Magisterarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Tarantino: Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent
2. Zeitliche Abläufe in den Filmen und Drehbüchern Tarantinos
3. Figuren
3.1. Pärchen – romantischer Tarantino?
3.2. Konstellationen
3.3. Entliehende Charaktere
4. Narration
4.1. Shock transitions
4.2. Dialoge und Monologe
4.3. Genreanleihen
4.4. Zitate
4.5. Gewalt und Blut
4.6. Humor
4.7. Spannung
4.8. Die Musik
4.8.1. Literaturverfilmung Jackie Brown
4.9. Anleihen an Theater und Roman
4.10. Titel
4.11. Filmtechnische Finessen
4.11.1. Die Kameraführung
4.11.2. Anordungen
4.11.3. Split screen
4.11.4. Spezielle Perspektiven - der subjektive Blickwinkel der Kamera
4.11.5. Formate
4.11.6. Visuelle Effekte
4.11.7. Die Tonspur
4.12. Räume
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die charakteristischen Erzählmethoden in den Filmen und Drehbüchern von Quentin Tarantino. Ziel ist es, die filmspezifischen Narrationsformen, den Umgang mit zeitlichen Abläufen sowie die Charaktergestaltung zu analysieren, um Tarantinos unverwechselbare Handschrift und deren Entwicklung im Laufe seines Schaffens freizulegen.
4.2. Dialoge und Monologe
Eine Spezialität Tarantinos in seinen Filmen und Drehbüchern sind sowohl die Dialoge als auch die Monologe. Tarantinos Figuren unterhalten sich über Trivialitäten, über Banalitäten, erzählen von ihren Vorlieben und ihren Meinungen. Die Charaktere sprechen wie „normale“ Menschen. Tarantino selbst sagt dazu: „Ich nehme Genre Charaktere und Genre-Situationen und gebe ihnen lebensechte Wendungen. Ich helfe ihnen wie reale Leute zu klingen, wie meine Freunde und ich und andere. Ich lasse sie Anspielungen machen, wie jeder sie benutzt, aber nicht unbedingt Film-Charaktere. Sie sprechen über anderen Scheiß als nicht nur die Handlung. Die meisten von uns sprechen nicht über die Handlung in ihrem Leben. Wir sprechen über alles und wir sprechen über Bullshit. Und wir sprechen über Dinge, die uns interessieren. Gangster sprechen nicht über Zeugs, dass mit der „Gangster-Handlung“ zu tun hat. Und polieren nur über ihre Kugeln und sprechen über diesen oder jenen Mörder.(...) Sie reden über einfaches Zeugs ...“
Manchmal sprechen Tarantinos Charaktere auch in Phrasen oder Plattitüden, dann erfüllt dies einen besonderen Zweck. Kein Dialog, kein Monolog dient einfach dazu Filmzeit auszufüllen. Sowohl die Dialoge als auch die Monologe in Tarantinos Filmen haben festgelegte Funktionen. Zum einen dienen sie, wie bereits dargelegt, als Kontrast zu den shock transitions, doch das ist nur eine ihrer Funktionen. Die zweite Funktion dient der Definition der Figuren und ihren Beziehungen zueinander.
Einleitung: Vorstellung von Quentin Tarantino als Regisseur und Drehbuchautor sowie Definition des Rahmens und der Ziele dieser Filmanalyse.
1. Tarantino: Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent: Kurzbiografie und Darstellung des künstlerischen Werdegangs von den Anfängen in der Videothek bis zum internationalen Erfolg.
2. Zeitliche Abläufe in den Filmen und Drehbüchern Tarantinos: Untersuchung der nicht-chronologischen Erzählweise und der dramaturgischen Funktion von Rückblenden und Zeitsprüngen.
3. Figuren: Analyse der Charaktergestaltung und der künstlich wirkenden, aber dennoch glaubhaften Figuren innerhalb des Tarantino-Universums.
4. Narration: Detaillierte Betrachtung der narrativen Strategien, einschließlich Schock-Übergängen, Dialogen, Genreanleihen, Zitaten, Gewalt, Humor, Spannung, Musik, Titeln und technischer Finessen.
5. Zusammenfassung: Fazit zur Arbeitsweise Tarantinos und Einordnung seiner filmischen Handschrift im Kontext der Filmgeschichte.
Quentin Tarantino, Filmregie, Drehbuch, Narrationsformen, Genreanleihen, Pulp Fiction, Reservoir Dogs, Zeitstruktur, Charakterkonstellation, Filmanalyse, Gewalt im Film, Filmzitate, Dialogführung, Postmoderne, Filmtechnik.
Die Hausarbeit widmet sich der systematischen Untersuchung der charakteristischen Erzähl- und Inszenierungsweisen von Quentin Tarantino in seinen Filmen und Drehbüchern.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere der zeitliche Aufbau, die Charaktergestaltung, der Einsatz von Musik, Gewalt sowie die narrativen Strategien wie Dialoge und Genreanleihen.
Ziel ist es, die spezifischen Methoden Tarantinos zu identifizieren, die seine Filme als „tarantinoesk“ erkennbar machen, und deren Funktion für die Dramaturgie aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer filmwissenschaftlichen Analyse, die den Text des Autors mit filmtheoretischen Erkenntnissen (z.B. von Nagel, Seeßlen, Hickethier) vergleicht und durch Filmanalysen der Werke belegt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit narrativen Techniken (Schock-Übergänge, Dialoge), genretypischen Zitaten, der Funktion von Gewalt, Humor, Spannung, Musik und filmtechnischen Aspekten wie der Kameraführung.
Besonders prägend sind Begriffe wie „Rollenversagen“, „Zeitverhedderung“, „Schock-Übergänge“, „Genreanleihen“ und die „Ironisierung“ von Konventionen.
Laut der Arbeit dienen diese Räume häufig als Auslöser für dramatische Wendepunkte (Plot Points) und zur räumlichen Distanzierung oder Intimisierung der Charaktere in Konfliktsituationen.
Gewalt wird nicht als Selbstzweck, sondern als ästhetisches und dramaturgisches Mittel interpretiert, das oft durch humoristische oder groteske Kontraste ironisiert wird.
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