Diplomarbeit, 1996
129 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Einleitung
1.1. Metatheoretische Aspekte
1.2. Wertdifferenz und rechtliche Anerkennung
1.3. Aspekte des Cannabiskonsums
1.4. Theoretische Grundlagen
2. Die Begründung gesellschaftlicher Rationalität durch handlungstheoretische Begriffe
2.1. Rationalität und Handlung
2.2. Rationalität und Sprache
2.3. Die Diskursethik als normatives Zentrum
3. Der demokratische Rechtsstaat als System und Lebenswelt
3.1. Einleitung
3.2. Der philosophische Aspekt der Lebenswelt
3.3. Der soziologische Aspekt der Lebenswelt
3.4. Die Rationalität der Lebenswelt
3.5. Gesellschaft als System
3.6. Die externe und interne Vermittlung von System und Lebenswelt im Rechtsstaat
3.7. Rationalität und Krise des demokratischen Rechtsstaates
4. Cannabiskonsum im Spannungsverhältnis von System und Lebenswelt
4.1. Einleitung: Historische Bedingungen eines rechtsstaatlichen Problems des Cannabiskonsums
4.2. Genese des lebensweltlichen Cannabiskonsums im Zusammenhang von Wirtschaft, Staat und Recht
4.3. Rechtsstaat, Betäubungsmittelgesetz und Cannabiskonsum
4.4. Gesellschaftliche Kontexte des strafrechtlichen Verbots von Cannabis: Öffentlichkeit, Wissenschaft und Subkultur
5. Das rechtsstaatliche Problem des Cannabiskonsums im Spannungsverhältnis von Anerkennung und Ausgrenzung
5.1. Einleitung
5.2. Cannabis, Parlament und Wissenschaft
5.3. Rechtsprechung und Verfassung
Die Arbeit untersucht das rechtsstaatliche Problem des Cannabiskonsums vor dem Hintergrund der Gesellschaftstheorie von Jürgen Habermas. Dabei wird analysiert, inwieweit das strafrechtliche Verbot von Cannabis als ein Ausdruck mangelnder kommunikativer Rationalität und als problematische Ausgrenzung von Subkulturen innerhalb des demokratischen Rechtsstaats verstanden werden kann.
Die Begründung gesellschaftlicher Rationalität durch handlungstheoretische Begriffe
Das philosophische Grundproblem der Moderne ist die Vernunft des Subjekts oder die subjektive Vernunft. Ethik versteht sich dabei als Versuch, das Subjekt in seinem Handeln vernünftig anzuleiten. Der Soziologie, überhaupt moderne Wissenschaft, geht es darüber hinaus um die Entwicklung eines begrifflichen Instrumentariums, mit dem die gesellschaftliche Wirklichkeit als die Verkörperung zu unterscheidender Handlungsbereiche beschrieben werden kann. Habermas geht es um die Entwicklung eines solchen Instrumentariums, ohne dafür jedoch das Anliegen der Ethik dem Relativismus der wertfreien, soziologischen Beschreibung zu opfern. Habermas' Soziologie ist kritische Gesellschaftstheorie.
Um ein der Moderne angebrachtes Rationalitätskonzept zu entwickeln, ist es für Habermas sinnvoll, Rationalität anhand des handelnden Subjekts einzuführen. Im modernen Alltagskontext ist der Zusammenhang von Subjekt und Rationalität am wenigsten problematisch, und eine Theorie, die von der Idee vernünftiger privater und öffentlicher Autonomie nicht abrücken möchte, beginnt mit dem handelnden und sprechenden Subjekt selbst. Die Annahme, daß sich Rationalität in etwas von den Handlungen und der Sprache der Menschen Unabhängigem manifestieren könnte, wird grundsätzlich abgelehnt.
1. Einleitung: Einführung in die Gesellschaftstheorie von Jürgen Habermas als Instrumentarium für eine kritische Analyse moderner Gesellschaften und der speziellen Cannabisproblematik.
2. Die Begründung gesellschaftlicher Rationalität durch handlungstheoretische Begriffe: Rekonstruktion der Handlungstheorie und der Diskursethik von Habermas, um die Grundlagen rationalen Handelns zu erarbeiten.
3. Der demokratische Rechtsstaat als System und Lebenswelt: Theoretische Untersuchung der Begriffe System und Lebenswelt und deren Vermittlung im demokratischen Rechtsstaat.
4. Cannabiskonsum im Spannungsverhältnis von System und Lebenswelt: Anwendung der theoretischen Begriffe auf die historische Entwicklung und die rechtliche Situation des Cannabiskonsums in Deutschland.
5. Das rechtsstaatliche Problem des Cannabiskonsums im Spannungsverhältnis von Anerkennung und Ausgrenzung: Konkrete Analyse der parlamentarischen Diskurse und der Rechtsprechung zum Cannabisverbot als Anerkennungskampf.
Jürgen Habermas, Gesellschaftstheorie, Cannabiskonsum, Diskursethik, demokratischer Rechtsstaat, System und Lebenswelt, kommunikative Rationalität, Kriminalisierung, Anerkennungskämpfe, Betäubungsmittelgesetz, Rechtssoziologie, politische Soziologie, Subkultur, Legitimation, Verfassung.
Die Arbeit nutzt die Gesellschaftstheorie von Jürgen Habermas, um das strafrechtliche Verbot von Cannabiskonsum als rechtsstaatliches Problem in einer modernen, multikulturellen Gesellschaft kritisch zu analysieren.
Zentrale Themen sind die Diskurstheorie, das Spannungsfeld zwischen System und Lebenswelt, die Soziologie des Rechtsstaats sowie die gesellschaftliche Tabuisierung und Kriminalisierung von Drogenkonsum.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der staatliche Umgang mit Cannabiskonsumenten die Prinzipien kommunikativer Rationalität verletzt und als Indikator für eine Entfremdung zwischen politischem System und Lebenswelt dient.
Der Autor verwendet eine theoretische Rekonstruktion der Habermasschen Gesellschaftstheorie, kombiniert mit einer soziologisch-phänomenologischen Analyse der gesellschaftlichen Drogenpolitik und diskursanalytischen Elementen.
Im Hauptteil werden zunächst die handlungstheoretischen und systemtheoretischen Grundlagen bei Habermas erarbeitet, bevor diese auf das konkrete Beispiel der Cannabis-Kriminalisierung und der entsprechenden parlamentarischen sowie gerichtlichen Diskurse angewendet werden.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie "kommunikative Rationalität", "Rechtsstaat", "System/Lebenswelt", "Anerkennungskämpfe" und "Betäubungsmittelgesetz" charakterisieren.
Die Rechtsgeschichte dient dazu, die historische Genese des modernen Rechtsstaats und die Etablierung des staatlichen Strafrechtsanspruchs im Bereich der Drogenpolitik nachzuvollziehen, um das heutige Verbot besser einordnen zu können.
Der Autor kritisiert die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum Cannabis-Thema als ideologisch geprägt, da sie seiner Meinung nach die moralische Dogmatik des Gesetzgebers stützen, anstatt die rationalen Grundsätze des Rechtsstaats konsequent anzuwenden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

