Diplomarbeit, 2006
95 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Themenabgrenzung
1.3 Gang der Arbeit
2 Emissionshandel
2.1 Grundprinzip des Emissionshandels
2.2 Gesetzlicher Rahmen
2.2.1 Kyoto-Protokoll
2.2.2 EU-Richtlinie
2.2.3 Nationaler Allokationsplan
2.2.4 Umsetzung der EU-Richtlinie in Deutschland
2.3 Zuteilung und Löschung von Emissionszertifikaten
2.3.1 Bestandsanlagen
2.3.2 Zusätzliche Neuanlagen und Neuanlagen als Ersatzanlagen
2.4 Banking und Borrowing
2.5 Handel mit Emissionszertifikaten
2.6 Wettbewerbsverzerrung durch Emissionszertifikate
3 Bilanzierung nach deutschem Recht
3.1 Bilanzierung der Emissionszertifikate
3.1.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit
3.1.1.1 Handelsrecht
3.1.1.2 Steuerrecht
3.1.2 Ausweis
3.1.2.1 Handelsrecht
3.1.2.2 Steuerrecht
3.1.3 Ansatz
3.1.3.1 Handelsrecht
3.1.3.2 Steuerrecht
3.1.4 Erstbewertung für unentgeltlich erworbene Zertifikate
3.1.4.1 Zuteilung als Anschaffungsvorgang
3.1.4.2 Handelsrecht
3.1.4.2.1 Bewertung zum Erinnerungswert
3.1.4.2.2 Bewertung zum Zeitwert mit passivem Abgrenzungsposten
3.1.4.3 Steuerrecht
3.1.5 Erstbewertung für entgeltlich erworbene Zertifikate
3.1.5.1 Handelsrecht
3.1.5.2 Steuerrecht
3.1.6 Folgebewertung
3.1.6.1 Handelsrecht
3.1.6.1.1 Kalenderjahr entspricht Wirtschaftsjahr
3.1.6.1.2 Kalenderjahr entspricht nicht Wirtschaftsjahr
3.1.6.2 Steuerrecht
3.1.7 Bewertungsvereinfachungsmethoden
3.1.7.1 Handelsrecht
3.1.7.2 Steuerrecht
3.2 Veräußerung der Emissionszertifikate
3.2.1 Handelsrecht
3.2.2 Steuerrecht
3.3 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat
3.3.1 Ausweis und Ansatz der Abgabeverpflichtung
3.3.1.1 Handelsrecht
3.3.1.2 Steuerrecht
3.3.1.2.1 Ausreichend Emissionszertifikate zur Erfüllung der Abgabeverpflichtung vorhanden
3.3.1.2.2 Nicht ausreichend Emissionszertifikate zur Erfüllung der Abgabepflicht vorhanden
3.3.2 Bewertung der Abgabeverpflichtung
3.3.2.1 Handelsrecht
3.3.2.2 Steuerrecht
3.3.2.2.1 Ausreichend Emissionszertifikate zur Erfüllung der Abgabeverpflichtung vorhanden
3.3.2.2.2 Nicht ausreichend Emissionszertifikate zur Erfüllung der Abgabepflicht vorhanden
3.4 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen
3.5 Angaben im Anhang und Lagebericht
3.6 Zwischenergebnis
4 Bilanzierung nach IAS/IFRS
4.1 Bilanzierung der Emissionszertifikate
4.1.1 Klassifizierung der Emissionszertifikate
4.1.1.1 Definition
4.1.1.2 Ansatz
4.1.2 Erstbewertung für unentgeltlich erworbene Zertifikate
4.1.2.1 IAS 38/20 mit Erinnerungswert
4.1.2.2 IFRIC 3 und passiver Abgrenzungsposten
4.1.3 Erstbewertung für entgeltlich erworbene Zertifikate
4.1.4 Folgebewertung
4.1.4.1 IAS 38/20 mit Erinnerungswert
4.1.4.2 IFRIC 3 und passiver Abgrenzungsposten
4.1.5 Bewertungsvereinfachungsmethoden
4.2 Veräußerung der Emissionszertifikate
4.3 Bilanzierung der Abgabeverpflichtung an den Staat
4.4 Bilanzierung von erwarteten Sanktionen
4.5 Anhang und Lagebericht
4.6 Ablehnung des IFRIC 3 und Ausblick
4.7 Reaktion des IASB
4.8 Mögliche Alternativen der Bilanzierung
4.8.1 Full-Fair-Value-Approach
4.8.2 Änderung von IAS 32/39
4.8.3 Bilanzierung in Anlehnung an US-GAAP
4.8.4 Unit-of-Pollution-Methode
4.9 Bilanzierung in der Praxis
4.10 Zwischenergebnis
5 Exkurs
5.1 Auswirkung auf das Rating
5.2 Risiken des Abschlussprüfers
5.2.1 IDW PS 210 - Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung
5.2.2 IDW PS 230 - Erforderliche Kenntnisse über das zu prüfende Unternehmen
5.2.3 IDW PS 322 - Verwertung der Arbeit von Sachverständigen
5.3 Einfluss auf den Unternehmenswert
5.4 Auswirkungen auf das interne Rechnungswesen
5.4.1 Emissionszertifikate in der Kostenrechnung
5.4.2 Auswirkung auf die Absatzpreise
6 Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die bilanzielle Behandlung und Bewertung von Emissionszertifikaten im Jahresabschluss zu untersuchen und zu klären, da der Emissionshandel zwar die interne und externe Rechnungslegung maßgeblich beeinflusst, die bilanzielle Behandlung jedoch komplex und nicht abschließend geklärt ist.
