Bachelorarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 91%
1. Einleitung: Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.1 Gesundheitsförderung und Gesundheitskommunikation
1.2 Aufgaben und Ziele dieser Arbeit
2. Theorie
2.1 drei Sichtweisen
2.1.1 Fazit und Überblick über das weitere Vorgehen und die Arbeitsstruktur
2.2 Gesundheitsverhalten: Das sozial-kognitive Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens von Schwarzer (1992)
2.2.1 Präintentionale Phase
2.2.1.1 Persönliche Risikowahrnehmung
2.2.1.2 Handlungsergebniserwartung
2.2.1.3 Selbstwirksamkeit
2.2.1.4 Das erweiterte Motivationsmodell von Heckhausen (1987)
2.2.1.5 Die Theorie des geplanten Verhaltens von Ajzen und Madden (1986)
2.2.2 Postintentionale Phase
2.2.2.1 Präaktional
2.2.2.1.1 Theorie der Zielsetzung von Locke und Latham (1990)
2.2.2.1.2 Handlungsplanung
2.2.2.2 Aktional
2.2.2.2.1 Initiierung: Tu-Es – Motivation von McArthur et al. (1969)
2.2.2.2.2 Aufrechterhaltung: Theorie der Handlungskontrolle von Kuhl (1983)
2.2.2.3 Postaktional
2.2.2.3.1 Bewertung: Der Optimistische Attributionsstil von Heider (1958) und Weiner (1971)
2.3 Kommunikationstechniken
2.3.1 Risikokommunikation: Fakten vs. Furchtappelle
2.3.2 Ressourcenkommunikation
2.3.3 Framing
2.4 Strategische Ausrichtung der Gesundheitskommunikation an der Zielgruppe
2.4.1 Tailoring vs. Targeting
2.4.2 Zielgruppensegmentierung
2.4.3 Zusammenfassung und Fazit
3. Untersuchung
3.1 Ziele
3.2 Methodik
3.2.1 Instrument FAGS BGF
3.2.2 Stichprobe
3.2.3 Auswertung: Schritte und Verfahren
3.2.3.1 Hierarchische Clusteranalyse
3.2.3.2 MANOVA
3.2.3.3 ANOVA
3.2.3.4 Lineare Regressionsanalyse
3.2.4 Ergebnisse
3.2.4.1 Cluster
3.2.4.2 MANOVA
3.2.4.3 ANOVA
3.2.4.4 Lineare Regressionsanalyse
3.2.5 Diskussion: Implikationen für die Gesundheitskommunikation
4. Fazit der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Kluft zwischen wissenschaftlicher Gesundheitsforschung und deren Anwendung in der Praxis zu überbrücken, indem sie einen fundierten Leitfaden zur Gestaltung zielgruppenaffiner Gesundheitskommunikation entwickelt. Dabei wird untersucht, wie psychologische Theorien des Gesundheitsverhaltens und Marketingstrategien genutzt werden können, um Interventionen effizienter zu gestalten und individuelle Verhaltensänderungen bei der Zielperson zu fördern.
2.2.1.1 Persönliche Risikowahrnehmung
Persönliche Risikowahrnehmung (RW) ist die Wahrnehmung des persönlichen Risikos bzw. das Erleben persönlicher Verwundbarkeit (Renner und Schwarzer, 2000). Eine Unterscheidung zwischen allgemeiner und persönlicher RW nimmt Renner (2002) vor. Die persönliche RW hängt vom wahrgenommenen Schweregrad eines Ereignisses, also dem Ausmaß der erwarteten Beeinträchtigungen und seiner wahrgenommenen Eintrittswahrscheinlichkeit für die eigene Person ab. Die Wahrnehmung eines persönlichen Risikos kann zu präventivem Handeln motivieren (Renner und Schwarzer, 2000).
Die persönliche RW beinhaltet eine Unterschätzung des persönlichen Risikos im Vergleich zu anderen Personen. Dieses als „unrealistischer Optimismus“ (Weinstein, 1980) bezeichnete Phänomen stellt im Rahmen der RW eine Gefahrenquelle dar. Renner (2002) und Renner und Hahn (1996) sprechen in diesem Zusammenhang von einem Risikostereotyp, den die bewertende Person bei der Abschätzung des persönlichen Risikos zum Vergleich heranzieht. Damit ist eine stereotypisch gefährdete Person gemeint, deren Risikoprofil und vor allem Risikoverhalten so extrem ausgeprägt sind, dass die eigene Person in diesem Vergleich weniger gefährdet scheint.
