Examensarbeit, 2006
87 Seiten, Note: 1,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Das Vaterbild im Wandel der Zeit
2.1 Zur Begrifflichkeit: Das Vaterbild
2.2 Das Vaterbild in der römischen Antike bis zum Mittelalter
2.3 Das Vaterbild im 18. Jahrhundert
2.4 Das Vaterbild im 20. Jahrhundert
2.5 Das aktuelle Vaterbild in der Öffentlichkeit
3 Der Adoleszenzroman
3.1 Definition und Kennzeichen des Adoleszenzromans
3.2 Abgrenzung zu anderen Gattungen
3.3 Der klassische Adoleszenzroman
3.4 Der moderne Adoleszenzroman
3.5 Der postmoderne Adoleszenzroman
4 Inhaltliche Betrachtung der ausgewählten Jugendbücher
4.1 Doing it, Melvin Burgess
4.2 Martyn Pig, Kevin Brooks
4.3 Wir Goonyas, ihr Nungas, Phillip Gwynne
4.4 Ich habe einfach Glück, Alexa Henning von Lange
4.5 Ein Meer dazwischen, eine Welt entfernt, Lensey Namioka
4.6 Prinz William, Maximilian Minsky und ich, Holly-Jane Rahlens
5 Analytische Erfassung des Vaterbildes in exemplarisch ausgewählten Texten
5.1 Das innerfamiliäre Beziehungsmuster
5.2 Die Vater-Kind-Beziehung
5.2.1 Die Vater-Tochter-Beziehung
5.2.1.1 Der väterliche Freund in Prinz William, Maximilian Minsky und ich
5.2.1.2 Der randständige und emotional labile Vater in Ich habe einfach Glück
5.2.1.3 Der tolerante und liberale Vater in Ein Meer dazwischen, eine Welt entfernt
5.2.2 Die Vater-Sohn-Beziehung
5.2.2.1 Der gewalttätige und degenerierte Vater in Martyn Pig
5.2.2.2 Der archetypische und abwesende Vater in Wir Goonyas, ihr Nungas
5.2.2.3 Der traditionelle und zugewandte Vater in Doing it
6 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Vaters in aktuellen Adoleszenzromanen und analysiert, welche Vatertypen in der zeitgenössischen Jugendliteratur präsentiert werden und welche Rolle der Vater im familiären Gefüge der literarischen Handlung einnimmt.
Die Vater-Tochter-Beziehung
Die Vater-Tochter-Beziehung steht im Spannungsfeld zwischen Liebe und Hass, Zustimmung und Ablehnung, Vertrauen und Missvertrauen, Zärtlichkeit und Berührungsangst, Bewunderung und Verachtung. In seinem Verhältnis zur Tochter zeigt sich der Vater in den einzelnen Texten partnerschaftlich, liebevoll, zärtlich, verständnisvoll und engagiert, aber auch emotionslos, hilflos, schwach, desinteressiert und unverbesserlich.
In der Regel sind die Vater-Tochter-Beziehungen wesentlich geringer mit aggressiver Energie besetzt als die Verbindung zwischen Vater und Sohn.
Dementsprechend ist die Vater-Sohn-Beziehung in den ausgewählten Adoleszenzromanen vor allem von Gewalt, Verachtung, Hass und Ignoranz geprägt. Das Verhältnis des Vaters zum Sohn ist meist konfliktbeladen und zerrissen und eine emotionale Vater-Kind-Beziehung nahezu inexistent. Das Pendant dazu bildet der zugewandte Vater, der sich durch emotionale Achtung und Zuwendung seinem Sohn gegenüber auszeichnet.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die aktuelle Väterdiskussion ein und stellt das Forschungsziel dar, den Vater im aktuellen Adoleszenzroman zu untersuchen.
2 Das Vaterbild im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Vaterbildes von der römischen Antike bis zum modernen Verständnis im 21. Jahrhundert.
3 Der Adoleszenzroman: Hier wird der Gattungsbegriff definiert und von anderen Formen wie dem Bildungsroman oder der Jeansliteratur abgegrenzt.
4 Inhaltliche Betrachtung der ausgewählten Jugendbücher: Es erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung der sechs für die Analyse ausgewählten Jugendromane.
5 Analytische Erfassung des Vaterbildes in exemplarisch ausgewählten Texten: Dies ist der Hauptteil, der das innerfamiliäre Gefüge und die spezifischen Vater-Kind-Beziehungen analysiert.
6 Resümee: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Wunschbild des "neuen Vaters" und der literarischen Darstellung aufgezeigt.
Vaterbild, Adoleszenzroman, Vaterschaft, Vater-Kind-Beziehung, Jugendliteratur, Familienkonstellation, Adoleszenz, Erziehungsrolle, Rollenverständnis, Väterlichkeit, Sozialisation, Generationenkonflikt, Identitätsfindung, literarische Analyse, Eltern-Kind-Verhältnis.
Die Arbeit analysiert, wie Väter in aktuellen Adoleszenzromanen der Jahre 2001 bis 2005 dargestellt werden und welche Rolle sie innerhalb der erzählten Familienstrukturen einnehmen.
Im Zentrum stehen der historische Wandel des Vaterbildes, die Definition des Adoleszenzromans sowie die konkrete Ausgestaltung von Vater-Tochter- und Vater-Sohn-Beziehungen in ausgewählten literarischen Texten.
Ziel ist es zu klären, ob sich das öffentlich diskutierte Ideal des "neuen, engagierten Vaters" in der Jugendliteratur widerspiegelt oder ob dort andere Rollenbilder dominieren.
Es handelt sich um eine inhaltsanalytische Erfassung, bei der sechs für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierte Romane hinsichtlich ihres Vaterbildes detailliert untersucht werden.
Der Hauptteil analysiert die innerfamiliären Beziehungsmuster und differenziert dabei tiefgehend zwischen den Vater-Tochter- und Vater-Sohn-Interaktionen in den untersuchten Büchern.
Oftmals fungiert die Mutter als primäre Bezugsperson im Familienalltag, während der Vater häufig als Randfigur oder konflikthafte Gegenfigur dargestellt wird.
Die Vater-Tochter-Beziehung ist oft durch ein enges, emotionales Bündnis oder väterliche Unterstützung gekennzeichnet, kann aber in einigen Fällen auch sehr distanziert und konfliktreich verlaufen.
In den untersuchten Romanen ist diese Beziehung überwiegend von Gewalt, Hass und Distanz geprägt, wobei der Vater oft eine autoritäre oder abwesende Rolle einnimmt.
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