Diplomarbeit, 2006
67 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Das Angebot an Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen
2.1 Die Realität in Tauschbörsen im Widerspruch zur standardökonomischen Erklärung
2.2 Fairness, Reziprozität und Eigennutzen
2.3 Handlungsempfehlungen für Tauschbörsenbetreiber
3 Das originäre Angebot an Informationsgütern
3.1 Die Reaktion der Industrie auf sinkende Verkaufszahlen bei Informationsgütern
3.2 Die Differenzierung des Angebots bei Informationsgütern
3.3 Produktgestaltung bei Informationsgütern
4 Die Optimierung der Verfügungsrechte von Informationsgütern
4.1 Die Durchsetzbarkeit der Verfügungsrechte bei exklusiven Systemen
4.2 Die Vor- und Nachteile von Exklusivität
4.3 Strategische Optionen für Anbieter von Informationsgütern
5 Ergebnisse
Diese Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe des Angebots von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen und untersucht, wie Anbieter diesen Herausforderungen durch Produkt- und Preisdifferenzierung sowie exklusive Systeme begegnen können, anstatt ausschließlich auf restriktive Maßnahmen wie Kopierschutz zu setzen.
2.1 Die Realität in Tauschbörsen im Widerspruch zur standardökonomischen Erklärung
Der Erfolg von P2P-Tauschbörsen ist eng mit dem Programm Napster verknüpft. Seit seiner Einführung im Jahre 1999 sind die Nutzerzahlen von Tauschbörsen sprunghaft angestiegen. Zwar war es auch vor Napster schon möglich, Dateien im Internet auszutauschen, jedoch erst die einfache Bedienbarkeit von Napster ermöglichte die rasante Ausbreitung von Tauschbörsen im Internet. Über die Zahl der tatsächlichen Nutzer lässt es sich jedoch streiten, da eine direkte Beobachtung der weltweiten Tauschaktionen nicht möglich ist. Aktuelle Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass im Oktober 2005 zu jedem Zeitpunkt durchschnittlich über 9 Millionen Menschen in P2P-Tauschbörsen aktiv waren. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres entspräche dies einem Anstieg von über 30 %, laut einer Studie der Firma BigChampagne.
Allein die Anzahl der vorhandenen Musikstücke wird mit 800 Millionen Einzeltitel beziffert. Der Anteil des P2P-Datenaustauschs am gesamten Datenverkehr im Internet wird auf bis zu 70 % geschätzt. Dies sind jedoch nur Schätzwerte. Je nach Untersuchung und Auftraggeber weichen diese Werte teils erheblich voneinander ab. Die letzte Untersuchung zu diesem Thema seitens der OECD ist aus dem Jahre 2003 und kann aufgrund der dynamischen Entwicklung in diesem Bereich keinen Aufschluss über das aktuelle Verhalten der Tauschbörsennutzer geben.
1 Problemstellung: Einleitung in die technologische Entwicklung und das damit verbundene Problem der illegalen Bereitstellung von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen.
2 Das Angebot an Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen: Analyse der Motive von Tauschbörsennutzern unter Einbeziehung experimenteller Wirtschaftsforschung und des ERC-Modells.
3 Das originäre Angebot an Informationsgütern: Untersuchung der industriellen Reaktionen, insbesondere durch Preis- und Produktdifferenzierung, um den Herausforderungen durch P2P-Netzwerke zu begegnen.
4 Die Optimierung der Verfügungsrechte von Informationsgütern: Erörterung der Durchsetzbarkeit von Verfügungsrechten und der Rolle von exklusiven Systemen sowie Netzwerkeffekten.
5 Ergebnisse: Zusammenführende Betrachtung der Lösungsansätze zur Eindämmung der Piraterie durch liberale Geschäftsstrategien anstelle restriktiver Kopierschutzmechanismen.
Informationsgüter, P2P-Tauschbörsen, Netzwerkeffekte, Verfügungsrechte, Preisdifferenzierung, Versioning, Spieltheorie, experimentelle Wirtschaftsforschung, Trittbrettfahrerproblem, Gefangenendilemma, Kopierschutz, DRM, exklusive Systeme, Produktgestaltung, Piraterie.
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Ursachen und Folgen der Verbreitung von Informationsgütern in P2P-Tauschbörsen und leitet Strategien für Unternehmen ab, um mit diesem Phänomen umzugehen.
Die zentralen Themen umfassen die Kollektivgütertheorie, experimentelle Spieltheorie, Strategien zur Preis- und Produktdifferenzierung sowie die Analyse von exklusiven Systemen und Netzwerkeffekten.
Das Ziel ist es, praktikable und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zur Eindämmung der Piraterie zu finden, die über das bloße Verbot oder restriktive Kopierschutzmaßnahmen hinausgehen.
Es werden spieltheoretische Modelle, Ergebnisse aus der experimentellen Wirtschaftsforschung sowie mikroökonomische Ansätze zur Preis- und Produktgestaltung angewendet.
Der Hauptteil analysiert das Verhalten der Akteure in Tauschbörsen, die Wirkung von Preisdifferenzierungsstrategien (Versioning) und die Vor- sowie Nachteile einer exklusiven Systemgestaltung bei Informationsgütern.
Kernbegriffe sind Informationsgüter, P2P-Tauschbörsen, Netzwerkeffekte, Preisdifferenzierung, Verfügungsrechte und die ökonomische Modellierung von Fairness und Reziprozität.
Durch die Einbeziehung der experimentellen Wirtschaftsforschung und des ERC-Modells zeigt die Arbeit, dass Individuen neben dem Eigennutz auch Präferenzen für Fairness und Reziprozität aufweisen.
Der Autor argumentiert, dass DRM-Systeme den Nutzen für Konsumenten einschränken, die Reputation des Unternehmens gefährden und zudem in offenen P2P-Systemen mit relativ einfachen Mitteln umgangen werden können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

