Diplomarbeit, 2006
76 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
1.2 Abgrenzungen
2 Internationale Erbschaftsteuerplanung
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Ziele der internationalen Erbschaftsteuerplanung
2.3 Gestaltungsprobleme der internationalen Erbschaftsteuerplanung
2.4 Rechtsformwahl als Gestaltungsinstrument
3 Besteuerung der unterschiedlichen Rechtsformen im deutschen Erbschaftsteuergesetz
3.1 Steuerpflichtiger Erwerb
3.2 Bewertung des Vermögens
3.2.1 Bewertung des Betriebsvermögens von Einzelunternehmen und Personengesellschaften
3.2.2 Bewertung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
3.2.3 Vergleich der Bewertungsmethoden
3.3 Bewertungsvergünstigungen
3.4 Freibeträge und Steuertarif
4 Internationale Erbschaftsteuergesetze
4.1 Grundlagen des Erbschaftsteuergesetzes des Kanton Zürich in der Schweiz
4.2 Grundlagen des österreichischen Erbschaftsteuergesetzes
5 Internationale Doppelbesteuerungsabkommen
5.1 Ursachen der internationalen Doppelbesteuerung
5.2 Unilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung
5.3 Bilaterale Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung
5.3.1 Grundlagen des DBA-Erbschaftsteuer Deutschland – Schweiz
5.3.2 Grundlagen des DBA-Erbschaftsteuer Deutschland – Österreich
5.4 Besonderheiten bei der Übertragung von Anteilen an Personengesellschaften
6 Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Schweiz
6.1 Einfluss der Rechtsformwahl auf die Zuweisung der Besteuerungsrechte
6.1.1 Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
6.1.2 Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
6.1.3 Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
6.2 Analyse der rechtsformabhängigen Besteuerungsunterschiede
6.2.1 Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
6.2.2 Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
6.2.3 Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
6.3 Gestaltungsempfehlungen für die Rechtsformwahl
7 Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Österreich
7.1 Einfluss der Rechtsformwahl auf die Zuweisung der Besteuerungsrechte
7.1.1 Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
7.1.2 Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
7.1.3 Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
7.2 Analyse der rechtsformabhängigen Besteuerungsunterschiede
7.2.1 Einzelunternehmen als deutsche Spitzeneinheit
7.2.2 Personengesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
7.2.3 Kapitalgesellschaft als deutsche Spitzeneinheit
7.3 Gestaltungsempfehlungen für die Rechtsformwahl
8 Fazit
Die Arbeit analysiert, wie die Wahl der Rechtsform als zentrales Instrument der internationalen Erbschaftsteuerplanung genutzt werden kann, um die Gesamtbelastung durch deutsche und ausländische Erbschaftsteuern bei der Übertragung von Familienunternehmen mit Auslandsvermögen (Beispiele Schweiz und Österreich) zu minimieren. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Rechtsformkonstellation – unter Berücksichtigung der Bewertungsmethoden und Doppelbesteuerungsabkommen – für eine steueroptimale Unternehmensnachfolge am vorteilhaftesten ist.
2.4 Rechtsformwahl als Gestaltungsinstrument
Zu den Gestaltungsinstrumenten einer internationalen Erbschaftsteuerplanung zählen die Wohnsitzverlagerung, der Wechsel der Staatsangehörigkeit, die Rechtsformwahl und die zeitliche Streckung der Vermögensübertragung, z.B. im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge. In der vorliegenden Arbeit wird auf die Wahl der Unternehmensrechtsform eingegangen, da es sich hierbei um das wichtigste Gestaltungsinstrument der internationalen Erbschaftsteuerplanung handelt.
Die Rechtsformwahl ist eine unternehmerische Entscheidung, die nicht nur bei der Gründung des Betriebes, sondern immer wieder während der Lebenszeit eines Unternehmens getroffen werden muss. Ein Anlass für eine Überprüfung der getroffenen Rechtsformwahl ist insbesondere die bevorstehende Übertragung des Betriebes auf die Erben und die damit verbundene Erbschaftsteuerplanung.
Bei der Wahl einer Rechtsform bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Haftung der Gesellschafter, der Gewinn- und Verlustbeteiligung, den Finanzierungsmöglichkeiten und den Prüfungs- und Publizitätspflichten des Jahresabschlusses. Eine besondere Bedeutung bei der Rechtsformwahl kommt dem Steuerrecht zu, da das deutsche Steuerrecht keine unmittelbare und einheitliche Besteuerung der Unternehmen kennt. Der Erwerb von Todes wegen unterliegt gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens der Erbschaftsteuerpflicht. Es können sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Verfahren bei der Bewertung der übertragenden Wirtschaftsgüter rechtsformabhängige Belastungsdifferenzen ergeben.
Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens mit Vermögen im Ausland kann dazu führen, dass neben der deutschen Erbschaftsteuerpflicht eine ausländische Erbschaftsteuerpflicht entsteht und es somit zu einer zusätzlichen Belastung des Unternehmens kommt. Hält eine inländische Personengesellschaft eine Beteiligung an einer ausländischen Personengesellschaft, führt dies zu einem Übergang von ausländischem Betriebsvermögen, und das Besteuerungsrecht wird bei Vorhandensein eines DBA-Erbschaftsteuer regelmäßig dem Ausland zugewiesen.
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung des Generationenwechsels bei international tätigen Unternehmen und Vorstellung des Untersuchungsziels.
2 Internationale Erbschaftsteuerplanung: Definition der Ziele, Gestaltungsprobleme und Einordnung der Rechtsformwahl als zentrales Planungsinstrument.
3 Besteuerung der unterschiedlichen Rechtsformen im deutschen Erbschaftsteuergesetz: Analyse der Bewertungsverfahren für verschiedene Rechtsformen sowie Darstellung von Freibeträgen und Vergünstigungen im deutschen Recht.
4 Internationale Erbschaftsteuergesetze: Erläuterung der erbschaftsteuerlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz (Kanton Zürich) und in Österreich.
5 Internationale Doppelbesteuerungsabkommen: Darstellung der Ursachen von Doppelbesteuerungen sowie der unilateralen und bilateralen Abkommensregelungen.
6 Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Schweiz: Analyse der Zuteilung von Besteuerungsrechten und der rechtsformabhängigen Unterschiede bei Schweizer Auslandsvermögen.
7 Rechtsformwahl als Instrument der Erbschaftsteuerplanung am Beispiel Österreich: Untersuchung der Besteuerungssituation bei Investitionen in Österreich und Ableitung von Gestaltungsempfehlungen.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur steueroptimalen Rechtsformwahl bei internationalen Unternehmensnachfolgen.
Erbschaftsteuerplanung, Unternehmensnachfolge, Rechtsformwahl, Doppelbesteuerungsabkommen, Bewertungsmethoden, Betriebsvermögen, Stuttgarter Verfahren, Wiener Verfahren, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Auslandsvermögen, Steueroptimierung, Erbschaftsteuergesetz, Freibeträge, Schweiz, Österreich
Die Diplomarbeit untersucht die erbschaftsteuerlichen Aspekte bei der Nachfolge von Familienunternehmen, die Vermögenswerte im Ausland (speziell in der Schweiz und Österreich) halten, und wie die Rechtsformwahl als Steuerplanungsinstrument eingesetzt werden kann.
Im Fokus stehen das deutsche Erbschaftsteuergesetz, die steuerlichen Bewertungsverfahren für Unternehmen sowie die Funktionsweise und Auswirkungen von Doppelbesteuerungsabkommen auf den Nachlass.
Ziel ist es, herauszufinden, welche Rechtsform für ein deutsches Unternehmen mit Auslandsvermögen in der Schweiz oder Österreich erbschaftsteuerlich am vorteilhaftesten ist, um eine maximale Steueroptimierung zu erreichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten juristischen und betriebswirtschaftlichen Analyse von Gesetzestexten (ErbStG, BewG, DBA) sowie Fachliteratur, um die Auswirkungen unterschiedlicher Rechtsformen vergleichend darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der deutschen Besteuerung, die Grundlagen der ausländischen Erbschaftsteuergesetze, die Vermeidung von Doppelbesteuerungen durch Abkommen und die konkrete Fallanalyse zur Rechtsformwahl im Kontext der Schweiz und Österreich.
Wichtige Begriffe sind Internationale Erbschaftsteuerplanung, Unternehmensnachfolge, Rechtsformwahl, Betriebsvermögen, Doppelbesteuerungsabkommen, Stuttgarter Verfahren sowie Freibeträge.
Die Schweiz dient als Länderbeispiel, bei dem insbesondere die Anwendung der Anrechnungsmethode und die hohen Bewertungswerte (Verkehrswertansatz) der Kantone im Vergleich zum deutschen Erbschaftsteuerrecht analysiert werden.
Aufgrund der derzeitigen Verwaltungspraxis in Österreich, Personengesellschaften als intransparent zu behandeln, ergibt sich bei Investitionen in Österreich oft eine vorteilhafte "Keinmalbesteuerung" auf österreichischer Ebene, die lediglich dem Progressionsvorbehalt in Deutschland unterliegt.
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