Examensarbeit, 2000
103 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Vorgehensweise
2. Was die Arbeit nicht beinhaltet
3. Geschichte und Grundzüge des traditionellen und neuen deutschen Hörspiels
3.1. Das deutsche Hörspiel von 1923 bis heute
3.2. Das traditionelle Hörspiel als Wortkunstwerk
3.3. Das Hörspiel in der Schule für Blinde
3.4. Hörbeispiel „Ben liebt Anna“ von Peter Härtling
4. Die Wahrnehmung Blinder
4.1. Das Hören im Verhältnis zum Sehen
4.2. Die Hörerziehung bei blinden Kindern
4.3. Der Charakter: die Stimme
5. Kommunikation
5.1. Nonverbale Kommunikation
6. Mimik und Haltung als emotionale Informationsträger
6.1. Die Mimik
6.2. Das Gesicht
6.2.1. Gesichtsausdrücke Blinder
6.2.2. Die Bedeutung unterschiedlicher Gesichtsausdrücke
6.2.3. Die Fähigkeit blinder Kinder, Gesichtsausdrücke auf Verlangen zu reproduzieren
6.3. Das Lächeln
6.3.1. Das Lächeln in der Interaktion
6.4. Das coverbale Verhalten Blinder als Feedbackverhalten in sozialen Interaktionen
6.5. Die Körperhaltung Blinder
6.5.1. Die Bedeutung der Haltung in der Interaktion
6.5.2. Übungsprogramme zur Verbesserung der Haltung blinder Kinder
7. Die Psychomotorik in ihrer Bedeutung für den Menschen
8. Ausdruck und Darstellung
8.1. Die Symbolisierungsfähigkeit als Sprache des Ausdrucks
8.2. Trainingsprogramme zur Differenzierung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit bei blinden Kindern
9. Darstellendes Spiel an der Schule für Blinde
10. Stereotypien
11. Der Katalog erwünschter Verhaltensweisen
12. Soziale Kompetenz
13. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie blinde Kinder durch den didaktischen Einsatz von Hörspielen in ihrer sozialen Kompetenz gefördert werden können. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch die methodische Verknüpfung von Hörspiel und darstellendem Spiel ein Verständnis für nonverbale Kommunikationsmittel wie Mimik und Körperhaltung zu vermitteln, um den Umgang mit sehenden Interaktionspartnern zu verbessern.
3.4. Hörbeispiel: „Ben liebt Anna“ von Peter Härtling
Ich möchte ein konkretes Hörbeispiel nennen, welches ich für geeignet halte, wenn es darum geht, blinde Kinder und Jugendliche an das darstellende Spiel heranzuführen und sie zum Umsetzen des Gehörten in Mimik und Haltung zu bewegen.
Das Hörspiel „Ben liebt Anna“ von Peter Härtling besitzt eine Laufzeit von 41 Minuten und erscheint mir in der Länge für eine Unterrichtsstunde geeignet. Das Ohr als Aufnahmeorgan ermüdet nach einer gewissen Zeit, die individuell verschieden ist. Wichtig bei der Wahl erschien mir die Tatsache, dass dieses Hörspiel mit wenig Stimmen auskommt und es zweckmäßig ist, den blinden Schülern zu Beginn nicht zu viele neue Stimmen anzubieten. Hier stellt sich die grundsätzliche Frage, ob sich uns Gesichter oder Stimmen leichter einprägen und wie viele Gesichter und Stimmen sich Menschen einprägen können. Dies mag individuell verschieden sein, dennoch ist es für die Anwendung eines Hörspiels im Unterricht mit blinden Kindern und Jugendlichen von Bedeutung, wie viele Stimmen sie aufnehmen und differenzieren können.
Im Unterricht kann sich darüber verständigt werden, dass die unterschiedlichen Stimmen der Klassenkameraden etwas über den Charakter der Person aussagen. Die Hörspielhelden Ben und Anna sind ihrer Charakteristik nach „Typen“, d. h. ihr Charakter schlägt sich in ihren Worten nieder. „Typen“ sind von der Figurengestaltung nicht komplex angelegt, dies begründet sich schon in der kurzen Hörspielzeit. Charaktere entstehen weniger, als dass vielmehr festgelegte Charaktere durch die Hauptpersonen wiedergegeben werde.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Vermittlung nonverbaler Kommunikationsmittel an blinde Kinder durch den didaktischen Einsatz von Hörspielen.
