Examensarbeit, 2005
52 Seiten, Note: 1.0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung – Begründung des Themas
2 Theoretische Grundlegung
2.1 Zum Begriff Kinder- und Jugendliteratur
2.2 Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht – Historische Entwicklung
2.3 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
2.4 Zum Abenteuerbuch
2.4.1 Indianer-Abenteuer
3 Planung der Unterrichtseinheit
3.1 Analyse der Ausgangsbedingungen
3.1.1 Institutionelle Voraussetzungen
3.1.2 Beschreibung der Lerngruppe
3.1.3 Voraussetzungen in Bezug auf den Lerngegenstand
3.2 Sachanalyse
3.2.1 Zur Autorin Käthe Recheis
3.2.2 Zum Inhalt der Ganzschrift „Kleiner Wa-gusch“
3.2.2.1 Gattungstypische Merkmale
3.2.2.2 Aufbau und Struktur
3.2.2.3 Geographischer und völkerkundlicher Hintergrund
3.3 Didaktische Begründung und Strukturierung
3.3.1 Legitimation des Unterrichtsgegenstandes
3.3.2 Gründe für die Auswahl des Buches „Kleiner Wa-gusch“
3.3.3 Strukturierung des Lerninhaltes
3.3.4 Lernziele der Unterrichtseinheit
3.4 Methodische Überlegungen
3.4.1 Möglichkeiten der Textrezeption
3.4.2 Mündliche Texterarbeitung – Literarisches Gespräch
3.4.3 Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren
3.4.3.1 Erweiterndes Schreiben
3.4.3.2 Szenisches Interpretieren
3.4.3.3 Visuelle Darstellung
3.4.3.4 Akustische Gestaltung
3.4.4 Rituale
3.4.5 Fächerübergreifendes Arbeiten
4 Darstellung der Unterrichtspraxis
4.1 Erste Unterrichtssequenz: „Sei nicht traurig, kleiner Wa-gusch“ (Kapitel 1) Standbild, innerer Monolog (siehe Anhang A)
4.1.1 Ziele der Unterrichtssequenz
4.1.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.1.3 Reflexion
4.2 Zweite Unterrichtssequenz (ausführliche Stundenvorbereitung): „Min-di“ (Kapitel 2) Elfchen (siehe Anhang B)
4.2.1 Sachanalyse
4.2.2 Didaktische Überlegungen
4.2.3 Methodische Überlegungen
4.2.4 Ziele der Unterrichtssequenz
4.2.5 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.2.6 Reflexion
4.3 Dritte Unterrichtssequenz: „Der gefiederte Pfeil“ (Kapitel 5) Literarisches Gespräch, Brief an den Protagonisten (siehe Anhang E)
4.3.1 Ziele der Unterrichtssequenz
4.3.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.3.3 Reflexion
4.4 Vierte Unterrichtssequenz: „Das Gewitter“ (Kapitel 6) Eine Szene vertonen (siehe Anhang F)
4.4.1 Ziele der Unterrichtssequenz
4.4.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.4.3 Reflexion
4.5 Fünfte Unterrichtssequenz: „Wa-pi und die Bärenmutter“ (Kapitel 7) Bild-Text-Collage (siehe Anhang G)
4.5.1 Lernziele der Unterrichtssequenz
4.5.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.5.3 Reflexion
4.6 Sechste Unterrichtssequenz: „Schatten im Schnee“ (Kapitel 12) Antizipierendes Rollenspiel (siehe Anhang K)
4.6.1 Lernziele der Unterrichtssequenz
4.6.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.6.3 Reflexion
5 Gesamtreflexion
6 Literaturverzeichnis
Das primäre Ziel dieser pädagogischen Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie durch einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht bei Grundschülern die Neugier am Lesen geweckt und eine langfristige Lesemotivation aufgebaut werden kann. Anhand des Kinderbuches „Kleiner Wa-gusch“ von Käthe Recheis wird erprobt, ob sich Schüler durch kreative Zugänge besser mit literarischen Inhalten identifizieren und persönliche Erfahrungen einbringen können.
2.4 Zum Abenteuerbuch
Ein Grundmerkmal von Abenteuergeschichten ist die gesteigerte Dynamik ihres Handlungsablaufes. In wechselvoller Buntheit reihen sich die Geschehnisse aneinander, ziehen den Leser in ihren Bann, bis sie über mancherlei Umwege und Verwicklungen zu einem befriedigenden Abschluss gelangen.
