Diplomarbeit, 2003
105 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Motivation der Aufgabenstellung
1.2 Problemstellung und –abgrenzung
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Vorgehensweise
2 Grundlagen: Probleme durch Mikroorganismen
2.1 Schäden in Technik und Industrie
2.2 Gesundheitsgefahren am Beispiel Krankenhausinfektionen
2.2.1 Aktuelle Bedeutung der Thematik
2.2.2 Entstehung und Ursachen von Krankenhausinfektionen
2.2.3 Erreger nosokomialer Infektionen und Resistenzen
2.2.4 Bekämpfung von Krankenhausinfektionen
2.2.5 Reinigung, Desinfektion und Sterilisation
2.3 Zusammenfassung Grundlagen
3 Wirkprinzipien antimikrobieller Materialien
3.1 Entwicklungsstand antimikrobieller Kunststoffadditive
3.2 Triclosan
3.3 Silber
3.3.1 Silber-Zeolith
3.3.2 Nanosilber
3.4 Stand der Wissenschaft
4 Einsatzmöglichkeiten antimikrobieller Materialien
4.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2 Diskussionsgrundlage Oberflächenkeimbelastung
4.3 Nutzenpotential aus technologischer Sicht
4.4 Zusammenfassung Einsatzmöglichkeiten
5 Technische Realisierung der Wirkprinzipien
5.1 Einfluss auf die Materialeigenschaften
5.2 Teilefertigung aus antimikrobiellen Materialien
5.3 Mehrkosten durch technischen Aufwand
6 Konzeption antimikrobieller Produkte
6.1 Grundlage der Produktkonzeption: Die Marktanalyse
6.2 Fertigungsstrategie (Make or Buy)
7 Kritische Reflexion
8 Fazit und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht das Potenzial antimikrobieller Materialien zur Senkung nosokomialer Infektionen in klinischen Umgebungen und entwickelt eine konzeptionelle Grundlage für deren Markteinführung im Kontext medizintechnischer Geräte.
3 Wirkprinzipien antimikrobieller Materialien
Um die Übertragung von Krankheitserregern über Oberflächen auf den Menschen und die damit verbundenen Auswirkungen zu vermeiden oder zu mindern, gibt es -wie bereits beschrieben- bewährte Methoden der Reinigung, Desinfektion bis hin zur Sterilisation. Künstliche Oberflächen innerhalb des Körpers wie Katheter oder Implantate können nicht auf diese Weise behandelt werden. Gerade diese Oberflächen sind jedoch sehr anfällig für bakterielle Besiedlung. Die Bakterien setzen sich aus dem Blut oder bei Kathetern von der Eintrittsstelle kommend auf die unbelebten Oberflächen und bilden einen Biofilm. Körpereigene Abwehrmechanismen sowie injizierte Antibiotika können zwar einzelne Bakterien im Blut oder auf Gewebe zerstören, aber der Biofilm bleibt erhalten. Der Körper reagiert mit einer Entzündung; der Biofilm muss samt künstlicher Oberfläche entfernt werden. Bei Implantaten ist dafür meist eine erneute Operation erforderlich.
Gerade für Katheter gibt es schon länger Bemühungen, die problematische Erstbesiedlung zu verhindern. Durch Imprägnierungen oder Beschichtungen mit antibakteriellen Wirkstoffen sollte verhindert werden, dass sich Bakterien von der Haut bzw. der Eintrittsstelle auf dem Katheter ansiedeln, um somit die beschriebenen Probleme zu verhindern. Zu diesem Thema gibt es sehr viele Studien und Veröffentlichungen mit unterschiedlichen Ergebnissen. Eine kürzlich erschienene Publikation von Prof. Guggenbichler zeigt eine deutliche Senkung katheterassoziierter Infektionen durch den Einsatz eines antimikrobiell ausgestatteten Katheters. Bisher wurden allerdings alle vielversprechenden Ansätze auf diesem Gebiet in der Fachwelt kontrovers diskutiert.
