Diplomarbeit, 2006
111 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Intersexualität – das letzte Tabu?
1.1 Was ist Intersexualität?
1.2 Häufigkeit der Intersexualität
1.3 Intersexualität, Transsexualität und Transgender
2. Zweigeschlechtlichkeit als Norm
2.1 Entwicklung der Geschlechtstypisierung
2.2 Zweigeschlechtlichkeit als politische und rechtliche Norm
2.3 Zweigeschlechtlichkeit als soziale und kulturelle Norm
3. Intersexualität als medizinische „Störung“
3.1 Die geschlechtliche Entwicklung
3.1.1 Die embryonale Entwicklung
3.1.2 Die pubertäre Entwicklung
3.2 Medizinische Einordnung der Intersexualität
3.3 Medizinische Maßnahmen und ihre Folgen
3.4 Traumatisierung
3.5 Probleme und Kritik
3.6 Forderungen von Betroffenen
3.7 Aktuelle Ansätze in der Medizin
4. Psychosoziale Auswirkungen der Normung für die Betroffenen in einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“
4.1 Selbst- und Fremddefinitionen
4.2 Tabuisierung und „Outing“
4.3 Sexualität und Zweierbeziehung
5. Selbsthilfe und Interessenvereinigungen
5.1 Die Gruppe XY-Frauen
6. Konsequenzen für die soziale Arbeit
6.1 Soziale Arbeit mit Erwachsenen
6.2 Soziale Arbeit mit Eltern
6.3 Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
7. Zweigeschlechtlichkeit als Dogma
7.1 Ist die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen ein Dogma?
7.2 „Superegoistische Chromosomen“ oder die naturwissenschaftliche Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit
7.3 Hat das System der Zweigeschlechtlichkeit ausgedient?
8. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen des starren Dogmas der Zweigeschlechtlichkeit am Beispiel intersexueller Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Normen und medizinische Praktiken die Identität und Lebensrealität betroffener Individuen maßgeblich beeinflussen und diskriminieren.
3.1 Geschlechtliche Entwicklung
Bis zur sechsten Woche verläuft die geschlechtliche Entwicklung bei allen Föten gleich, dann findet eine Differenzierung statt, je nachdem ob XX oder XY-Chromosomen (oder selten auch beide) vorhanden sind. Die Gonaden - die späteren Hoden oder Eierstöcke - sind identisch.
Bei Jungen (Föten mit Y-Chromosom) werden ca. ab der 7. Woche v. a. Androgene (u. a. Testosteron), daneben auch weibliche Sexualhormone gebildet, bei Mädchen (Föten ohne Y-Chromosom) ca. ab der 8. Woche Östrogene, Progesteron und eine kleine Menge Testosteron. Die Gonaden bilden sich zu Eierstöcken oder Hoden aus. Manchmal werden sowohl Hoden als auch Eierstöcke gebildet (bei Embryonen, deren Zellen sowohl die chromosomale Kombination XX als auch XY aufweisen).
Die Müllerschen und die Wolffschen Gänge als Vorstufen der Geschlechtsorgane finden sich anfangs bei allen; unter dem Einfluss der Hormone entwickeln sich die Müllerschen Gänge zu Uterus, Eileitern und der Innenseite der Vagina, die Wolffschen Gänge zu Samenbläschen, Nebenhoden und Samenleitern – die jeweils andere Anlage verkümmert.
Einleitung: Die Arbeit motiviert sich aus der Notwendigkeit, sich kritisch mit Diskriminierungen von Minderheiten auseinanderzusetzen, und hinterfragt die Dichotomie des Zweigeschlechtersystems.
1. Intersexualität – das letzte Tabu?: Dieses Kapitel definiert Intersexualität und grenzt sie von anderen Geschlechtsidentitäten wie Transsexualität und Transgender ab.
2. Zweigeschlechtlichkeit als Norm: Es wird beleuchtet, wie Geschlechtsidentität entwickelt wird und inwiefern rechtliche sowie kulturelle Normen das Dogma der Zweigeschlechtlichkeit stützen.
3. Intersexualität als medizinische „Störung“: Dieser Teil behandelt die biologischen Grundlagen der Intersexualität und kritisiert die medizinische Praxis der Genitalkorrekturen an Kindern.
4. Psychosoziale Auswirkungen der Normung für die Betroffenen in einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“: Hier stehen die psychischen Folgen der Tabuisierung, das „Outing“ und die Auswirkungen auf die Sexualität und Partnerschaft im Fokus.
5. Selbsthilfe und Interessenvereinigungen: Es wird die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für intersexuelle Menschen, insbesondere die der Gruppe der XY-Frauen, dargelegt.
6. Konsequenzen für die soziale Arbeit: Das Kapitel entwickelt Ansätze für eine parteiliche und geschlechtssensible Arbeit mit betroffenen Erwachsenen, Kindern und Eltern.
7. Zweigeschlechtlichkeit als Dogma: Hier wird die These bekräftigt, dass die Zweigeschlechtlichkeit ein autoritäres System ist, und eine kritische Auseinandersetzung mit der naturwissenschaftlichen Konstruktion von Geschlecht geführt.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit, das System der Zweigeschlechtlichkeit zu überwinden und ein Recht auf körperliche Integrität und Selbstbestimmung zu etablieren.
Intersexualität, Zweigeschlechtlichkeit, Geschlechtsidentität, Normierung, Diskriminierung, Medizinische Eingriffe, Sozialarbeit, Selbsthilfe, XY-Frauen, Geschlechtsrolle, Geschlechtszuweisung, Traumatisierung, Gender, Körperliche Integrität, Tabuisierung.
Die Diplomarbeit thematisiert die gesellschaftlichen und individuellen Folgen des medizinischen und rechtlichen Systems der Zweigeschlechtlichkeit für intersexuelle Menschen.
Die Arbeit beleuchtet die medizinische Behandlung, psychosoziale Auswirkungen, die Rolle der Selbsthilfe und die notwendigen Konsequenzen für die Soziale Arbeit.
Das Ziel ist der Nachweis, dass die Zweigeschlechtlichkeit als ein dogmatisches Normensystem fungiert, das Menschen verletzt, und Handlungsansätze für eine tolerantere Praxis aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, ergänzt durch qualitative Experten- und Betroffeneninterviews.
Der Hauptteil analysiert die medizinische Einordnung von Intersexualität als „Störung“, die traumatischen Folgen erzwungener Eingriffe und die Bedeutung der Selbsthilfe für Betroffene.
Wichtige Begriffe sind Intersexualität, Zweigeschlechtlichkeit, Geschlechtsidentität, Diskriminierung und Selbstbestimmung.
Sozialpädagogische Fachkräfte kommen oft mit den Folgen struktureller Gewalt in Kontakt und benötigen fundiertes Wissen, um Betroffene und deren Eltern adäquat unterstützen zu können.
Die Autorin kritisiert die medizinische Praxis der Genitalkorrekturen scharf als Menschenrechtsverletzungen, die oft ohne medizinische Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung der Geschlechterdichotomie durchgeführt werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