Ein anderes Merkmal ist die Bevorzugung des Außergewöhnlichen und Fremdartigen. Das Abenteuerbuch bewegt sich nicht im Gewohnten und Vertrauten, sondern führt in Verhältnisse, die sich durch extreme Gegebenheiten deutlich von dem Gleichmaß und der Überschaubarkeit des Alltags abheben. Die außergewöhnliche Situation erfordert außergewöhnliche Leistung, sie verlangt den Helden, der sich kämpferisch bewährt. Dennoch bleibt alles im Rahmen des wirklich Möglichen, denn Realismus ist ein weiteres Kennzeichen der Abenteuerlektüre.
Anneliese HÖLDER gruppiert das Abenteuerbuch nach inhaltlichen Kriterien: a) Jagd-Abenteuer, b) See-Abenteuer, c) Indianer-Abenteuer, d) Kriegs-Abenteuer, e) Forscher- und Reise-Abenteuer, f) Detektiv-Abenteuer, g) Technisch-utopische Abenteuer. Bei der in der Einheit behandelten Ganzschrift „Kleiner Wa-gusch“ handelt es sich um ein Abenteuerbuch, genauer gesagt um ein Indianer-Abenteuerbuch.
1 Einleitung – Begründung des Themas: Diese Einleitung erläutert die Motivation, durch handlungs- und produktionsorientierte Methoden Lesefreude bei Grundschülern zu wecken und eine lebenslange Lesebereitschaft zu fördern.
2 Theoretische Grundlegung: Dieser Abschnitt definiert Kinder- und Jugendliteratur und diskutiert die methodischen Konzepte einer handlungs- und produktionsorientierten Literaturdidaktik.
3 Planung der Unterrichtseinheit: Hier werden die institutionellen und lerngruppenspezifischen Rahmenbedingungen sowie die sachanalytischen und didaktischen Hintergründe der Lektüreeinheit dargelegt.
4 Darstellung der Unterrichtspraxis: Dieser Teil beschreibt detailliert sechs Unterrichtssequenzen, in denen unterschiedliche Methoden wie Standbilder, Elfchen, Briefe und szenisches Spiel angewandt wurden.
5 Gesamtreflexion: Das Fazit zieht eine Bilanz zur Wirksamkeit der gewählten Methoden hinsichtlich Lesemotivation, Identifikation der Schüler mit der Hauptfigur und neu eingeführter Sozialformen.
6 Literaturverzeichnis: Dies ist ein systematisches Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Handlungsorientierter Literaturunterricht, Produktionsorientierter Literaturunterricht, Lesemotivation, Grundschule, Ganzschrift, Kinder- und Jugendliteratur, Kleiner Wa-gusch, Indianer-Abenteuer, Rezeptionsästhetik, Kreatives Schreiben, Szenisches Interpretieren, Literarisches Gespräch, Identitätsbildung, Empathie, Grundschuldidaktik
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gestaltung eines Literaturunterrichts in einer 2. Grundschulklasse, der darauf abzielt, durch handlungs- und produktionsorientierte Methoden die Lesemotivation und Leselust der Kinder zu steigern.
Zentrale Themen sind die didaktische Begründung von Literaturunterricht, die Theorie und Praxis handlungs- und produktionsorientierter Verfahren sowie die spezifische Auseinandersetzung mit dem Abenteuerbuch und dem Indianerthema.
Das Hauptziel ist es, Schülern einen lustvollen und spannenden Zugang zur Welt des Lesens zu ermöglichen und zu belegen, dass auch schwächere Leser durch kreative Methoden erfolgreich an Ganzschriften herangeführt werden können.
Es werden verschiedene handlungs- und produktionsorientierte Verfahren angewandt, darunter das literarische Gespräch, szenisches Interpretieren (Standbilder, Rollenspiele), das Schreiben von Elfchen, Briefen an Protagonisten und die visuelle Darstellung durch Collagen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Planung der Unterrichtseinheit (Analyse der Ausgangsbedingungen, Sachanalyse, didaktische Strukturierung) und eine detaillierte Darstellung und Reflexion von sechs praktischen Unterrichtssequenzen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lesemotivation, Ganzschrift, handlungsorientierte Didaktik, kreatives Schreiben, Indianer-Abenteuer, Empathie und Identitätsbildung charakterisiert.
Die Auswahl erfolgte aufgrund der einfühlsamen Sprache, der kindgerechten Thematik und der Verbindung von spannender Unterhaltung mit Sachthemen, die für Zweitklässler besonders motivierend und identitätsstiftend wirken.
Die Rituale, wie das indianische Begrüßungslied oder das Sitzen im Kreis, schaffen eine Atmosphäre der Konzentration und Entspannung, die den Schülern Halt gibt und den Übergang in die kreative Arbeitsphase erleichtert.
Durch die vielfältigen methodischen Zugänge – wie visuelle oder akustische Gestaltung statt rein kognitiver Analyse – konnten auch schwächere Schüler ihr Verständnis für den Text einbringen und ihre Hemmungen abbauen.
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