Diplomarbeit, 2006
137 Seiten, Note: 1,0
Diese Diplomarbeit analysiert die Befugnismodifikationen des Bundesnachrichtendienstes (BND) seit 1991 im Kontext des Spannungsverhältnisses zwischen Bürgerrechten und Risikovorsorgebedürfnissen im Präventionsstaat. Dabei steht die Kritik des liberalen Diskursparadigmas im Fokus, das die Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit zu stark zugunsten des liberalen Freiheitsbegriffs verschiebt.
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Fragestellung, die Methodik und die zentralen Definitionen. Kapitel B beleuchtet die Verwendung der Begriffe „Sicherheit“, „Rechtsstaat“ und „Bürgerrechte“ im liberalen und im sozialen Paradigma sowie im Kontext des Risikogesellschaft-Paradigmas. Kapitel C widmet sich dem „klassischen“ BND im liberalen Paradigma bis 1994, analysiert die formalen und materiellen Rechtsgrundlagen des BND, die gesetzliche Befugnisse zum Eingriff in die Grundrechte nach Art. 10 GG sowie die parlamentarische Kontrolle des BND. Kapitel D beschäftigt sich mit den ersten Befugniserweiterungen des BND seit 1994 und der Reaktion des Bundesverfassungsgerichts in der „Abhörentscheidung“. Der Exkurs behandelt die neue nachrichtendienstliche Herausforderung durch den islamistischen Terrorismus und den Reflex der Risikogesellschaft. Kapitel E fokussiert auf die Entwicklung des BND im Zuge der weiteren Ausbreitung des Risikogesellschaft-Paradigmas, analysiert die Novellierung des G 10 im Jahr 2001, das Terrorismusbekämpfungsgesetz von 2002 und die verstärkte informationelle Zusammenarbeit.
Bundesnachrichtendienst (BND), Bürgerrechte, Risikovorsorge, Präventionsstaat, liberales Diskursparadigma, Islamistischer Terrorismus, Risikogesellschaft, Gesetz G 10, Parlamentarische Kontrolle, Verfassungsschutz, Überwachung, Datenschutz, Informationsfreiheit.
Die Anschläge markierten einen Wendepunkt hin zu einem „ganzheitlichen Bekämpfungsansatz“, der verstärkt auf Informationsvorsorge und die Ausweitung nachrichtendienstlicher Befugnisse setzt.
Das G 10-Gesetz regelt die Befugnisse der Nachrichtendienste, unter bestimmten Voraussetzungen in das Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG) einzugreifen, um Gefahren für die staatliche Sicherheit abzuwehren.
Die Kontrolle erfolgt durch parlamentarische Gremien wie die Parlamentarische Kontrollkommission (PKGr), das G 10-Gremium und die G 10-Kommission.
Es beschreibt einen gesellschaftlichen Zustand, in dem die Abwehr unvorhersehbarer, globaler Risiken (wie Terrorismus) Vorrang vor klassischen liberalen Freiheitsrechten gewinnt.
Das Gesetz von 2002 erweiterte die Möglichkeiten zur strategischen Fernmeldeaufklärung und verbesserte den Informationsaustausch zwischen verschiedenen Sicherheitsbehörden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

