Diplomarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 1,7
1 Empirische Befunde – Daten zum Schulabsentismus
1.1 Art und Häufigkeit der Verweigerung im Freistaat Sachsen
1.1.1 Abhängigkeit von der Schulart
1.1.2 Abhängigkeit vom Geschlecht
1.1.3 Abhängigkeit zur Klassenstufe
1.1.4 Abhängigkeit von der sozialen Herkunft
1.2 Art und Häufigkeit der Verweigerung in Chemnitz
2 Erscheinungsformen
3 Ursachen, die die Schulverweigerung begünstigen – Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze
3.1 Individuelle Ursachen
3.2 Ursachen in der Familie
3.3 Ursachen in der Schule
3.3.1 Integrationsprobleme
3.3.2 Schüler-Lehrer-Interakion
3.3.3 Eltern-Lehrer-Interaktion
3.4 Gesellschaftliche Ursachen
3.4.1 Schulpolitische Rahmenbedingungen
3.4.2 Leistungsgesellschaft
3.5 Ursachen aus der peer-group
4 Interventionsmöglichkeiten
4.1 Empowerment-Konzepte als elternzentrierte Angebote bei Schulverweigerung
4.2 Lehrerverhalten
4.2.1 Unterrichtsgestaltung
4.2.2 Integration in die Klasse
4.3 Schulorganisatorische Möglichkeiten
4.3.1 Erhöhung der Motivation zum Schulbesuch
4.3.2 Ganztagsangebot
4.4 Schulsozialarbeit
4.5 Schulverweigerer-Projekte
5 Praxisbeispiel: Paul als Schulverweigerer im Projekt WERK-STATT-SCHULE
5.1 Der Jugendliche Paul
5.2 Paul in der Wohngemeinschaft
5.3 Mögliche Ursachen der Schulverweigerung
5.4 Interventionsmöglichkeit: Das Projekt WERK-STATT-SCHULE
5.4.1 Projektbeschreibung
5.4.2 Interaktion: Paul – Projekt – Jugendwohngemeinschaft
6 Sozialpädagogische Möglichkeiten, bei Kindern und Jugendlichen in stationärer Einrichtung der Jugendhilfe Schulverweigerung zu verhindern
6.1 Sozialpädagogisches Verständnis der Schulverweigerung
6.2 Die Arbeit mit schulverweigernden Kindern und Jugendlichen am Beispiel von Paul
6.3 Die Aufgaben der Einrichtung
7 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die Ursachen von Schulverweigerung bei Kindern und Jugendlichen und analysiert effektive Interventionsmöglichkeiten, insbesondere im sozialpädagogischen Kontext stationärer Einrichtungen, anhand eines Praxisbeispiels.
3.2 Ursachen in der Familie
Die Haltung der Erziehungsberechtigten stellt eine zentrale Ursache für Schulverweigerung dar.
„Für das Funktionieren in der Schülerrolle, für die „Schulfähigkeit“ (Leistungsmotivation, Ich-Kontrolle, Einordnung, Planungsbereitschaft, Frustrationstoleranz, Selbstdisziplin ect.) ist es unverzichtbar, sich auch außerschulisch auf entsprechende Leitbilder bzw. Identifikationsmodelle beziehen zu können. Auf eine solche gesellschaftliche und familiale Basis können viele junge Menschen nicht bauen. Damit Eltern ihre Kinder (auch schulbezogen) vorbildhaft stützen und motivieren können, brauchen sie ein sicheres, genügendes Einkommen und ausreichenden Wohnraum, Gesundheit und Erholungsmöglichkeiten, kognitive und soziale Kompetenzen, gesellschaftliche Anerkennung und Selbstvertrauen. Bewältigungsmöglichkeiten für schwierige Lagen gehen nicht unabhängig voneinander verloren. Häufig zieht ein Problem das nächste nach sich, verstärken sich Schwierigkeiten wechselseitig und verfestigen sich über die Jahre zu Ausweglosigkeit, Versagenserleben und Stigmatisierung“ (Thimm: Schulverweigerung, S. 216).
Schulverweigerung wird umso wahrscheinlicher, je mehr es in den Familien an soziokulturellen Ressourcen mangelt. Thimm ist der Meinung, dass immer noch „… die soziale Herkunft – gemessen am Beruf des Haushaltsvorstandes – [hat] wohl die bedeutendste prognostische Größe für den schulischen Erfolg“ (ebenda, S. 216).
