Diplomarbeit, 2004
73 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die europäische Wettbewerbspolitik
2.1. Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Wettbewerbspolitik
2.1.1. Die Funktionen des unbeschränkten Wettbewerbs
2.1.2. Die Aufrechterhaltung des Wettbewerbsfunktionen durch eine europaweite Wettbewerbspolitik
2.2. Die europäische Wettbewerbspolitik vor der VO 1/2003
2.2.1. Wettbewerbspolitische Regelungen vor dem 01. Mai 2004
2.2.2. Das Problem der Zuständigkeit zwischen den Institutionen
2.3. Die neue europäische Wettbewerbspolitik nach der VO 1/2003
2.3.1. Neuerungen der Verordnung (EG) Nr. 1/2003
2.3.2. Die Rechtsunsicherheit der beteiligten Unternehmen
3. Das European Competition Network – eine wettbewerbspolitische Analyse
3.1 Das European Competition Network – eine Chance für ein starkes Europa?
3.1.1 Ein Netzwerk der Wettbewerbsbehörden
3.1.2 Wettbewerbspolitische Funktionen und Zielsetzungen des ECN
3.1.3 Notwendigkeiten und Implikationen für ein effizientes Netzwerk der Wettbewerbsbehörden
3.2 Ergebnisse aus wettbewerbspolitischer Sicht
4. Das European Competition Network – eine Analyse im Rahmen der neuen Institutionenökonomik
4.1 Die Ansätze der Neuen Institutionenökonomik
4.1.1. Die Ökonomische Analyse des Rechts
4.1.2. Prinzipal-Agenten-Beziehungen im Behördennetzwerk
4.1.3. Der Ansatz der Transaktionskosten
4.1.4. Der Ansatz der Neuen Politischen Ökonomie
4.1.5. Die Evolution von Institutionen
5. Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht das European Competition Network (ECN) als institutionellen Lösungsansatz für die Probleme der europäischen Wettbewerbspolitik vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung und der VO 1/2003. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob das ECN sowohl aus wettbewerbspolitischer Sicht als auch im Rahmen der Neuen Institutionenökonomik als effiziente und zukunftsfähige Wahl im Kampf gegen europaweite Kartelle bewertet werden kann.
3.1.1 Ein Netzwerk der Wettbewerbsbehörden
Zusätzlich zur VO 1/2003 hat die EK ein so genanntes Modernisierungspaket vorgestellt, das die Umsetzung der VO 1/2003 flankieren soll. Neben den bereits zuvor vorgestellten Neuerungen umfasst das Paket als zentrales Element Regelungen zur Zusammenarbeit der Wettbewerbsbehörden im „Europäischen Wettbewerbsnetzwerk“. Bei diesem Behördennetzwerk muss zwangsläufig die Frage gestellt werden, warum die Mitglieder der EK gerade diese Organisationsform als vorteilhaft und zukunftsfähig erachten. Für die Beantwortung dieser Frage ist es wichtig, die Arbeitsabläufe und Wirkungsmechanismen des Behördennetzwerkes zu beschreiben. Der neue Behördenzusammenschluss muss vorweg als eine Art Forum verstanden werden, bei dem besonders auch auf elektronische Netzwerke zurückgegriffen wird. Die Kommunikation innerhalb des Netzwerkes soll primär auf einer Art Intranet basieren. Dabei sollen sämtliche Mitglieder relevante Daten in ein Laufwerk einpflegen, was es allen anderen Netzwerkmitgliedern erlaubt zeitgleich auf Informationen zuzugreifen.
1. Einleitung: Darstellung der Notwendigkeit einer effizienteren Kooperation zwischen den europäischen Wettbewerbsbehörden im Zuge der EU-Erweiterung und der Einführung der neuen Verordnung (EG) Nr. 1/2003.
2. Die europäische Wettbewerbspolitik: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Wettbewerbspolitik der EU und Aufarbeitung der mit der alten Verordnung verbundenen Koordinationsprobleme und Zuständigkeitsstreitigkeiten.
3. Das European Competition Network – eine wettbewerbspolitische Analyse: Detaillierte Untersuchung des ECN als neues institutionelles Instrument und Bewertung seiner Funktionen und Ziele für ein effizientes Behördennetzwerk.
4. Das European Competition Network – eine Analyse im Rahmen der neuen Institutionenökonomik: Theoretische Fundierung des ECN durch Ansätze der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere unter Einbeziehung der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Transaktionskostentheorie.
5. Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Funktionsfähigkeit des ECN und Einschätzung der weiteren Notwendigkeit von institutionellen Anpassungen zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs in der EU.
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Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse des European Competition Network (ECN) als neues institutionelles System der europäischen Wettbewerbspolitik nach der Einführung der Verordnung (EG) Nr. 1/2003.
Die Arbeit verknüpft wettbewerbspolitische Fragestellungen, wie die Zuständigkeit zwischen nationalen Behörden und der EU-Kommission, mit ökonomischen Theorien der Neuen Institutionenökonomik zur Bewertung der Netzwerkeffizienz.
Ziel ist es zu beurteilen, ob das ECN eine effiziente und zukunftsfähige Organisationsform zur Bekämpfung von Kartellen darstellt, die den Anforderungen eines integrierten europäischen Binnenmarktes gerecht wird.
Der Autor wendet einen theoretischen Analyseansatz an, der insbesondere Konzepte der Neuen Institutionenökonomik wie Transaktionskosten, Prinzipal-Agenten-Beziehungen und den Evolutionsansatz auf das Behördennetzwerk anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine wettbewerbspolitische Bestandsaufnahme der Reform sowie eine tiefergehende ökonomische Analyse des ECN hinsichtlich seiner Arbeitsweise, Informationsvorteile und institutionellen Stabilität.
Kernbegriffe sind das ECN, die VO 1/2003, die Neue Institutionenökonomik, institutionelle Arrangements, Wettbewerbsfunktionen und die Kooperation zwischen nationalen Behörden und der Europäischen Kommission.
Der Autor stellt fest, dass im ECN grundsätzlich Potenzial für Informationsasymmetrien besteht, die als Prinzipal-Agent-Probleme zwischen der Kommission und den nationalen Behörden auftreten können, was durch Kontrollmechanismen stabilisiert werden muss.
Die Theorie verdeutlicht, dass das ECN als hybride Organisationsform geeignet ist, Transaktionskosten – etwa durch effizientere Informationsbündelung und geringere Parallelbearbeitung – signifikant zu senken.
Es wird aufgezeigt, dass der Übergang von einem Anmeldesystem zu einem System der Legalausnahme die Unternehmen in eine neue Verantwortung nimmt und trotz der Schaffung von Leitlinien ein gewisses Maß an Unsicherheit im "schwebenden Zustand" der Compliance bestehen bleibt.
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