Forschungsarbeit, 2005
50 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Theorie
Geschlecht
Vorwissen
Soziale Ängstlichkeit
Ziel der Studie
Fragestellungen
Methode
Stichprobe und Design
Lernumgebung
Versuchsablauf
Experimentalbedingungen
Experimentalbedingung: Wissensschema
Experimentalbedingung: Kooperationsskript
Experimentalbedingung: Kooperationsskript und Wissensschema
Experimentalbedingung: Ohne Kooperationsskript und ohne Wissensschema
Variablen und Variablenerhebung
Relevante Variablen der Untersuchung
Lernerfolg
Geschlecht
Vorwissen
Soziale Ängstlichkeit
Ergebnisse
Vorraussetzungen
Geschlecht
Vorwissen
Soziale Ängstlichkeit
Zusammenfassung der Ergebnisse
Diskussion
Geschlecht
Vorwissen
Soziale Ängstlichkeit
Schluss
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht, inwiefern individuelle Unterschiede – insbesondere Geschlecht, Vorwissen und soziale Ängstlichkeit – den Lernerfolg bei Studierenden beeinflussen, die kooperativ in einer computervermittelten Videokonferenz-Umgebung zusammenarbeiten.
Soziale Ängstlichkeit
Als soziale Ängstlichkeit bezeichnet man die Angst vor sozialen Situationen oder Leistungssituationen. Sozial ängstliche Menschen fürchten sich davor beobachtet zu werden oder gar im Mittelpunkt zu stehen, da sie sich dabei blamieren könnten. Diese Angst tritt typischerweise in kleinen Gruppen, aber nicht in anonymen Menschenmengen auf. Menschen, die unter sozialer Angst leiden, denken, dass andere Menschen ihre Worte und Handlungen negativ bewerten (Butler, 2002). Sie spielt also gerade in dieser Studie eine wichtige Rolle, da in kleinen Gruppen und unter Beobachtung gelernt wird. Ein gewisses Ausmaß an sozialer Angst ist völlig normal. Nimmt sie jedoch Überhand, kann das Lernen erheblich beeinträchtigt werden (Morschitzky, 2005).
Nach Cohen und Webb ist die Interaktion zwischen den Lernenden ein konsistenter Prädiktor für den Lernerfolg (Ertl, 2003). Sozial ängstliche Menschen befürchten, dass wenn sie mit anderen kommunizieren, ihre Schwächen entdeckt werden könnten „(…)und dass sie abgewiesen, ignoriert, kritisiert oder zurückgewiesen werden, weil sie sich nicht in angemessener Weise verhalten haben“ (Butler, 2002, S.15). Viele denken auch, dass sie von vornherein nicht angenommen werden würden und versuchen ihr „wahres Ich“ zu verstecken, „(…) natürlich wird es dadurch schwierig, eine Meinung auszudrücken, oder zu sagen, was sie denken“ (Butler, 2002, S.26). Wenn eine Person also sozial ängstlich ist und sich nicht traut, ihre Meinung auszudrücken, kommt eine Kommunikation wesentlich schlechter zustande, als wenn die Person offen und ungehemmt sagt, was sie denkt. Dies kann den Lernerfolg negativ beeinflussen.
Einleitung: Einführung in die Bedeutung des computerunterstützten Lernens und Zielsetzung der Untersuchung des Einflusses individueller Faktoren auf den Lernerfolg.
Theorie: Überblick über den Forschungsstand zu Geschlechtsunterschieden, der Rolle von Vorwissen und den Auswirkungen sozialer Ängstlichkeit im Kontext kooperativen Lernens.
Methode: Beschreibung des 2x2-faktoriellen Forschungsdesigns, der Lernumgebung sowie der Datenerhebungsinstrumente zur Messung von Variablen wie Vorwissen, sozialer Ängstlichkeit und Lernerfolg.
Ergebnisse: Detaillierte statistische Analyse, die zeigt, dass Vorwissen einen signifikanten Einfluss auf den Lernerfolg hat, während Geschlecht und soziale Ängstlichkeit in diesem Setting keine maßgeblichen Auswirkungen zeigten.
Diskussion: Kritische Reflexion der Befunde, Erörterung möglicher Erklärungsansätze für die ausbleibenden Effekte sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schluss: Zusammenfassendes Fazit der zentralen Ergebnisse hinsichtlich der Prädiktoren für den Lernerfolg in Videokonferenz-Lernumgebungen.
Kooperatives Lernen, Videokonferenzen, Lernerfolg, Vorwissen, soziale Ängstlichkeit, Geschlecht, Computergestütztes Lernen, Instruktionsmaßnahmen, Wissensschema, Kooperationsskript, Partizipation, Sozialphobie, kognitive Belastung, empirische Forschung, Dyaden.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen individueller Lernervariablen – insbesondere Geschlecht, Vorwissen und soziale Ängstlichkeit – auf den Lernerfolg bei Studierenden, die in Dyaden via Videokonferenz kooperativ lernen.
Die zentralen Themen sind kooperatives Lernen, Medieneinsatz (Videokonferenz), die Rolle von Vorwissen bei der Wissenskonstruktion sowie die psychologischen Auswirkungen von Ängstlichkeit und Geschlechtsunterschieden auf die Interaktion.
Das Ziel ist es, den individuellen Lernerfolg beim kooperativen Lösen von Fällen in einer Videokonferenzumgebung zu analysieren und zu prüfen, ob dieser von den genannten persönlichen Faktoren der Studierenden beeinflusst wird.
Es wurde ein 2x2-faktorielles Experiment mit 86 Studierenden durchgeführt, wobei die Daten mittels Varianz- und Regressionsanalysen sowie statistischen Korrelationsprüfungen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Beschreibung der experimentellen Methode (inklusive Lernumgebung und Versuchsablauf) sowie die umfassende Darstellung und Interpretation der statistischen Ergebnisse.
Zu den prägenden Begriffen gehören kooperatives Lernen, Videokonferenzen, Lernerfolg, Vorwissen, soziale Ängstlichkeit sowie instruktionale Unterstützung durch Skripts und Schemata.
Die Untersuchung konnte statistisch hochsignifikant nachweisen, dass das Vorwissen einen positiven Einfluss auf den Lernerfolg hat und etwa 34 % des Lernerfolgs erklärt.
Überraschenderweise konnte kein signifikanter negativer Zusammenhang festgestellt werden; soziale Ängstlichkeit beeinflusste den Lernerfolg in diesem speziellen Setting nur zu einem verschwindend geringen Teil von 1,5 %.
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