Examensarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 2,0
1 Vorwort
2 Schulbücher
2.1 Geschichtliches zur Schulbuchforschung über Vorurteile
2.2 Der Einsatz von Schulbüchern
2.3 Die untersuchten Schulbücher
3 Methoden der Schulbuchorschung
3.1 Drei methodische Probleme
3.2 Drei Analyseziele
3.2.1 Verständlichkeit – wie verständlich und altersgerecht sind Schulbücher geschrieben?
3.2.2 Welche Wertehaltungen und Einstellungen vermitteln die Schulbücher?
3.2.3 Werden effektive und soziale Lernziele erreicht?
3.3 Drei Arten der Schulbuchforschung
3.3.1 Die prozessorientierte Schulbuchforschung
3.3.2 Die produktorientierte Schulbuchforschung
3.3.3 Die wirkungsorientierte Schulbuchforschung
3.4 Fünf Kriterien für empfehlenswerte Schulbücher
3.5 Der Vorurteilsbegriff in Schulbüchern
4 Die Entstehung von Vorurteilen und Strategien gegen Vorurteile
4.1 Definition von Vorurteilen und Stereotypen
4.2 Wo kommen Vorurteile her?
4.2.1 Kategorisches Denken
4.2.2 Sozialisation
4.2.3 In-Gruppen und Out-Gruppen
4.2.4 Das Individuum
4.2.4.1 Die Theorie der autoritären Persönlichkeit
4.2.4.2 Frustrations-Aggressions-Hypothese und Sündenbock-Theorie
4.2.4.3 Dogmatismustheorie
4.2.4.4 Deprivation
4.2.5 Zusammenfassung
4.3 Welche Strategien gibt es im Kampf gegen Vorurteile
5 Die Analyse der Schulbücher
5.1 TEAM- Arbeitsbuch für den Sozialkundeunterricht (Realschule)
5.2 Demokratie heute (Realschule)
5.3 Politik und Wirtschaft (Gymnasium)
5.4 Mensch und Politik S1 (Sekundarstufe 1)
5.5 Politik und Co (Gymnasium)
6 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie ausgewählte Schulbücher der Sekundarstufe I mit dem Thema Vorurteile umgehen. Dabei wird analysiert, ob und wie Vorurteile und Strategien gegen diese thematisiert werden, welche Werte vermittelt werden und inwiefern ein rechtsextremistisches Weltbild kritisch beleuchtet wird, um Lernende für das Thema zu sensibilisieren.
4.2.1 Kategorisches Denken
Die Entstehung von Vorurteilen wird oft mit dem „Kategorischen Denken“ oder der „sozialen Kategorisierung“ erklärt.
Vorurteile gibt es aufgrund der menschlichen Eigenschaft, Kategorien zu bilden und Vereinfachungen vorzunehmen, die uns helfen, uns in einer komplexen Umwelt zurechtzufinden bzw. wegen der kognitiven Funktion, die „’Eilverfahren’ für Urteile und Entscheidungen auf der Basis eines raschen Überblicks über begrenzte Informationen bereitstellt“ (Zimbardo, S.701).
Das menschliche Gehirn scheint darauf angewiesen zu sein, solche Vereinfachungen und Kategorisierungen vorzunehmen, es hängt mit der Art der Informationsverarbeitung zusammen (vgl. Plous, p.4). Ohne das kategorische Denken würde es keine Vorurteile geben können, da Vorurteile immer auf Verallgemeinerungen basieren und diese auf Kategorien (Rasse, Religion, Geschlecht) angewiesen sind.
Vorurteile beruhen auf einer verzerrten Wahrnehmung oder einer „kognitiven Verzerrung“. Eine „kognitive Verzerrung“ liegt vor, wenn Menschen „nicht erkennen, daß eine Denkweise oder eine kognitive Strategie, die sich in der Vergangenheit bewährt hat, für die gegenwärtige Situation nicht angemessen ist.“ (Zimbardo, S. 371) Im speziellen Fall immer dann, wenn „die Schlußfolgerungen, die auf der Grundlage von Stereotypen gezogen werden (...) ‚schnell und schmutzig’ sind.“ (vgl. ebd., S.701)
Ein Beispiel für eine „kognitive Verzerrung“, die zur Ausbildung von Vorurteilen führt, ist die „in-group-bias“, auf die ich noch eingehen werde.
