Diplomarbeit, 2006
92 Seiten, Note: 1,3
1 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Inhaltliche Grundlagen
2.1.1 Supply Chain Management
2.1.2 Ergebnisse bei deterministischer Nachfrage
2.2 Statistische Grundlagen
2.2.1 Dichtefunktion
2.2.2 Verteilungsfunktion
2.2.3 Erwartungswert
3 Zeitungsjungenproblem
3.1 Einleitung
3.2 Annahmen des Modells
3.3 Formulierung des Modells
3.4 Zahlenbeispiel
4 Analyse verschiedener Vertragsformen bei gegebenem Verkaufspreis
4.1 Erwarteter Absatz eines Händlers
4.1.1 Allgemeine Herleitung
4.1.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
4.1.3 Zahlenbeispiel mit Normalverteilung
4.2 Grundmodell zwischen Hersteller und Händler
4.2.1 Allgemeine Herleitung
4.2.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
4.2.3 Zahlenbeispiel mit Normalverteilung
4.3 Großhändlervertrag
4.3.1 Allgemeine Herleitung
4.3.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
4.3.3 Zahlenbeispiel mit Normalverteilung
4.4 Rückkaufvertrag
4.4.1 Allgemeine Herleitung
4.4.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
4.4.3 Zahlenbeispiel mit Normalverteilung
4.5 Umsatzanteilsvertrag
4.5.1 Allgemeine Herleitung
4.5.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
4.5.3 Zahlenbeispiel mit Normalverteilung
4.6 Vergleich der Ergebnisse der einzelnen Vertragsformen
5 Analyse verschiedener Vertragsformen bei variablem Verkaufspreis
5.1 Erwarteter Absatz eines Händlers
5.1.1 Allgemeine Herleitung
5.1.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
5.2 Grundmodell zwischen Hersteller und Händler
5.2.1 Allgemeine Herleitung
5.2.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
5.3 Großhändlervertrag
5.3.1 Allgemeine Herleitung
5.3.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
5.4 Rückkaufvertrag
5.4.1 Allgemeine Herleitung
5.4.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
5.5 Umsatzanteilsvertrag
5.5.1 Allgemeine Herleitung
5.5.2 Zahlenbeispiel mit stetiger Gleichverteilung
5.6 Vergleich der Ergebnisse der einzelnen Vertragsformen
6 Zusammenfassung
7 Anhang
Teil A: Partielle Integration
Teil B: Leibniz-Regel
Teil C: Mathematische Software MuPad Pro 3.1; 1.Beispiel
Teil D: Mathematische Software MuPad Pro 3.1; 2.Beispiel
Diese Arbeit untersucht die Koordinationswirkung verschiedener Supply Contracts in zweistufigen Lieferketten bei stochastischer Nachfrage. Dabei wird analysiert, inwiefern Großhändler-, Rückkauf- und Umsatzanteilsverträge dazu beitragen, den Gewinn der gesamten Supply Chain auf das Niveau eines fiktiven, integrierten Unternehmens (Idealfall) zu heben.
3.1 Einleitung
Ein Zeitungsjunge steht täglich vor dem Problem, wie viele Zeitungen er dem Verlag oder einem Großhändler abkaufen soll, um seinen eigenen Gewinn zu maximieren. Der Begriff „Zeitungsjunge“ ist hierbei auf alle Händler zu beziehen, die direkt Zeitungen an Konsumenten verkaufen. Dabei ist die einzige Disposition des Zeitungsjungen die Anzahl der gekauften Zeitungen, denn der Verkaufspreis der Zeitung ist durch den Verlag fest vorgegeben und auf der Zeitung abgedruckt. Ebenso ist der Einkaufspreis vom Verlag bestimmt und somit vom Zeitungsjungen nicht beeinflussbar. Problematisch ist für den Jungen die Tatsache, dass die Nachfrage nach den Zeitungen stochastisch ist und er somit den genauen Tagesbedarf nicht kennt. Auf der einen Seite kann der Junge zu wenige Zeitungen kaufen, wenn der Bedarf der Konsumenten höher als die am Stand vorhandenen Zeitungen ist. Das resultierende Problem ist, dass Konsumenten, die keine Zeitung bekommen, am nächsten Tag bzw. beim nächsten Kauf den Anbieter wechseln könnten, also bei einem anderen Zeitungsjungen kaufen würden. Dieser Verlust muss im Modell quantifiziert werden, nämlich durch den Parameter „Fehlmengenkosten“.
