Forschungsarbeit, 1997
129 Seiten
1 Einleitung
1.1 Vorgeschichte
1.2 Bemerkungen zur Methode und zu den Materialien
2 Die Klienten: Alter bei Beginn der Therapie und Dauer der Behandlung
3 Informationen zur Vorgeschichte der Klienten
3.1 Die familiäre Situation
3.2 Schule – Berufsausbildung – Erwerbstätigkeit
3.3 Drogenkonsum und kriminelle Handlungen
3.3.1 Drogenkonsum
3.3.2 Kriminelle Handlungen
4 Rehabilitationsbehandlung in Brauel
4.1 Konzeption
4.2 Verlauf der Behandlung – Entlassungssituation – Prognose
5 Die Lebenssituation ehemaliger Klienten
5.1 Überblick
5.2 Zusammenhang zwischen der Behandlung in Brauel und der späteren Lebenssituation
5.3 Zusammenhang zwischen Bedingungen der Sozialisation und der späteren Lebenssituation
6 Informationen über die Lebenssituation nach Brauel
6.1 Drogenkonsum und Kriminalität
6.1.1 Drogenkonsum
6.1.2 Kriminalität
6.2 Soziale Beziehungen – Wohnen – Arbeit – ökonomische Situation
7 Vergleich der Lebensentwicklung regulär entlassener Klienten mit den in den Strafvollzug zurückverlegten Klienten
8 Lebenslaufanalysen
8.1 Anton Weiler
8.2 Paul Streiter
8.3 Theo Albers
8.4 Rainer Lehmann
8.5 Verstorbene Klienten
8.5.1 Karl Eiber
8.5.2 Berthold Lauer
9 Zusammenfassung
Die Untersuchung zielt darauf ab, die Lebensverläufe drogenabhängiger Straftäter zu analysieren, die eine therapeutische Behandlung in der Fachklinik Brauel durchlaufen haben. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die Behandlung auf die spätere soziale Integration auswirkt und inwieweit familiäre Bedingungen sowie kriminelle Karrieren den Rehabilitationserfolg beeinflussen.
1.2 Bemerkungen zur Methode und zu den Materialien
Die Evaluation einer Behandlung von Drogensüchtigen kann sich auf die Frage beschränken, ob durch die Behandlung die vorher bestehende Sucht abgebaut werden konnte und die im Zusammenhang mit der Drogensucht stehenden strafbaren Handlungen nicht mehr auftreten. Diese Frage nach dem „Rückfall“ in die Kriminalität, also die Frage nach weiteren Handlungen, die zur Verurteilung und Bestrafung der Klienten führen, wäre verhältnismäßig leicht über die Auswertung von Auskünften aus dem Bundeszentralregister zu beantworten gewesen. Aber schon die Frage nach dem weiteren Umgang mit Drogen bedeutet naturgemäß eine umfangreichere Recherche. Dennoch brächte die Reduzierung der zu erhebenden Fakten auf eine solche punktuelle Information noch keine Erkenntnisse über den Stellenwert der Behandlung im Lebensverlauf des Klienten und ließe damit auch kaum Rückschlüsse über die Effektivität der angebotenen Therapie zu.
Dazu bedarf es der Einzelfallstudie, d.h. einer Betrachtung des gesamten Lebensverlaufes, nicht nur der Behandlungs- und Nachbehandlungszeit. Auch bei solchen Längsschnittuntersuchungen, die die Daten der Kindheit und Jugendzeit mit berücksichtigen, sind die Zusammenhänge zwischen einer therapeutischen Behandlung und dem weiteren Lebensverlauf in monokausalem Sinn nicht nachweisbar, weil zu viele Lebensumstände des Klienten und gesellschaftliche Faktoren seine Karriere mitbestimmen. Jedoch mit der Analyse des Zusammentreffens der für eine Karriere bedeutsamen Faktoren (z.B. das Kommunikationsfeld der Familie ist und der Clique sowie die ökonomischen Lebensbedingungen in den verschiedenen Lebensabschnitten), besteht die Chance, Entwicklungen besser verstehen zu können.
