Forschungsarbeit, 2001
19 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Hintergrund
2.1 Fragestellung
2.2 Methodenwahl
3 Durchführung
3.1 Auswahl der Interviewpartner
3.2 Auswahl des Diskussionsortes
3.3 Datenaufzeichnung und Dokumentation
3.4 Auswahl der Fragen
3.4.1 Einleitende Fragen (Eröffnungsfragen)
3.4.2 Fragen zur Kindheit / Erziehung (Hinführungsfragen)
3.4.3 Fragen über Werte (Überleitungsfragen)
3.4.4 Ausländerfragen (Schlüsselfragen)
3.5 Fragenreihenfolge und Aufgabenaufteilung
4 Ergebnisse
4.1 Vorstellung der beteiligten Jugendlichen
4.2 Ausschnitte aus der Gruppendiskussion
5 Fazit
5.1 Fehler bei der Durchführung
5.2 Neue Fragestellung
Die Arbeit untersucht die Relevanz biographischer Hintergründe und sozialer Umfelder bei der Entstehung fremdenfeindlicher oder rechtsextremer Einstellungen bei Jugendlichen. Im Fokus steht dabei die Durchführung und Analyse einer Gruppendiskussion in einer pädagogischen Einrichtung, um zu prüfen, inwieweit das soziale Umfeld als Auslöser für solche Denkstrukturen fungiert.
Ausschnitte aus der Gruppendiskussion
Vorweggenommen sei schon einmal, dass wir bei keinem der Jugendlichen rechtsextreme oder fremdenfeindliche Tendenzen ausmachen konnten. Die einzige, die wohl Erfahrungen auf persönlicher Ebene mit dieser Szene gemacht hat und davon berichtet ist Steffie:
Habt ihr denn schon mal Probleme mit Skinheads gehabt oder mit Rechtsradikalen? Steffie: Also ich wurde dazu gezungen, dort mitzumachen (wie das denn?) Also ich war mit einem Typen zusammen und ich wusste nicht, dass er Skinhead war. Der sah auch nicht so aus. Nach einer Zeit hat er gesagt ich soll mal mit zu ihm kommen und dann kamen dann seine Freunde dorthin und da hab ich mich schon so gedacht, weil die sahen alle so komisch aus. Glatze und so, die Mädchen hatten alle so Frisur mit dem Pony vorne und sonst Glatze. Ja, so Frisur wurde mir dann auch verpasst. Und dann war ich damit drin. Weil der Typ kannte auch meine Oma, und dann kam immer mein Onkel zu Besuch, der war nen Arbeitskollege von dem, und der hat immer zu mir gesagt: „Hallo Steffie, wie geht’s denn so?“ so nach dem Motto: „halt die Klappe, sonst passiert das und das“. Ja, und dann war ich da drin. (Wie lange ging das so?) Bis meine Mutter das geregelt hatte, dass ich von Erfurt wegkomme, also ein Jahr. (Fühltest du dich also eher unterdrückt?) Ja, der konnte alles mit mir machen und irgendwie hat er es immer hingekriegt, dass ich nichts sage. Der hat mich bedroht, das er mich mit nem Messer erstechen würde. Und dann war ich auch einmal dabei, wie er einen Türken mit nem Messer erstochen hat. Und alles mögliche so.
1 Einleitung: Beschreibt das didaktische Ziel des Lehrforschungsprojektes und die Einordnung der Arbeit in einen methodischen Rahmen.
2 Hintergrund: Erörtert theoretische Ansätze zum Zusammenhang zwischen biographischem Hintergrund und fremdenfeindlichen Einstellungen.
3 Durchführung: Dokumentiert die Auswahl der Probanden, des Ortes, der Aufnahmetechnik sowie die Konzeption des Leitfadens.
4 Ergebnisse: Stellt die Teilnehmer kurz vor und analysiert inhaltliche Ausschnitte aus der geführten Diskussion.
5 Fazit: Reflektiert kritisch über die methodischen Fehler und diskutiert die Erkenntnisse hinsichtlich der Fragestellung.
Gruppendiskussion, Jugendforschung, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Qualitative Methode, Sozialisation, Heimerziehung, Transkription, Biographischer Hintergrund, Datenerhebung, Interviewleitfaden, Integration, Gesellschaftsanalyse.
Die Arbeit dokumentiert und analysiert eine Gruppendiskussion, die mit Jugendlichen in einem Erziehungsheim geführt wurde, um deren Einstellung zu rechtsextremen und fremdenfeindlichen Themen zu erforschen.
Die Untersuchung behandelt das Verhältnis von Jugendlichen zur deutschen Kultur, den Umgang mit Ausländern im Alltag, die Bedeutung von Religion sowie die Auswirkungen des sozialen Umfelds auf politische Einstellungen.
Das Hauptziel besteht darin, zu prüfen, ob Jugendliche aus einem, laut Hypothese, "zerrütteten" sozialen Umfeld anfälliger für rechtsextremes Gedankengut sind und welche Faktoren ihre Meinungsbildung beeinflussen.
Es wurde eine Gruppendiskussion nach einer quantitativen Strategie durchgeführt, wobei ein leitfadenbasiertes Interviewverfahren angewendet wurde.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Planung der Untersuchung, der Vorstellung der teilnehmenden Jugendlichen und der Analyse der transkribierten Gesprächsausschnitte hinsichtlich möglicher fremdenfeindlicher Tendenzen.
Wichtige Begriffe sind Gruppendiskussion, Jugendforschung, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Qualitative Methode, Sozialisation und Heimerziehung.
Der Autor hinterfragt kritisch, ob die Heimerziehung als Integrationsmodell fungiert und ob das dortige Zusammenleben zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen Vorurteile abbauen kann.
Der Autor identifiziert mangelnde Erfahrung sowie eine zu hohe Anzahl an Fragen im Leitfaden und eine unvorteilhafte Zeitplanung als Gründe dafür, dass sich kein intensiverer Diskussionsfluss entwickelte.
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