Magisterarbeit, 2006
87 Seiten, Note: 2,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Subventionen und Zölle in der Praxis
2.1 Baumwolle
2.2 Zucker
2.3 Der Bananenmarkt
3 Subventionen aus ökonomischer Perspektive
3.1 Ökonomischer Einstieg
3.1.1 Ökonomisches Prinzip
3.1.2 Produktionsfaktoren
3.1.3 Opportunitätskosten
3.2 Opportunitätskosten des europäischen Zuckermarktes
3.3 Marktpreisbildung auf freien Märkten
3.3.1 Güternachfrage
3.3.2 Güterangebot
3.3.3 Marktpreisbildung
3.4 Konsumenten- und Produzentenrente
3.5 Ökonomische Wohlfahrt
3.5.1 Wohlfahrt und staatliche Subventionen
3.5.2 Wohlfahrt und staatliche Mindestpreise mit Abnahmegarantie
4 Zölle und Importquoten aus ökonomischer Perspektive
4.1 Zollwirkungen und Zollgründe
4.1.1 Finanzzölle
4.1.2 Instrumentalzölle
4.1.3 Schutzzölle
4.2 Wohlfahrtseffekte durch Zölle und Importquoten
4.2.1 Wohlfahrt und Importquoten
4.2.2 Wohlfahrt und Zölle
4.3 Wohlfahrtseffekte ohne Handelsbeschränkungen
4.3.1 Importnachfrage und Exportangebot
4.3.2 Wohlfahrtseffekte durch Freihandel
4.4 Argumente für den Freihandel
4.4.1 Komparativer Kostenvorteil
4.4.2 Dynamische Gewinne durch Freihandel
5 Gerechte Verteilung
5.1 Utilitarismus
5.2 Subventionen im Utilitarismus
5.3 John Rawls: Theorie der Gerechtigkeit
5.3.1 Gerechtigkeit als Fairness
5.3.2 Urzustand bei John Rawls
5.3.3 Das Maximinprinzip von John Rawls
5.3.4 Das Differenzprinzip von John Rawls
5.4 Maximin-Regel und Subventionen
5.5 Differenzprinzip und Zölle
6 Wirtschaft für den Menschen
6.1 Vernünftige Rationalität
6.2 Lebensdienlichkeit
6.3 Pro und contra Subventionierung
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht die ökonomischen und ethischen Dimensionen der Zoll- und Subventionspolitik von Nationalstaaten am Beispiel des Agrarsektors. Das primäre Ziel besteht darin, die komplexen Auswirkungen staatlicher Eingriffe in den Markt (z. B. bei Baumwolle, Zucker und Bananen) unter Einbeziehung ökonomischer Wohlfahrtskonzepte sowie ethischer Gerechtigkeitstheorien (Utilitarismus und John Rawls) systematisch zu analysieren und kritisch zu bewerten.
2.1 Baumwolle
In der Financial Times Deutschland (FTD) vom 29.03.2005 ist zu lesen, dass die WTO Anfang März 2005 die Exportsubventionen der USA für Baumwolle endgültig als unzulässig verurteilt hat. Unter der Führung Brasiliens hatten mehrere Entwicklungsländer gegen die Exportkredite und Exportsubventionen der USA für Baumwolle geklagt, da diese nicht den allgemeinen WTO-Regeln entsprachen. Insgesamt ist von Seiten der WTO ein Volumen von 4,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2002 als unrechtmäßig beanstandet worden. Innerhalb der nächsten sechs Monate sollen die USA diese Form der Forderung reduzieren. Einen Widerspruch gegen eine Vorentscheidung hatte die USA durch den endgültigen Beschluss daher verloren. (vgl. Rademaker / Schossler 2005)
Eine scharfe Kritik der Subventionspraktiken der USA findet sich bei Thomas Scheen in seinem Artikel "Getürkte Spielregeln". Laut Scheen ist Baumwolle ein landwirtschaftliches Basisprodukt, welches den Beginn einer Industrialisierung stark positiv fördern kann. Es dient zur Herstellung von Textilien sowie als Tierfutter und Geschmacksverstärker. Daher wird bereits seit 30 Jahren der Baumwollanbau in Westafrika gefordert, um damit den Aufbau einer industrialisierten Gesellschaft zu erleichtern. Durch die Liberalisierung der Rohstoffmärkte mittels Auflagen der Weltbank sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten afrikanische Baumwollproduzenten keine direkten Stützungen des Marktpreises mehr. Die Baumwollproduktion verfünffachte sich in den letzten 30 Jahren auf etwa 2,3 Millionen Tonnen und erreichte dadurch eine enorme Verbesserung der Lebensumstände der dortigen ländlichen Bevölkerung. (vgl. Scheen 2003).
