Diplomarbeit, 2002
102 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einführung
1. Geschichte der Traumaforschung
2. Unterschiedliche Sichtweisen von Trauma
2.1 Trauma aus psychoanalytischer Sicht
2.1.1 Das psychoökonomische Modell
2.1.2 Das hermeneutisch-objektbeziehungstheoretische Modell
2.2 Trauma als Verlaufsmodell aus psychotraumatologischer Sicht
2.3 Trauma aus Psychophysiologischer Sicht Fazit
3. Posttraumatische Belastungsstörungen durch sexuelle Gewalterfahrung in der Kindheit
3.1 Merkmale und Symptome
3.1.1 Übererregung
3.1.2 Intrusion (flash backs) vs. Verleugnung/Vermeidung
3.1.3 Konstriktion
3.1.4 Wiedererleben
3.2 Psychodynamische Auswirkungen in der Kindheit
3.2.1 Das Modell von Finkelhor
3.2.2 Das Modell von Herman
3.2.3 Auswirkungen auf den Körper
3.2.4 Verlust an Selbstregulation
3.3 Psychodynamische Auswirkungen im Erwachsenenalter
3.3.1 Beziehungsfähigkeit
3.3.2 Körperwahrnehmung und Sexualität
3.3.3 Mutter sein
3.4 Diagnostische Kriterien
3.4.1 „Basales psychotraumatisches Belastungssyndrom“ Definition nach G. Fischer/P. Riedesser
3.4.2 Differentialdiagnose und Überschneidungen mit anderen Störungsbildern
4. Die Dialektik des Traumas und seine Bedeutung für die Therapie
4.1 Das Problem der Gegenübertragungsphänomene (Primitive Idealisierung, Projektive Idealisierung Introjektion und Spaltung, Identifikation mit dem Aggressor)
4.2 Die Therapie als Erfahrung einer „tragenden“ Beziehung
4.3 Phasen der Heilung
5. Darstellung unterschiedlicher therapeutischer Herangehensweisen
5.1 Selbsthilfegruppen
5.1.1 Anonyme Selbsthilfegruppen
5.1.2 Angeleitete Selbsthilfegruppen
5.2 Psychoanalytische Behandlung
5.2.1 Einzeltherapie
5.2.2 Gruppentherapie
5.3 Traumazentrierte Psychotherapie nach Sachse/Reddemann
5.3.1 Stabilisierungsphase
5.3.2 Traumaexpositionsphase
5.3.3 Die Re-Stabilisierungsphase – Trauer und Neuorientierung
6. Resümee und Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht die psychodynamischen Auswirkungen sexueller Gewalterfahrungen in der Kindheit sowie verschiedene therapeutische Ansätze zu deren Behandlung. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die komplexen Folgen dieser Traumatisierungen zu entwickeln und einen ganzheitlichen, schulenübergreifenden Therapieansatz zu beleuchten, der den individuellen Heilungsweg betroffener Frauen unterstützt.
3.1.2 Intrusion
Intrusionen sind für Traumatisierte sich plötzlich aufdrängende Erinnerungen, in denen das ursprüngliche Ereignis mit aller emotionaler Gewalt wiederkehrt und sie es so erleben, als ob es gerade geschähe. Angestoßen durch meist visuelle Abläufe (alte Filme von traumatischen Erfahrungen) oder oft auch akustische, olfaktorische oder kinästhetisch-sensorische Erinnerungsfragmente befinden sich die Menschen urplötzlich in dissoziativen Zuständen, den „flash backs“ von Depersonalisation und Derealisation, sie stehen sozusagen neben sich.
Über die Besonderheiten der traumatischen Erinnerungen führt Herman aus (1993, S. 59):
„Anders als die gewöhnlichen Erinnerungen von erwachsenen Menschen sind sie nicht als verbale, lineare Erzählung gespeichert, die Teil einer fortlaufenden Lebensgeschichte wird ... Verbale, zusammenhängende Erzählungen fehlen bei traumatischen Erinnerungen; statt dessen sind sie in Form intensiver Gefühle und deutlicher Bilder gespeichert.“
Einführung: Die Autorin erläutert ihren persönlichen Zugang zur Thematik durch ihre langjährige Tätigkeit in einer Frauengruppe und legt den Fokus der Arbeit auf sexuelle Gewalterfahrungen in der Kindheit.
Geschichte der Traumaforschung: Dieser Abschnitt gibt einen historischen Überblick, von den Anfängen der Psychotraumatologie bis hin zur heutigen Bedeutung von Dissoziation und Bindungsbeziehungen.
Unterschiedliche Sichtweisen von Trauma: Verschiedene wissenschaftliche Modelle (psychoanalytisch, psychotraumatologisch und psychophysiologisch) werden vorgestellt und definiert.
Posttraumatische Belastungsstörungen durch sexuelle Gewalterfahrung in der Kindheit: Das Kapitel detailliert die psychodynamischen Auswirkungen in Kindheit und Erwachsenenalter sowie die diagnostische Einordnung.
Die Dialektik des Traumas und seine Bedeutung für die Therapie: Es wird die Ambivalenz zwischen Verleugnung und Mitteilung sowie die Bedeutung von Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen untersucht.
Darstellung unterschiedlicher therapeutischer Herangehensweisen: Ein schulenübergreifender Blick auf Selbsthilfegruppen, Psychoanalyse und traumazentrierte Psychotherapie, inklusive ihrer spezifischen Phasen.
Resümee und Ausblick: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen und plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der die Selbstheilungskräfte der Betroffenen in den Mittelpunkt rückt.
Posttraumatische Belastungsstörung, sexueller Kindesmissbrauch, Trauma, Dissoziation, Psychodynamik, therapeutische Beziehung, Gegenübertragung, Traumatherapie, Stabilisierung, Traumaexposition, Selbstheilungskräfte, Heilung, Identifikation mit dem Aggressor, Intrusion, Konstriktion.
Die Diplomarbeit untersucht die psychischen Folgen von sexuellem Missbrauch in der Kindheit und analysiert verschiedene therapeutische Herangehensweisen für betroffene Frauen.
Die zentralen Themen sind die Traumaforschung, die psychodynamische Dynamik von Missbrauch, die Komplexität der therapeutischen Beziehung und der Heilungsprozess.
Ziel ist es, die Komplexität traumatischer Erfahrungen zu verstehen und einen ganzheitlichen Ansatz zu finden, der sowohl psychoanalytische Erkenntnisse als auch traumaorientierte Techniken integriert.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychoanalytischer und psychotraumatologischer Theorien sowie der Auswertung klinischer Konzepte.
Der Hauptteil behandelt die Symptomatik (z.B. Intrusionen, Konstriktion), die entwicklungspsychologischen Folgen und die verschiedenen Therapieformen wie Selbsthilfegruppen und traumazentrierte Psychotherapie.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Trauma, PTBS, Dissoziation, therapeutische Beziehung und Selbstheilungskräfte definieren.
Die Spaltung dient als notwendiger Abwehrmechanismus, um das Ich vor überflutenden Ängsten und Schmerzen zu schützen, indem widersprüchliche Selbst- und Objektbilder getrennt gehalten werden.
Sie betont stärker die Selbstheilungskräfte, setzt auf Techniken wie Imagination zur Stabilisierung und lehnt die bewusste Herbeiführung einer dramatischen Retraumatisierung in der Übertragung ab.
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