Der erste Eindruck, den Menschen von Personen haben, ist selbst dann noch der entscheidende, wenn das erlebte Verhalten der Person im Widerspruch zur Einschätzung steht, man nennt das „Primacy Effect“ (ebd., S.701) und es lässt sich hieraus ersehen, warum Vorurteile hartnäckig sein können.
1 Vorwort: Der Autor führt in die Relevanz von Vorurteilen im gesellschaftlichen Diskurs ein und begründet die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Thema im schulischen Kontext.
2 Schulbücher: Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte der Schulbuchforschung zum Thema Vorurteile und diskutiert die Bedeutung sowie die Problematik des Einsatzes von Schulbüchern als Lehrmedium.
3 Methoden der Schulbuchorschung: Hier werden theoretische Grundlagen für die eigene Analyse gelegt, indem verschiedene methodische Ansätze und Analyseziele in der Schulbuchforschung diskutiert werden.
4 Die Entstehung von Vorurteilen und Strategien gegen Vorurteile: Es werden zentrale sozialwissenschaftliche Theorien zur Genese von Vorurteilen sowie Lösungsansätze für deren Abbau vorgestellt, um einen theoretischen Rahmen für den Vergleich der Bücher zu schaffen.
5 Die Analyse der Schulbücher: In diesem Hauptteil werden fünf konkrete Unterrichtswerke auf ihren Umgang mit Vorurteilen, deren Ursachen und Gegenstrategien hin untersucht und kritisch bewertet.
6 Resümee: Der Autor fasst die Ergebnisse seiner Analyse zusammen und bewertet, welche Schulbücher am besten geeignet sind, um das Thema Vorurteile differenziert und wirkungsvoll im Unterricht zu behandeln.
Vorurteile, Schulbuchforschung, Sozialkunde, Stereotype, Diskriminierung, Rechtsextremismus, Sozialisation, In-Group, Out-Group, Multiperspektivität, Interkulturelles Lernen, Politische Bildung, Sekundarstufe I, Wertevermittlung
Die Hausarbeit untersucht die didaktische Aufarbeitung des Themas Vorurteile in gängigen hessischen Sozialkunde-Schulbüchern für die Sekundarstufe I.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Definition und Entstehung von Vorurteilen, den Umgang mit Rechtsextremismus sowie Strategien zur Vorurteilsbekämpfung innerhalb der Schulbücher.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Schulbücher Vorurteile thematisieren, welche Werte dabei vermittelt werden und ob die Bücher selbst zur Sensibilisierung beitragen oder Vorurteile unreflektiert weitergeben.
Der Autor verwendet eine qualitative Aspektanalyse, bei der Texte und Aufgabenstellungen der Schulbücher inhaltsanalytisch auf den Umgang mit dem Aspekt "Vorurteile" geprüft werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von fünf spezifischen Schulbuchwerken, wobei deren inhaltliche Qualität bei der Thematisierung von Vorurteilen kritisch geprüft wird.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Vorurteile, Schulbuchforschung, Sozialkunde, Diskriminierung, Interkulturelles Lernen und Politische Bildung beschreiben.
Der Autor bemängelt bei mehreren Schulbüchern eine undifferenzierte oder gar vorurteilsfördernde Darstellung des Kopftuchs als bloßes Symbol der Unterdrückung.
Das Buch wird positiv hervorgehoben, da es den Begriff Vorurteil aktiv erklärt, eine kritische Reflexion des eigenen Denkens anregt und Aufgaben stellt, die den Unterschied zwischen Vorurteilen und Sachaussagen verdeutlichen.
Nein, die Darstellung reicht von einer intensiven, teils reißerischen Behandlung bis hin zum völligen Ignorieren des Phänomens im modernen Kontext, wie etwa bei "Politik und Co".
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