahren, Tax-CAPM und das Problem der Zirkularität.
Die Arbeit diskutiert Lösungsansätze wie die Festlegung einer Zielkapitalstruktur oder den Einsatz von Iterationsverfahren, um die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Unternehmenswert und gewichteten Kapitalkosten aufzulösen.
Im Gegensatz zur früher praktizierten Vollausschüttungsprämisse berücksichtigt die Teilausschüttung das tatsächliche, unternehmensspezifische Ausschüttungsverhalten und die Thesaurierungsplanung, was für eine realitätsnähere Bewertung entscheidend ist.
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