1. Einleitung: Beschreibt die Entstehung der Fachklinik Brauel und die Zielsetzung der begleitenden Forschungsstudie.
2. Die Klienten: Alter bei Beginn der Therapie und Dauer der Behandlung: Gibt einen statistischen Überblick über die Altersstruktur und die Aufenthaltsdauer der 60 untersuchten Klienten.
3. Informationen zur Vorgeschichte der Klienten: Analysiert familiäre Hintergründe, schulische und berufliche Werdegänge sowie den Drogenkonsum und kriminelle Aktivitäten vor der Aufnahme.
4. Rehabilitationsbehandlung in Brauel: Erläutert das Therapiekonzept und die verschiedenen Behandlungsphasen der Fachklinik.
5. Die Lebenssituation ehemaliger Klienten: Untersucht die Lebensumstände nach dem Aufenthalt in der Fachklinik und bewertet den Integrationserfolg.
6. Informationen über die Lebenssituation nach Brauel: Liefert detaillierte Fakten zu Drogenkonsum, Kriminalität und sozialen Lebensumständen in der Nachbehandlungszeit.
7. Vergleich der Lebensentwicklung regulär entlassener Klienten mit den in den Strafvollzug zurückverlegten Klienten: Analysiert Unterschiede zwischen erfolgreich entlassenen und rückverlegten Probanden.
8. Lebenslaufanalysen: Präsentiert beispielhafte Fallstudien einzelner Klienten zur Illustration der verschiedenen Lebens- und Suchtkarrieren.
9. Zusammenfassung: Fasst die zentralen Ergebnisse der Studie zusammen.
Drogenabhängigkeit, Straftäter, Fachklinik Brauel, Therapie, Resozialisierung, Suchtkarriere, Kriminalität, Beschaffungskriminalität, Sozialisation, Einzelfallstudie, Lebensverlauf, Abstinenz, Rehabilitation, Maßregelvollzug, Rückfall
Die Arbeit untersucht die Lebensverläufe von drogenabhängigen Straftätern, die eine therapeutische Behandlung in der Fachklinik Brauel absolviert haben, um Erkenntnisse über deren Integration nach der Entlassung zu gewinnen.
Die zentralen Themen sind der Verlauf der Drogentherapie, der Einfluss von familiärer Herkunft und Sozialisation, die Entwicklung krimineller Karrieren sowie die langfristigen Integrationschancen der Klienten.
Das Ziel ist es zu klären, welche Zusammenhänge zwischen den individuellen Lebensverläufen der Klienten und den gesellschaftlich bedingten Voraussetzungen bestehen und wie sich der Aufenthalt in der Fachklinik auf die spätere Lebenssituation ausgewirkt hat.
Es wird ein multimethodischer Ansatz verfolgt, bestehend aus statistischen Auswertungen von Aktenanalysen (Gefangenenpersonalakten, Gerichtsurteile) sowie ergänzenden Einzelfallstudien (Lebensverlaufsanalysen) und Interviews.
Im Hauptteil werden die Vorgeschichte, der Behandlungsverlauf, die Lebenssituation ehemaliger Klienten und ein detaillierter Vergleich zwischen verschiedenen Gruppen von Entlassenen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Drogenabhängigkeit, Resozialisierung, Beschaffungskriminalität, Therapieerfolg und die Bedeutung des sozialen Umfelds für den weiteren Lebensweg.
Die erfolgreich Entlassenen kommen signifikant häufiger aus der Mittelschicht, verfügen über eine bessere Schulbildung und hatten weniger gravierende Hafterfahrungen als die Rückverlegten.
Starke Störungen in der Familienkonstellation während der Kindheit und Jugendzeit korrelieren mit schlechteren Integrationschancen und einer tendenziell höheren Desintegration.
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