1.1 Problemstellung
Zuteilung, Abgabe und Handel von Emissionszertifikaten stellen bei den betroffenen Unternehmen Geschäftsvorfälle dar und müssen daher im Rechnungswesen abgebildet werden. Obwohl der Emissionshandel in starkem Maße die interne und externe Rechnungslegung beeinflusst, ist noch nicht abschließend geklärt, wie Emissionszertifikate bilanziell zu behandeln sind.
Die Komplexität des Themas stellt nicht nur für die betroffenen Unternehmen eine Herausforderung dar. Auch die nationalen und internationalen Standardsetter der Rechnungslegung haben Schwierigkeiten, eine stimmige Lösung zu finden. Trotz langer Kritik am Entwurf hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) am 1.3.2006 den Standard IDW RS HFA 15 verabschiedet. Die ertragsteuerliche Behandlung wurde durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) am 6.12.2005 endgültig geklärt. Vorausgegangen waren jedoch zwei heftig kritisierte Entwürfe. Trotz Annäherung an den IDW Standard bestehen zwischen der handelsrechtlichen und der ertragsteuerlichen Behandlung erhebliche Unterschiede.
Auch das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) des International Accounting Standard Board (IASB) sah sich bereits im Vorfeld der Verabschiedung des Entwurfs IFRIC D1 starker Kritik ausgesetzt. Trotz der breiten Ablehnung wurde am 2.12.2004 die Interpretation zur Bilanzierung der Emissionsrechte nach IAS/IFRS, IFRIC 3 verabschiedet. Die ablehnende Haltung der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) führte aber schließlich zu einem Umdenken beim IASB. Als Folge wurde die Interpretation IFRIC 3 am 23.6.2005 wieder zurückgezogen. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende globale Klimaproblematik sowie den Emissionshandel als zentrales Instrument und formuliert die Problemstellung bezüglich der bilanziellen Behandlung von Zertifikaten.
2 Emissionshandel: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise des "cap and trade"-Systems sowie den gesetzlichen Rahmen auf internationaler und nationaler Ebene, einschließlich Zuteilungs- und Handelsregeln.
3 Bilanzierung nach deutschem Recht: Das Kapitel vergleicht die Bilanzierung von Emissionszertifikaten und der Abgabeverpflichtung nach Handels- und Steuerrecht, wobei insbesondere die Bewertungsansätze diskutiert werden.
4 Bilanzierung nach IAS/IFRS: Hier wird die bilanzielle Behandlung von Zertifikaten unter IFRS betrachtet, inklusive der Diskussion um die zurückgezogene Interpretation IFRIC 3 sowie möglicher Alternativen.
5 Exkurs: Dieser Teil beleuchtet weiterführende Auswirkungen, wie den Einfluss auf das Unternehmensrating, Risiken für den Abschlussprüfer sowie Konsequenzen für die Kostenrechnung und Absatzpreise.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der bilanziellen Behandlung zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des Emissionshandels.
Emissionshandel, Emissionszertifikate, Bilanzierung, Handelsrecht, Steuerrecht, IAS, IFRS, IFRIC 3, Abgabeverpflichtung, Bewertung, Rückstellung, Unternehmensrating, Kostenrechnung, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll
Die Arbeit behandelt die komplexen Herausforderungen bei der bilanziellen Erfassung und Bewertung von Emissionszertifikaten im Rahmen des Emissionshandels in deutschen Unternehmen.
Die zentralen Themen umfassen den rechtlichen Rahmen des Emissionshandels, die handels- und steuerrechtliche Bilanzierung sowie die internationale Behandlung nach IAS/IFRS.
Das Ziel ist es, die derzeitige bilanzielle Behandlung und Bewertung der Zertifikate kritisch zu analysieren und die Unterschiede zwischen den Regelungswerken aufzuzeigen.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse gesetzlicher Regelungen, Interpretationen von Standardsettern wie dem IDW und dem IASB sowie die Auswertung relevanter Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert detailliert den Ausweis, die Erst- und Folgebewertung von Zertifikaten sowie die Bilanzierung der Abgabeverpflichtungen sowohl nach HGB als auch nach IFRS.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Emissionshandel, Bilanzierung, IFRS, HGB, Abgabeverpflichtung und Bewertung charakterisieren.
Die Komplexität ergibt sich aus der Unsicherheit bei der Bewertung (z.B. Zeitwert vs. Erinnerungswert), der Notwendigkeit einer korrespondierenden Bildung von Rückstellungen oder Abgrenzungsposten und dem Fehlen einer einheitlich akzeptierten internationalen Lösung.
Durch die Bildung von Sonderposten bei der Bewertung zum Zeitwert kann sich die Bilanzsumme erhöhen, was bei gleichbleibendem Eigenkapital zu einer sinkenden Eigenkapitalquote und somit potenziell zu einem schlechteren Rating führt.
Seit der Rücknahme der Interpretation IFRIC 3 müssen Unternehmen nach IAS 1.22 nach eigenem Ermessen bilanzieren, orientieren sich dabei jedoch häufig an Branchenpraktiken oder weiterhin an der prinzipiellen Vorgehensweise des IFRIC 3.
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