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung rund um Subventionen und Zölle sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2 Subventionen und Zölle in der Praxis: Analyse der konkreten Auswirkungen von Handelsbeschränkungen anhand der Beispiele Baumwolle, Zucker und Bananen.
3 Subventionen aus ökonomischer Perspektive: Vermittlung volkswirtschaftlicher Grundlagen wie Marktpreisbildung, Konsumentenrente und Wohlfahrtseffekte.
4 Zölle und Importquoten aus ökonomischer Perspektive: Ökonomische Analyse von Zollarten und deren Auswirkungen auf die soziale Wohlfahrt im Vergleich zum Freihandel.
5 Gerechte Verteilung: Ethische Auseinandersetzung mit Gerechtigkeitsbegriffen unter Rückgriff auf den Utilitarismus und John Rawls.
6 Wirtschaft für den Menschen: Bewertung der Wirtschaftsweise aus der Perspektive der Lebensdienlichkeit und kritische Reflexion des Ökonomismus.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der wechselseitigen Abhängigkeit von Ökonomie und Ethik.
Subventionen, Zölle, Importquoten, Freihandel, Ökonomische Wohlfahrt, Utilitarismus, John Rawls, Gerechtigkeit, Lebensdienlichkeit, Marktpreisbildung, Agrarsektor, Baumwolle, Zucker, Bananenmarkt, Wirtschaftsethik.
Die Arbeit untersucht die Subventions- und Zollpolitik von Nationalstaaten im Agrarsektor unter Berücksichtigung ökonomischer Effizienz sowie ethischer Prinzipien.
Die Arbeit verknüpft volkswirtschaftliche Marktanalysen (z. B. Wohlfahrtstheorie) mit philosophischen Gerechtigkeitskonzeptionen von John Rawls und dem Utilitarismus.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Handelsbeschränkungen ökonomisch wirken und inwieweit diese durch ethische Theorien gegenüber einer rein marktwirtschaftlichen Betrachtung rechtfertigt werden können.
Es wird eine systematische Analyse durchgeführt, die ökonomische Grundlagen (Modelle, Grafiken) mit einer philosophischen Diskursethik (insb. nach Peter Ulrich und John Rawls) verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine praktische Analyse aktueller Agrarmärkte, eine ökonomische Modellbildung zu Wohlfahrtseffekten und eine anschließende ethische Bewertung dieser Zustände.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Subventionen, Wohlfahrt, Utilitarismus, Gerechtigkeit als Fairness und Lebensdienlichkeit aus.
Der Zuckermarkt dient als zentrales Fallbeispiel, um die komplexe Interessenslage zwischen EU-Produzenten, AKP-Staaten und Konsumenten sowie die praktische Anwendbarkeit von Bentham’schem Utilitarismus zu verdeutlichen.
Der Autor argumentiert, dass ökonomische Effizienzmodelle ethisch "blind" sind und Fragen der Gerechtigkeit sowie menschlicher Lebensqualität bei der Verteilung von Ressourcen vernachlässigen.
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