Bachelorarbeit, 2006
99 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Freiwillige Selbstkontrolle der Presse
2.1 Der Begriff der freiwilligen Selbstkontrolle
2.2 Der Deutsche Presserat
2.2.1 Historischer Überblick
2.2.2 Die Beschwerdearbeit
2.2.3 Die Publizistischen Grundsätze (Pressekodex)
2.2.4 Zusammenfassung zum Deutschen Presserat
2.3 Die Press Complaints Commission
2.3.1 Historischer Überblick
2.3.2 Die Beschwerdearbeit
2.3.3 The Code of Practice
2.3.4 Zusammenfassung zur Press Complaints Commission
2.4 Vergleich: Presse-Selbstkontrolle in Deutschland und Großbritannien
2.4.1 Der Deutsche Presserat und die Press Complaints Commission
2.4.2 Die Publizistischen Grundsätze (Pressekodex) und der Code of Practice
3. Exkurs: Das Ethical Journalism Guidebook der New York Times
4. Leitlinien zu Fernsehproduktionen
4.1 Die Programmleitlinien des WDR
4.1.1 Hintergrund
4.1.2 Inhaltliche Aspekte
4.1.3 Einschätzung
4.2 BBC Editorial Guidelines
4.2.1 Hintergrund
4.2.2 Inhaltliche Aspekte
4.2.3 Einschätzung
4.3 Vergleich: Programmleitlinien des WDR und BBC Editorial Guidelines
5. Ausblick: Ein europäischer Medienrat?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen ethischen Leitlinien für Journalisten in Deutschland und Großbritannien zu untersuchen und gegenüberzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie wirksam diese Instrumente der freiwilligen Selbstkontrolle – insbesondere der Deutsche Presserat und die Press Complaints Commission – bei der Wahrung journalistischer Standards sind und inwiefern sie sich als regulierende Organe in einem demokratischen Kontext bewähren.
Die Entstehung und erste Phase (1956 – 1981)
Die Pläne der damaligen Bundesregierung ein Bundespressegesetz zu verabschieden, haben dazu geführt, dass der Deutsche Presserat gegründet wurde. Der Entwurf des Bundesinnenministeriums zum Gesetz über das Pressewesen sah u.a. Presseausschüsse als Aufsichtsinstanzen vor, die Presseangelegenheiten erörtern und über diese wachen sollten. Natürlich sollte die Presse weiterhin unabhängig bleiben. Dennoch stieß der Entwurf bei den Journalisten- und Verlegerverbänden auf eine derartige Ablehnung, dass er schon zwei Monate nach Veröffentlichung zu Fall gebracht wurde.
Um weitere Vorhaben des Gesetzgebers, eine gesetzlich geregelte Presse-Selbstkontrolle einzurichten, zu verhindern, begann man über Alternativen nachzudenken. Die Interessenverbände hofften, dass eine freiwillige Selbstkontrolle weitere Gesetze zum Thema Presserecht, und somit die befürchtete Einschränkung der Pressefreiheit, erfolgreich abwenden würde. Die ausschlaggebende Initiative, zurückzuführen auf den Pressewissenschaftler Dr. Alfred Frankenfeld, kam schließlich am 21. Mai 1953 von der Berufsvereinigung Hamburger Journalisten. Die Organisation schlug dem geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Journalistenverbandes vor, „in Verhandlungen mit den Verlegerverbänden die Errichtung eines Deutschen Presserates zu empfehlen“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit journalistischer Ethik und führt in die Thematik der freiwilligen Selbstkontrolle sowie die Relevanz der Vergleichsstudie ein.
2. Freiwillige Selbstkontrolle der Presse: Dieses Kapitel analysiert detailliert den Deutschen Presserat und die britische Press Complaints Commission, inklusive deren Entstehung, Beschwerdearbeit und Kodizes.
3. Exkurs: Das Ethical Journalism Guidebook der New York Times: Ein kurzer Einblick in die spezifischen Unternehmensrichtlinien einer international renommierten Zeitung, die über rein branchenweite Kodizes hinausgehen.
4. Leitlinien zu Fernsehproduktionen: Untersuchung der medienübergreifenden Regelwerke des WDR und der BBC, die besonders die Qualität und Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den Fokus stellen.
5. Ausblick: Ein europäischer Medienrat?: Diskussion über die Möglichkeiten und Herausforderungen einer europäischen Medien-Selbstkontrollinstanz angesichts zunehmend grenzüberschreitender Medienangebote.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der untersuchten Selbstkontrollinstanzen und Reflexion über die zukünftige Bedeutung ethischer Leitlinien.
Pressefreiheit, Deutscher Presserat, Press Complaints Commission, journalistische Ethik, Pressekodex, Code of Practice, Selbstkontrolle, Medienregulierung, Rundfunkauftrag, Programmleitlinien, WDR, BBC, journalistische Sorgfaltspflicht, Persönlichkeitsrechte, öffentliche Verantwortung.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den ethischen Leitlinien für Medienschaffende in Deutschland und Großbritannien und vergleicht dabei Einrichtungen der freiwilligen Presse-Selbstkontrolle.
Zentrale Themen sind die Strukturen und die Wirksamkeit der Selbstkontrolle, die ethischen Kodizes der Presse, spezifische Programmleitlinien für den Rundfunk sowie die Debatte um eine europäische Medienregulierung.
Das Ziel ist es, die Funktionsweisen und die ethische Ausrichtung der verschiedenen Kontrollinstanzen zu analysieren, um zu beleuchten, wie diese zur Qualitätssicherung im Journalismus beitragen.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse (Komparatistik) von ethischen Regelwerken, Satzungen und Statistiken der jeweiligen Institutionen.
Im Hauptteil werden der Deutsche Presserat und die britische Press Complaints Commission umfassend untersucht. Zusätzlich werden die Rundfunkleitlinien von WDR und BBC verglichen.
Pressefreiheit, Selbstkontrolle, journalistische Ethik, Pressekodex, Code of Practice, Medienregulierung.
Während der deutsche Presserat durch Mitgliedsbeiträge und einen staatlichen Bundeszuschuss (max. 49%) finanziert wird, trägt die britische Presseindustrie die Kosten der PCC zu 100% selbst.
Der Vorfall von Gladbeck verdeutlichte die Grenzen der Wirksamkeit und brachte den Presserat dazu, sich über das reine Pressewesen hinaus für Medien allgemein zuständig zu erklären.
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