Diplomarbeit, 2006
122 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Verhältnis des Heiligen Stuhls zum Nationalsozialismus
2.1 Die Haltung des Heiligen Stuhls gegenüber der Nationalsozialistischen Bewegung
2.1.1 Die Anfangsjahre der NSDAP bis zur Reichstagswahl vom 14. September 1930
2.1.2 Die NSDAP als ernstzunehmende politische Kraft
2.1.3 Die Entwicklungen nach dem Regierungsantritt Hitlers
2.2 Das Reichskonkordat vom 20. Juli 1933
2.2.1 Die Bemühungen um ein Reichskonkordat vor der Machtübernahme Hitlers
2.2.2 Die Verhandlungen über ein Reichskonkordat im Jahre 1933
2.2.3 Die Ergebnisse des Reichskonkordats
2.2.4 Die Entwicklungen nach dem Reichskonkordat
2.3 Die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ vom 14. März 1937
2.3.1 Die Entstehung der Enzyklika
2.2.3 Der Inhalt der Enzyklika
2.3.3 Die Wirkung der Enzyklika
3. Das Verhältnis des deutschen Episkopats zum Nationalsozialismus
3.1 Die Haltung des deutschen Episkopats gegenüber der Nationalsozialistischen Bewegung
3.1.1 Die Jahre bis zur Reichstagswahl am 05. März 1933
3.1.2 Der deutsche Episkopat bis zum Vorabend des Zweiten Weltkrieges
3.1.3 Der deutsche Episkopat und der Beginn des Zweiten Weltkrieges
3.2 Kardinal Clemens August Graf von Galen
3.2.1 Biografie: Clemens August Graf von Galen
3.2.2 Das Wirken des Bischofs Clemens August Graf von Galen im Dritten Reich bis 1939
4. Die nationalsozialistischen Maßnahmen zur Entkirchlichung und Entchristlichung der deutschen Gesellschaft
4.1 Die Zerschlagung des Politischen Katholizismus
4.1.1 Die Bedeutung des Politischen Katholizismus
4.1.2 Die Gründe für die Zerschlagung des Politischen Katholizismus
4.1.3 Der zeitliche Ablauf der Zerschlagung
4.2 Die Zurückdrängung und das Verbot der katholischen Verbände und Presse
4.2.1 Das Ende der katholischen Verbände
4.2.2 Die Ausschaltung der katholischen Presse
4.3 Die Entchristlichung der Jugend durch die nationalsozialistische Erziehung
4.3.1 Das Ringen um die schulische Erziehung
4.3.2 Die Hitlerjugend und die katholische Verbandsjugend
4.4 Exkurs: Die Nationalsozialistische Ersatzreligion, verdeutlicht am Beispiel des Films „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl
4.4.1 Biografie: Leni Riefenstahl
4.4.2 Die Reichsparteitage der NSDAP
4.4.3 Die Analyse des Films „Triumph des Willens“
5. Exkurs: Die Katholische Kirche und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Katholischen Kirche zum Nationalsozialismus im Zeitraum von den Anfängen der Bewegung bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Ziel ist es, die Bandbreite an Ansätzen – von Widerstand über Selbstbehauptung bis hin zur Anpassung – differenziert zu analysieren und ein objektives Urteil über das Handeln der Kirche und ihrer Würdenträger zu fällen.
2.2.1 Die Bemühungen um ein Reichskonkordat vor der Machtübernahme Hitlers
Bereits im August 1919 versuchte der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) durch einen Besuch beim Berliner Apostolischen Nuntius Eugenio Pacelli Vorbedingungen für gute Beziehungen zum Vatikan zu schaffen. Er hoffte, die Katholische Kirche im Hinblick auf deutsche staatliche Interessen gewinnen zu können. Gute Beziehungen zum Reich waren auch für den Heiligen Stuhl erstrebenswert, da die römische Kurie den in Deutschland immer noch spürbaren Nachwirkungen des Kulturkampfes entgegenwirken wollte. Als unmittelbare Folge der Ebertschen Bemühungen wurde die Errichtung einer deutschen Botschaft beim Vatikan beschlossen und der damalige Reichsaußenminister Hermann Müller (SPD) befürwortete schon zu jenem frühen Zeitpunkt ein Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan.
