Bachelorarbeit, 2006
53 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Wirtschaftlicher und Technologischer Strukturwandel
2.1 Strukturwandel und Modernisierung
2.2 Gesellschaftlicher Wandel
2.3 Technologischer Wandel
2.4 Der Wandel von Wirtschaft und Arbeit
3. Geschlecht als Strukturkategorie
3.1 Die soziale Konstruktion von Geschlecht
3.2 Geschlecht und Technik
3.2.1 Einstellungen gegenüber der Informationstechnologie
3.2.2 Computer- und Internetnutzung
3.3 Geschlecht und Arbeit
3.3.1 Die Situation in den IT-Ausbildungsberufen
3.3.2 Informatikstudium und IT-Experten im Beruf
3.4 Der Bedeutungsverlust von Geschlecht
4. Frauen- und Technikförderung
4.1 Das Differenzmodell
4.2 Der kognitive Ansatz
4.3 Der individuumszentrierte Ansatz
4.4 Der sozialstrukturelle Ansatz
5. Zusammenfassung
6. Abstract
Die Arbeit untersucht, ob sich im Zuge des wirtschaftlichen und technologischen Wandels die bekannten Muster der Geschlechterasymmetrie in Bezug auf die Nutzung und Entwicklung von Informationstechnologie reproduzieren oder ob es Anzeichen für eine zunehmende Angleichung zwischen den Geschlechtern gibt.
3.1 Die soziale Konstruktion von Geschlecht
In der Denkweise der modernen westlichen Welt wird das „Biologische“ als natürliche, organische und genetisch festgelegte Grundlage des Lebens betrachtet. Ihm gegenüber steht das „Soziale“, welches den kulturellen und gesellschaftlichen Rahmen in dem das Leben stattfindet, absteckt. Natur und Kultur werden so als Gegensatzpaare und mit unterschiedlichen Eigenschaften gedeutet. Natur gilt dabei als unveränderlich und statisch, wohingegen Kultur als veränderlich und entwicklungsfähig definiert wird (vgl. Maurer 2002: 70). Auch Geschlecht wird in diesen Gegensätzen gedacht. Im Zuge des technologischen und gesellschaftlichen Wandels der „Zweiten Modern“ werden aber nicht nur die Verhältnisse zwischen Natur und Kultur, sondern auch das Zusammenspiel von weiblich und männlich neu hinterfragt.
Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts unterscheidet man in den englischsprachigen Sexualwissenschaften zwischen „sex“ und „gender“. „Sex“ bezeichnet die physischen, anatomischen und physiologischen Grundlagen, anhand derer man das Geschlecht bestimmt. Diese Merkmale sind demnach jenseits des sozialwissenschaftlichen Zugriffs angesiedelt. „Gender“ hingegen benennt das soziale Geschlecht. Darunter versteht man Eigenschaftszuschreibungen, soziale Positionierung und die kulturell determinierten Verhaltenserwartungen, die an Frauen und Männer gerichtet werden. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wird so nicht auf der Grundlage körperlicher - biologischer Unterschiede, sondern im Zusammenhang mit soziokulturellen Normierungen hinterfragt. Durch die Unterteilung in „sex“ (Natur) und „gender“ (Kultur) gelingt es, Geschlecht auch sozialwissenschaftlich zu analysieren. Allerdings wird die weiblich-männliche Bipolarität von Geschlecht dabei nicht infrage gestellt.
1. Einleitung: Darstellung der historischen Transformation von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und Formulierung der Forschungsfrage zur Geschlechterasymmetrie in der Informatik.
2. Wirtschaftlicher und Technologischer Strukturwandel: Analyse der sozio-strukturellen Wandlungsprozesse von der Ersten zur Zweiten Moderne und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit.
3. Geschlecht als Strukturkategorie: Untersuchung der sozialen Konstruktion von Geschlecht und wie diese mit Technikkompetenz sowie der Arbeitswelt verknüpft bleibt.
4. Frauen- und Technikförderung: Darstellung verschiedener Interventionsansätze, von Differenzmodellen bis zum Gender-Mainstreaming, zur Förderung von Frauen in technischen Berufen.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die sowohl eine Persistenz geschlechtsspezifischer Ungleichheiten als auch Tendenzen zur Abnahme der Relevanz der Kategorie Geschlecht aufzeigt.
Geschlechterasymmetrie, Informationstechnologie, soziale Konstruktion, doing gender, Strukturwandel, Arbeitsmarktsegregation, Technikförderung, Informatikstudium, Gender Mainstreaming, ITK-Branche, berufliche Statusunterschiede, Modernisierung, Digitale Transformation, Ungleichheitsstrukturen.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie sich gesellschaftliche Wandlungsprozesse und die technologische Entwicklung auf die Kategorie Geschlecht in Bezug auf Arbeit und Informatik auswirken.
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Konstruktion von Geschlecht, dem technologischen Strukturwandel, der IT-Branche und den Ansätzen zur Förderung von Frauen im technischen Bereich.
Die Autorin fragt, ob sich bei der Nutzung und Entwicklung von Informationstechnologie bekannte Muster der Geschlechterasymmetrie reproduzieren oder ob eine Angleichung zwischen den Geschlechtern stattfindet.
Es handelt sich um eine theoretische und empirische Arbeit, die auf soziologischen Modernisierungstheorien und einer sekundärstatistischen Auswertung bestehender Umfragedaten basiert.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, durch die Geschlechterunterschiede in Technik und Arbeit geschaffen werden, sowie die Situation in IT-Ausbildungsberufen und Studiengängen.
Wichtige Begriffe sind "doing gender", "soziale Konstruktion", "Geschlechterasymmetrie", "ITK-Branche" und "Gender-Mainstreaming".
Die Daten zeigen, dass in ITK-Unternehmen der Frauenanteil im Management und in Führungspositionen im Vergleich zu anderen deutschen Betrieben signifikant höher ist.
Bildung ist ein entscheidender Faktor: Während bei Akademikern kaum Geschlechterunterschiede existieren, wächst die digitale Schere bei niedrigeren Bildungsabschlüssen deutlich an.
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