1 Empirische Befunde – Daten zum Schulabsentismus: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Ausmaß an unentschuldigtem Fehlen in sächsischen Schulen und analysiert den Absentismus nach verschiedenen Kriterien wie Schulform, Geschlecht und Klassenstufe.
2 Erscheinungsformen: Hier werden verschiedene Formen und Begriffe der Schulverweigerung definiert, um eine systematische Grundlage für die nachfolgenden Analysen der Arbeit zu schaffen.
3 Ursachen, die die Schulverweigerung begünstigen – Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze: Dieses Kapitel analysiert multifaktorielle Gründe für Schulverweigerung, unterteilt in individuelle, familiäre, schulische und gesellschaftliche Aspekte sowie Einflüsse der Peer-Group.
4 Interventionsmöglichkeiten: Hier werden präventive und intervenierende Ansätze diskutiert, die auf eine Reintegration von Schulverweigerern in den Schulalltag abzielen und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure betonen.
5 Praxisbeispiel: Paul als Schulverweigerer im Projekt WERK-STATT-SCHULE: Dieses Kapitel stellt einen Einzelfall eines Jugendlichen vor, beleuchtet seine persönliche Entwicklung sowie Interaktionen mit dem Projekt WERK-STATT-SCHULE und seiner Wohngemeinschaft.
6 Sozialpädagogische Möglichkeiten, bei Kindern und Jugendlichen in stationärer Einrichtung der Jugendhilfe Schulverweigerung zu verhindern: Dieser Teil erörtert konkrete sozialpädagogische Strategien in stationären Einrichtungen, um Schulverweigerung entgegenzuwirken und den Jugendlichen bei ihrer schulischen sowie sozialen Entwicklung zu unterstützen.
7 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert über den zukünftigen Umgang mit der Problematik der Schulverweigerung.
Schulverweigerung, Schulabsentismus, Sozialpädagogik, Interventionsmöglichkeiten, stationäre Jugendhilfe, Erziehung, Empowerment, Schulpflicht, Schüler-Lehrer-Interaktion, Familienbiografien, Leistungsgesellschaft, Reintegration, soziale Kompetenz, Erlebnispädagogik, Prävention
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulverweigerung bei Kindern und Jugendlichen und untersucht deren Ursachen sowie konkrete Interventionsmöglichkeiten zur Reintegration.
Die Schwerpunkte liegen auf der empirischen Erfassung des Absentismus, den Ursachen in unterschiedlichen Lebensbereichen (Familie, Schule, Gesellschaft) und der Rolle der Sozialpädagogik in der stationären Jugendhilfe.
Ziel ist es, das komplexe Ursachengefüge von Schulverweigerung zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um betroffene Jugendliche in den Schulprozess zurückzuführen.
Es handelt sich um eine Literaturanalyse kombiniert mit einer Fallstudie eines Jugendlichen, der in einer stationären Einrichtung betreut wird und ein spezielles Schulverweigerer-Projekt besucht.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Ursachenmodellen verschiedene Interventionskonzepte wie Empowerment und erlebnispädagogische Ansätze sowie deren Umsetzung im Praxisbeispiel beschrieben.
Wichtige Begriffe sind Schulverweigerung, Sozialpädagogik, stationäre Jugendhilfe, Empowerment, Absentismus und schulische Reintegration.
Die Arbeit verdeutlicht, dass familiäre Stabilität, Erziehungsstile und soziokulturelle Ressourcen maßgeblich über die Einstellung des Kindes zur Schule und dessen Leistungsmotivation entscheiden.
Die Wohngemeinschaft bietet als stationäre Einrichtung einen strukturierten Alltag und pädagogische Unterstützung, um den Jugendlichen im Rahmen seiner Entwicklung bei der Bewältigung von Schulproblemen zu begleiten.
Die Arbeit zeigt, dass Gleichaltrigengruppen sowohl schulfördernde als auch schuldifferente Einflüsse ausüben können, wobei bei Schulverweigerern oft ein gemeinsames "Anti-Schul-Gefühl" in instabilen Cliquen dominiert.
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