2. Was die Arbeit nicht beinhaltet: Eingrenzung des Themas unter Ausschluss bestimmter Aspekte wie Kinesik, Gestik oder spezifischer Strategien zur Blindismen-Reduktion.
3. Geschichte und Grundzüge des traditionellen und neuen deutschen Hörspiels: Historischer Überblick über die Entwicklung des Hörspiels und dessen Potenziale für den Unterricht mit blinden Schülern.
4. Die Wahrnehmung Blinder: Analyse der veränderten Sinneswahrnehmung bei Blinden, mit Fokus auf die Bedeutung des Hörens als Fernsinn.
5. Kommunikation: Theoretische Grundlagen der verbalen und nonverbalen Kommunikation im Kontext von Interaktionen.
6. Mimik und Haltung als emotionale Informationsträger: Detaillierte Untersuchung der Funktionen von Mimik und Körperhaltung in der sozialen Interaktion.
7. Die Psychomotorik in ihrer Bedeutung für den Menschen: Darstellung der psychomotorischen Grundlagen und ihrer Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung.
8. Ausdruck und Darstellung: Differenzierung zwischen spontanem Ausdruck und bewusster Darstellung in der Bewegungserziehung.
9. Darstellendes Spiel an der Schule für Blinde: Erläuterung des Rollenspiels als Methode zur Modifikation des Verhaltens blinder Schüler.
10. Stereotypien: Thematisierung von Blindismen und deren Wirkung auf soziale Interaktionen mit Sehenden.
11. Der Katalog erwünschter Verhaltensweisen: Definition von Lernzielen zur Anpassung an nonverbale Erwartungen in der sehenden Welt.
12. Soziale Kompetenz: Diskussion des Begriffs soziale Kompetenz als Ziel der Blindenpädagogik.
13. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Resümee über die Möglichkeiten, durch Hörspiel und darstellendes Spiel Verhaltensmodifikationen bei Blinden zu erreichen.
Blindenpädagogik, Hörspiel, nonverbale Kommunikation, Mimik, Körperhaltung, soziale Kompetenz, darstellendes Spiel, Hörerziehung, Wahrnehmung, psychomotorische Entwicklung, Interaktion, Inklusion, Verhaltensmodifikation.
Die Arbeit untersucht den didaktischen Einsatz von Hörspielen als Werkzeug, um blinden Kindern und Jugendlichen ein Verständnis für nonverbale Kommunikationsmittel wie Mimik und Körperhaltung zu vermitteln.
Die zentralen Felder sind die Wahrnehmungspsychologie Blinder, die Bedeutung der Stimme und des Hörens, die Rolle der Mimik und Körperhaltung als emotionale Signale sowie Methoden des darstellenden Spiels zur Verhaltensmodifikation.
Das Ziel ist die Erhöhung der sozialen Kompetenz blinder Kinder durch die Erweiterung ihrer Möglichkeiten, nonverbale Signale sehender Mitmenschen zu verstehen und diese (soweit möglich) in ihre eigene Ausdrucksweise zu integrieren.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und pädagogische Methoden des darstellenden Spiels und der Hörerziehung für den Unterricht an Blindenschulen theoretisch herleitet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Wahrnehmung, zur Kommunikation und zur Bedeutung von Mimik und Haltung sowie einen praxisorientierten Teil, der den Einsatz von Hörspielen und darstellendem Spiel zur Kompetenzförderung beschreibt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Blindenpädagogik, soziale Kompetenz, Hörspiel, nonverbale Kommunikation und darstellendes Spiel.
Das Hörspiel nutzt den auditiven Kanal, der für blinde Kinder den primären Zugang zur Welt darstellt. Es dient als "akustische Bühne", um Lebenssituationen und soziale Interaktionen erfahrbar zu machen.
Da blinde Kinder Mimik nicht visuell imitieren können, ist ihr Ausdrucksverhalten oft gehemmter. Die Arbeit betont, dass ein Training dieser Fähigkeiten notwendig ist, um Missverständnisse in der Interaktion mit Sehenden zu vermeiden.
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