Bachelorarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Aktuelle Situation
2.1 Vorhaben der EU-Kommission
2.2 Aktuelle Product Placement - Situation auf dem deutschen Markt
3 Begriffsbestimmung
3.1 Product Placement
3.1.1 Arten von Product Placement
3.2 Schleichwerbung und der Unterschied zu Product Placement
3.3 Rechtliche Probleme
3.3.1 Trennungsgrundsatz
4 Ansichten der Beteiligten
4.1 Befürworter von Product Placement
4.1.1 Die Fernsehveranstalter
4.1.2 Die Produzenten
4.1.3 Die Werbetreibenden
4.2 Gegner von Product Placement
4.3 Stellung des Zuschauers
5 Kennzeichnung
5.1 Möglichkeiten der Kennzeichnung
5.1.1 Version 1: Hinweis vor/nach der Sendung
5.1.2 Version 2: Banner alle 20 Minuten
5.1.3 Version 3: Permanenter Banner
5.1.4 Version 4: Permanentes Logo
5.1.5 Version 5: Logo/Banner vor/während Szenen mit Product Placement
5.2 Wirkung von Product Placement mit und ohne Kennzeichnung
5.2.1 Aufmerksamkeit
5.2.2 Wahrnehmung
5.2.3 Glaubwürdigkeit
5.2.4 Bewusstseinsgrade und Wirkung
5.3 Findung geeigneter Kriterien
5.4 Geeignete Kennzeichnungsmöglichkeit nach Vorschlag des Verfassers
5.5 Auswirkungen der Kennzeichnung auf Beteiligte
5.6 Kennzeichnung und Kosten
5.7 Verweis auf anderes Medium durch Kennzeichnung
6 Wirtschaftliche Situation von Product Placement
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Vorhaben der EU-Kommission zur Legalisierung von Product Placement und analysiert, inwieweit eine Kennzeichnung notwendig ist, um einen Kompromiss zwischen den Interessen von Fernsehveranstaltern, Produzenten, Werbetreibenden und dem Schutz des Zuschauers zu ermöglichen. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie eine effektive Kennzeichnung gestaltet sein muss, um die Unterscheidung zwischen redaktionellem Programm und werblichen Inhalten zu gewährleisten, ohne den Programminhalt unverhältnismäßig zu stören.
3.1 Product Placement
In der gültigen 8. Fassung des Rundfunkstaatsvertrages (RStV), sowie in der 1997 überarbeiteten EU-Fernsehrichtlinie taucht der Begriff des Product Placements überhaupt nicht auf. Dies zeigt bereits, dass der Begriff für die Gesetzgebung bisher unbedeutend war. Als Synonym für Product Placement galt bis jetzt das Wort „Schleichwerbung“. Ob diese Begriffe gleichzusetzen sind, soll in 3.2 geklärt werden.
Der Autor Klaus Bente definiert Product Placement als „[…] die werbewirksame, zielgerichtete Integration von Produkten oder Dienstleistungen in den Handlungsverlauf eines Kino-, Video- oder Fernsehprogramms.“
Product Placement bezeichnet eine Darstellung von gewerblichen Produkten innerhalb eines Programms, die die redaktionelle, dramaturgische Dringlichkeit überschreitet und so einer werblichen Intention folgt. Dabei stellen die Produkte nicht nur Marken sondern auch Dienstleistungen oder Ideologien (vgl. 3.1.1) dar.
Product Placement ist eine Werbeform und demnach in erster Linie ein Mittel zur Absatzsteigerung von werbetreibenden Unternehmen. Das bedeutet, dass „[...] der Impuls bewusst vom werbenden Unternehmen ausgeht und dieser Einsatz der Verkaufsförderung dient.“ Für die Einarbeitung eines Produkts oder einer Marke im positiven Umfeld des Programms bekommt der Produzent bzw. der Sender in der Regel ein Entgelt bzw. eine geldwerte Gegenleistung. Unabhängig vom wirtschaftlichen Innenverhältnis zwischen Markenhersteller und Filmproduzenten, liegt Product Placement bereits dann vor, sobald ein Werbeeffekt auf den Zuschauer abzielt, da dieser auch ohne ein Entgelt entstehen kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Product-Placement-Regulierung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Kennzeichnungsmöglichkeiten zu untersuchen.
2 Aktuelle Situation: Hier wird der rechtliche Kontext durch die EU-Fernsehrichtlinie sowie die Marktsituation für Product Placement in Deutschland beleuchtet.
3 Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert Product Placement, differenziert es von Schleichwerbung und Sponsoring und geht auf die rechtliche Problematik ein.
4 Ansichten der Beteiligten: Es werden die verschiedenen Interessen von Fernsehsendern, Produzenten, Werbetreibenden und Gegnern wie dem Verbraucherschutz analysiert.
5 Kennzeichnung: Dies ist das Kernkapitel, in dem verschiedene Versionen der Kennzeichnung sowie deren psychologische Wirkung auf den Zuschauer untersucht werden.
6 Wirtschaftliche Situation von Product Placement: Hier wird der ökonomische Aspekt und die Bedeutung für die Medienfinanzierung betrachtet.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Notwendigkeit einer klaren Regulierung.
Product Placement, Fernsehrichtlinie, Schleichwerbung, Kennzeichnungspflicht, Trennungsgrundsatz, EU-Kommission, Medienregulierung, Werbewirkung, Verbraucherschutz, Produktintegration, Creative Placement, On Set Placement, Reichweite, Medienfinanzierung, Zuschauerwahrnehmung
Die Arbeit befasst sich mit der geplanten Legalisierung von Product Placement durch die Europäische Union und den damit verbundenen Herausforderungen hinsichtlich der Kennzeichnungspflicht.
Im Fokus stehen die Abgrenzung von Schleichwerbung, die unterschiedlichen Interessen von Sendern und Verbrauchern sowie die Untersuchung verschiedener technischer und visueller Möglichkeiten zur Kennzeichnung von Produktplatzierungen.
Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie Product Placement durch eine adäquate Kennzeichnung legalisiert werden kann, um einen Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz des Zuschauers vor Irreführung zu finden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Untersuchung bestehender Ansätze und Vorschläge der EU-Kommission und anderer Institutionen, ergänzt durch eine qualitative Bewertung der Wirkungsweisen auf den Zuschauer.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Begriffe, die Darstellung der Interessen der beteiligten Parteien sowie eine detaillierte Analyse verschiedener Kennzeichnungsversionen, inklusive einer Auswertung ihrer Wirkung auf die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung des Publikums.
Wesentliche Begriffe sind Product Placement, Kennzeichnungspflicht, Trennungsgrundsatz, Werbewirkung und Verbraucherschutz.
Weil Product Placement ohne Kennzeichnung für den Zuschauer oft nicht als Werbung erkennbar ist, was gegen den Trennungsgrundsatz verstößt und die Gefahr der bewussten oder unbewussten Irreführung birgt.
Der Verfasser empfiehlt als praktikablen Kompromiss eine Kombination aus einem Hinweis zu Beginn der Sendung und ergänzenden Bannern in einem Abstand von 20 Minuten während der Ausstrahlung.
Ein zentrales Problem ist die Balance zwischen Transparenz für den Zuschauer und der Vermeidung einer zu starken Störung des Programms sowie der damit verbundenen hohen personellen und produktionstechnischen Kosten für die Sender.
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