Der Stellenwert der RW für Gesundheitsverhalten ist im HAPA an seinen Kontext mit der Handlungsergebniserwartung und der Selbstwirksamkeitserwartung gebunden, was sich in der wahrgenommenen Kontrollierbarkeit des Risikos niederschlägt (Greening & Chandler, 1997) (siehe auch Selbstwirksamkeit, Punkt 2.2.1.3). Eine unterschiedliche Gewichtung der RW hängt außerdem ab von der Art des spezifischen Verhaltens (Gerrard, Gibbons & Reis-Bergan, 1999). Der optimistische Fehlschluss wird in vielen Studien empirisch belegt (Clarke, Lovegrove, Williams & Machperson, 2000; McKenna, 1993; Weinstein, 1987, 1989). Einen Einfluss des Alters auf den optimistischen Fehlschluss weisen Irwin und Millstein (1986) nach. Ihren Ergebnissen zufolge erliegen ihm jüngere Personen stärker als ältere. Schon für 10 bis 13-jährige wurde der optimistische Fehlschluss nachgewiesen (Whalen et al., 1994). Weinstein (1983) kommt zu dem Schluss, dass der optimistische Fehlschluss ein wichtiger Grund für das Scheitern vieler Präventionskampagnen ist.
In der präintentionalen Phase hat GK in Bezug auf die RW das Ziel, die Aufmerksamkeit der ZP auf das Thema zu lenken und eine persönliche Relevanz zwischen dem Gegenstand der Kommunikation und der ZP so herzustellen, dass sie wenig Möglichkeit zur Abwertung des eigenen Risikos hat.
1. Einleitung: Gegenstand und Ziel der Arbeit: Diese Einleitung definiert Gesundheitskommunikation als Schnittstellendisziplin und formuliert die Zielsetzung, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Handlungsempfehlungen für fachfremde Praktiker zu übersetzen.
2. Theorie: Das Kapitel bietet eine theoretische Fundierung durch die Darstellung psychologischer Verhaltensmodelle, kommunikationspsychologischer Techniken und Marketingstrategien, um die Bausteine des Leitfadens herzuleiten.
3. Untersuchung: Hier wird der theoretische Rahmen durch eine empirische Zielgruppensegmentierung mittels statistischer Verfahren (Clusteranalyse, MANOVA) an einer Stichprobe von Verwaltungsmitarbeitern praktisch untermauert.
4. Fazit der Arbeit: Das Fazit resümiert den Nutzen des entwickelten Leitfadens für die Praxis und diskutiert Limitationen sowie Perspektiven für die zukünftige Forschung im Bereich der Gesundheitskommunikation.
Gesundheitskommunikation, Leitfaden, HAPA, Gesundheitsverhalten, Risikokommunikation, Framing, Tailoring, Targeting, Zielgruppensegmentierung, Selbstwirksamkeit, Prävention, Gesundheitsförderung, Psychologie, Intervention, Sozial-kognitives Prozessmodell.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erstellung eines praxisorientierten Leitfadens, der wissenschaftliche Forschungsergebnisse der Gesundheitspsychologie nutzt, um gesundheitsförderliche Kommunikation zielgruppengerecht und effektiv zu gestalten.
Die zentralen Themen sind psychologische Modelle zur Verhaltensänderung, Kommunikationstechniken wie Furchtappelle und Ressourcenkommunikation sowie Marketing-Methoden zur Zielgruppenansprache.
Das primäre Ziel ist es, Praktikern im Bereich der Gesundheitsförderung effiziente Werkzeuge und konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben, um Verhaltensänderungen bei Zielpersonen erfolgreich zu initiieren.
Die Arbeit kombiniert eine ausführliche Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung mit einem empirischen Teil, bei dem gesundheitsrelevante Daten mittels Fragebögen erhoben und statistisch durch Cluster- und Regressionsanalysen ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden das HAPA-Modell von Schwarzer, kommunikationstheoretische Grundlagen, Marketing-Strategien für die Segmentierung und die statistische Analyse einer konkreten Stichprobe zur Ableitung clusterspezifischer Kommunikation diskutiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Gesundheitskommunikation, der HAPA-Ansatz, Zielgruppensegmentierung, Tailoring/Targeting sowie Framing-Effekte.
Tailoring zielt auf die individuelle Zuschneidung von Nachrichten basierend auf spezifischen Daten einer Einzelperson, während Targeting eine Zielgruppe in homogene Untergruppen unterteilt, um diese zielgerichtet anzusprechen.
Die Analyse zeigt, dass unterschiedliche Personengruppen in einer Organisation variierende Profile hinsichtlich ihres Gesundheitsbewusstseins und ihrer Selbstwirksamkeit aufweisen; dies ermöglicht die Entwicklung passgenauer, clusterspezifischer Interventionsbotschaften.
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