Doch ehe es zu einem solchen Vertragsabschluss auf Reichsebene kommen sollte, unterzeichneten die deutschen Staaten Bayern (1925), Preußen (1929) und Baden (1932) ihrerseits Länderkonkordate. Diese waren gewiss beachtlich, konnten aber andererseits das Fehlen eines Reichskonkordates nicht verdecken. Eugenio Pacelli, der auch nach seiner Berufung vom Apostolischen Nuntius in Berlin zum Kardinalstaatssekretär am 07. Februar 1930 die Verhandlungen mit Baden weiterleitete und schließlich zum Abschluss brachte, konnte jedoch „sein größtes Ziel, ein Konkordat mit dem Deutschen Reich“ bis zu diesem Zeitpunkt nicht erreichen. Für ein solches sollten die Lateranverträge, die der Vatikan am 11. Februar 1929 mit dem faschistischen Italien geschlossenen hatte, das „große Vorbild“ sein. Darin hatte sich einerseits die Kirche dazu bereit erklärt, ihren politischen Einfluss zurückzunehmen, andererseits machte der faschistische Staat Zugeständnisse, welche die juristische Absicherung der Kirche als selbstständigen Rechtsträger und die Berücksichtigung bestimmter kirchlicher Interessen enthielten.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die internationale Resonanz auf die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst und umreißt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich des Verhältnisses der Katholischen Kirche zum Nationalsozialismus.
2. Das Verhältnis des Heiligen Stuhls zum Nationalsozialismus: Dieses Kapitel analysiert die vatikanische Strategie gegenüber dem NS-Regime, insbesondere im Kontext des Reichskonkordats und der Enzyklika „Mit brennender Sorge“.
3. Das Verhältnis des deutschen Episkopats zum Nationalsozialismus: Hier wird die heterogene Haltung der deutschen Bischöfe sowie die Rolle von Kardinal von Galen im Dritten Reich bis 1939 detailliert beleuchtet.
4. Die nationalsozialistischen Maßnahmen zur Entkirchlichung und Entchristlichung der deutschen Gesellschaft: Das Kapitel beschreibt die systematische Zerschlagung politischer, medialer und verbandlicher Strukturen des Katholizismus sowie die NS-Versuche, die Jugend zu vereinnahmen.
5. Exkurs: Die Katholische Kirche und der Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Dieser Abschnitt ordnet das Handeln der Kirche in ein wissenschaftliches Stufenmodell des Widerstands ein.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit bewertet die im Hauptteil gewonnenen Erkenntnisse und bewertet das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand kritisch.
Katholische Kirche, Nationalsozialismus, Reichskonkordat, deutscher Episkopat, Clemens August Graf von Galen, Widerstand, Entkirchlichung, Entchristlichung, Zentrumspartei, Pius XI., Mit brennender Sorge, Leni Riefenstahl, Triumph des Willens, Jugendverbände, Kirchenkampf.
Die Diplomarbeit untersucht das Verhalten und die Positionierung der Katholischen Kirche gegenüber dem nationalsozialistischen Regime von dessen Anfängen bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
Zentrale Felder sind die Diplomatie des Vatikans, das Abstimmungsverhalten des deutschen Episkopats, die Auswirkungen nationalsozialistischer Repressionsmaßnahmen auf katholische Organisationen sowie die Rolle der katholischen Presse und Jugendverbände.
Ziel ist es, die Bandbreite der kirchlichen Reaktionen – von der versuchten Selbstbehauptung über taktische Anpassung bis hin zum punktuellen Widerstand – neutral zu dokumentieren und historisch einzuordnen.
Der Verfasser führt eine umfassende Literaturanalyse durch und zieht kirchliche sowie staatliche Dokumente heran, um das Handeln der kirchlichen Akteure im historischen Kontext zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Heiligen Stuhls, des deutschen Episkopats sowie der gezielten NS-Maßnahmen zur Entchristlichung der deutschen Gesellschaft durch die Zerschlagung politischer und zivilgesellschaftlicher katholischer Strukturen.
Zu den prägenden Begriffen gehören Konkordat, Widerstand, Gleichschaltung, Kirchenkampf, Totalitätsanspruch und das päpstliche Rundschreiben „Mit brennender Sorge“.
Er wird als exponierte Figur des Widerstands analysiert, wobei auch seine national-konservative Prägung und die Grenzen seines Protests kritisch gewürdigt werden.
Das Konkordat wird als Versuch der römischen Kurie interpretiert, einen völkerrechtlichen Schutzwall für die Kirche zu errichten, der jedoch angesichts des totalitären Charakters des NS-Staates weitgehend scheiterte.
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