Das Prinzip, Polymere antimikrobiell auszustatten, keine neue Idee der Mediziner.
1 Einleitung: Vorstellung der Aufgabenstellung zur Evaluierung antimikrobieller Materialien für medizintechnische Geräte am Institut für Medizintechnik und Biophysik (IMB).
2 Grundlagen: Probleme durch Mikroorganismen: Darstellung der Risiken durch Mikroorganismen und nosokomiale Infektionen sowie die Bedeutung der hygienischen Reinigung im klinischen Umfeld.
3 Wirkprinzipien antimikrobieller Materialien: Untersuchung der Wirkmechanismen und Anwendungsformen von Triclosan und verschiedenen Silber-Modifikationen (Silber-Zeolith, Nanosilber).
4 Einsatzmöglichkeiten antimikrobieller Materialien: Analyse der klinischen Anwendbarkeit und des Zusatznutzens antimikrobieller Oberflächen unter Berücksichtigung rechtlicher und hygienischer Rahmenbedingungen.
5 Technische Realisierung der Wirkprinzipien: Betrachtung der fertigungstechnischen Integration, der Materialeigenschaften und der anfallenden Mehrkosten bei der Herstellung antimikrobieller Bauteile.
6 Konzeption antimikrobieller Produkte: Erörterung der Marktbedingungen, Kundenanforderungen und strategische Entscheidungshilfen zwischen Eigen- und Fremdfertigung.
7 Kritische Reflexion: Zusammenfassende Bewertung der Zielerreichung und der erkannten Schwierigkeiten bei der praktischen Implementierung.
8 Fazit und Ausblick: Schlussfolgerung über die technische Machbarkeit und Empfehlung zur weiteren praxisorientierten Erforschung der Technologie.
Antimikrobielle Materialien, Krankenhausinfektionen, Nosokomiale Infektionen, Triclosan, Silber, Silber-Zeolith, Nanosilber, Biofilm, Hygiene, Flächendesinfektion, Medizinproduktegesetz, MRSA, Resistenzbildung, Kunststoffadditive, Oberflächenkontamination
Die Arbeit bewertet den aktuellen Entwicklungsstand antimikrobieller Materialien, um deren Nutzenpotenzial und die Möglichkeiten einer Markteinführung für klinische Geräte am IMB zu bestimmen.
Es verknüpft die Bereiche Mikrobiologie, klinische Hygiene, Kunststofftechnik, Werkstoffprüfung und Betriebswirtschaft, um einen ganzheitlichen Überblick zu geben.
Die Arbeit fragt nach der Wirksamkeit von Additiven, dem Einfluss auf Materialeigenschaften, den Kostenfaktoren und der Akzeptanz der Technologie durch medizinisches Fachpersonal.
Es erfolgt eine umfassende Literaturrecherche und Evaluation internationaler Studienergebnisse, ergänzt durch eine betriebswirtschaftliche Kalkulation und technische Machbarkeitsanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen der mikrobiellen Probleme, Wirkungsweisen von Additiven, Anwendungsstrategien im klinischen Umfeld sowie technische und ökonomische Aspekte der Realisierung.
Klinische Hygiene, antimikrobielle Oberflächen, Nosokomiale Infektionen, Resistenzproblematik, Kunststofftechnik, Wirkprinzipien von Additiven.
Diese beiden Wirkstoffe stellen die aktuell am häufigsten untersuchten und eingesetzten Mittel dar, um Materialien antimikrobiell auszurüsten, wobei ihre jeweiligen Vor- und Nachteile ausführlich verglichen werden.
Laut der Arbeit begegnen viele Experten der Technologie mit Skepsis, da klinische Nachweise fehlen und die Befürchtung vor einer Resistenzinduktion durch ständige Wirkstofffreisetzung besteht.
Durch die Fallpauschalen verbleibt das finanzielle Risiko nosokomialer Infektionen verstärkt beim Krankenhaus, was Investitionen in präventive Technologien wie antimikrobielle Oberflächen wirtschaftlich attraktiver macht.
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