Auf der anderen Seite kann der Junge zu viele Zeitungen kaufen, so dass er am Ende des Tages den nicht an Konsumenten weiterverkauften Überschuss nur zu einem geringeren Preis an einen Dritten, z.B. eine Papierfabrik, verkaufen kann.
Das Problem des Zeitungsjungen lässt sich natürlich auf viele andere Bereiche übertragen. Es handelt sich um Lagerhaltungsmodelle, die nur für eine Periode gelten, weil die Produkte leicht verderblich sind oder keine lange Lebensdauer haben. Diese Tatsache ist bei der Zeitung erfüllt, da davon auszugehen ist, dass man sie nur am Tag des Erscheinens kaufen möchte.
1 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit: Diese Einleitung beschreibt den Fokus auf Supply Contracts in zweistufigen Supply Chains unter stochastischer Nachfrage sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden inhaltliche Konzepte des Supply Chain Managements sowie notwendige statistische und mathematische Grundlagen für die stochastische Modellierung dargelegt.
3 Zeitungsjungenproblem: Vorstellung eines einfachen Lagerhaltungsmodells für eine Periode, das als Basis für die komplexeren Vertragsanalysen dient.
4 Analyse verschiedener Vertragsformen bei gegebenem Verkaufspreis: Untersuchung von Großhändler-, Rückkauf- und Umsatzanteilsverträgen unter der Annahme eines fixen Verkaufspreises.
5 Analyse verschiedener Vertragsformen bei variablem Verkaufspreis: Erweiterung des Modells auf preisabhängige Nachfrage, um die Flexibilität der Partner bei der Preisgestaltung zu berücksichtigen.
6 Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Bewertung der Eignung der verschiedenen Verträge zur Koordination der Supply Chain.
7 Anhang: Bereitstellung mathematischer Hilfsmittel (Partielle Integration, Leibniz-Regel) und Dokumentation der Software-Befehle (MuPad Pro).
Supply Chain Management, Supply Contracts, Zeitungsjungenproblem, Stochastische Nachfrage, Koordination, Großhändlervertrag, Rückkaufvertrag, Umsatzanteilsvertrag, Stetige Gleichverteilung, Normalverteilung, Gewinnmaximierung, First-mover-advantage, Optimale Bestellmenge, Preis-Absatz-Funktion, Vertragstheorie
Die Arbeit analysiert die koordinierende Wirkung von Supply Contracts (Lieferverträgen) zwischen einem Hersteller und einem Händler bei stochastischer Nachfrage.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Supply Chain Management, der Modellierung stochastischer Nachfrage sowie der mathematischen Optimierung von Vertragsformen.
Ziel ist es zu ermitteln, welche spezifischen Vertragstypen die Lieferkette so koordinieren können, dass der Gesamtgewinn dem Idealfall (der gemeinsamen Gewinnmaximierung) entspricht.
Die Arbeit nutzt mathematisch-formale Methoden der Optimierung, insbesondere die stochastische Lagerhaltungstheorie (Zeitungsjungenproblem) und differenzielle Gewinnfunktionen.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen bei fixen Verkaufspreisen (Kapitel 4) und bei variablen, durch den Händler steuerbaren Preisen (Kapitel 5), jeweils für drei verschiedene Vertragstypen.
Wichtige Begriffe sind Koordination, Supply Contracts, stetige Zufallsvariablen, Gewinnmaximierung und der First-mover-advantage.
Obwohl die Zeitungsnachfrage diskret ist, bietet die stetige Näherung eine einfachere mathematische Berechenbarkeit bei gleichzeitig hinreichend präzisen Ergebnissen für die ökonomische Analyse.
Der Umsatzanteilsvertrag ermöglicht eine Aufteilung des Gewinns, die dem Hersteller und Händler Anreize bietet, sich bei der Bestellmenge am gemeinsamen Optimum zu orientieren, anstatt nur ihren individuellen Gewinn zu verfolgen.
Zur numerischen Berechnung komplexer Integrale und Ableitungen, die analytisch nicht oder nur schwer lösbar sind, wird die mathematische Software MuPad Pro 3.1 verwendet.
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