Examensarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
I. Biblische Didaktik und Bibliodrama
1. Biblische Didaktik
1. 1 Aufgaben und Ziele der biblischen Didaktik
1. 2 Überblick über verschiedene Methoden
2. Die Herkunft des Bibliodramas
2. 1 Ursprünge im Psychodrama
2. 2 Ursprünge in der „Themenzentrierten Interaktion“
2. 3 Die Entstehung des Bibliodramas
3. Das Bibliodrama in der Praxis
3. 1 Verschiedene Durchführungsmöglichkeiten eines Bibliodramas
3. 2 Das Bibliodrama aus wissenschaftlich-theologischer Perspektive
II. Bibliodrama im Religionsunterricht
1. Vorüberlegungen zur speziellen Situation in der Schule
2. Orientierungsstufe (Klasse 5-6)
2. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte
2. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?
2. 3 Textauswahl
2. 4 Exegetische Überlegungen
2. 5 Ziele
2. 6 Beispiel für die Durchführung
2. 7 Mögliche Schwierigkeiten
2. 8 Beispiele zur Erschließung von Symbolen
3. Mittelstufe (Klasse 7-10)
3. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte
3. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?
3. 3 Textauswahl
3. 4 Exegetische Überlegungen
3. 5 Ziele
3. 6 Beispiel für Durchführung
3. 7 Mögliche Schwierigkeiten
4. Kursstufe (Klasse 11-12)
4. 1 Entwicklungspsychologische Gesichtspunkte
4. 2 Bei welchen Lehrplaneinheiten käme ein Bibliodrama in Frage?
4. 3 Textauswahl
4. 4 Exegetische Überlegungen
4. 5 Ziele
4. 6 Beispiel für die Durchführung
4. 7 Mögliche Schwierigkeiten
III. Fazit
1. Unterschiede zwischen den Alterstufen
2. Vor- und Nachteile des Bibliodramas als bibeldidaktische Methode
2. 1 Vorteile des Bibliodramas
2. 2 Nachteile des Bibliodramas
2. 3 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen des Bibliodramas als bibeldidaktische Methode im schulischen Religionsunterricht, mit dem zentralen Ziel, Schülern unterschiedlicher Altersstufen einen persönlichen und lebendigen Zugang zur Bibel zu ermöglichen.
2. 2 Ursprünge in der „Themenzentrierten Interaktion“
In den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde von der Psychotherapeutin Ruth Cohn die Themenzentrierte Interaktion (TZI) entwickelt. Ihren Ursprung hat die TZI in der Psychoanalyse, aber auch ganz speziell in der Biographie Cohns:
1912 als Jüdin in Berlin geboren erlebte sie als Studentin die Machtergreifung der Nationalsozialisten und floh bereits am 31. März 1933 in die Schweiz, wo sie ihr Psychologie-Studium fortsetzte. 1941 emigrierte sie schließlich in die USA. Die Erfahrung, wie schnell Menschen in einer mächtigen Gruppe bereit sind, Schwächere zu unterdrücken und sogar zu töten, hat sie stark geprägt. Im Zuge ihrer Arbeit schöpfte sie die Hoffnung, mit psychoanalytischen und psychodynamischen Methoden gegen diese Feindseligkeiten ankämpfen zu können, musste jedoch auch feststellen, dass sie auf diese Weise nur einzelne Menschen erreichen konnte. Die Themenzentrierte Interaktion entwickelte sich daher als Versuch einer „humanisierenden Pädagogik“.
Grundlegend für die TZI sind vier Faktoren: Die einzelne Person (das „Ich“), die Interaktion der Personen untereinander (das „Wir“), das Thema (das „Es“), mit dem sich die Personen beschäftigen, und schließlich der „Globe“, das Umfeld und die konkrete Situation, in der sich die Personen befinden. Diese vier Faktoren finden sich auch in nebenstehender Graphik wieder: Da die drei Faktoren „Ich“, „Wir“ und „Es“ von gleicher Wichtigkeit sind und denselben Stellenwert haben, stellt man sie als Ecken eines gleichseitigen Dreiecks dar. Der „Globe“, der alles umgibt, wird durch eine Kugel, oder – zur Vereinfachung der Darstellung – durch den Umkreis dieses Dreiecks dargestellt.
I. Biblische Didaktik und Bibliodrama: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln des Bibliodramas in der biblischen Didaktik sowie dessen Ursprünge im Psychodrama und in der Themenzentrierten Interaktion (TZI).
II. Bibliodrama im Religionsunterricht: Hier werden die spezifischen Herausforderungen und didaktischen Vorgehensweisen für die Orientierungs-, Mittel- und Kursstufe detailliert erörtert, inklusive praktischer Beispiele.
III. Fazit: Das Fazit reflektiert die Unterschiede in der Anwendung zwischen den Altersstufen und bewertet kritisch die Vor- und Nachteile des Bibliodramas als bibeldidaktische Unterrichtsmethode.
Bibliodrama, Religionsunterricht, Bibeldidaktik, Psychodrama, Themenzentrierte Interaktion, TZI, Schulpraxis, Rollenspiel, Texterschließung, Schöpfungsgeschichte, Exegese, Interreligiöses Lernen, Altersstufen, Didaktik, Lebensweltorientierung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Bibliodrama als innovative Methode geeignet ist, um biblische Texte im Religionsunterricht an Gymnasien lebendig und erfahrungsorientiert zu vermitteln.
Neben der biblischen Didaktik zieht die Arbeit Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, dem Psychodrama nach Moreno sowie der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn heran.
Das Ziel ist es, Chancen und Grenzen des Bibliodramas auszuloten und praxisnahe Konzepte zu entwickeln, wie Schüler durch diese Methode einen persönlichen Zugang zur Bibel finden können.
Die Arbeit schlägt je nach Altersstufe unterschiedliche methodische Schritte vor, von spielerischen Einstiegen über Rollenspiele bis hin zu Diskussionen und gestalterischen Arbeiten wie dem Töpfern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine praktische Untersuchung des Bibliodramas in der schulischen Anwendung, unterteilt in Orientierungs-, Mittel- und Kursstufe.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Bibliodrama, Bibeldidaktik, Psychodrama, TZI, Schulpraxis, Rollenspiel und interreligiöses Lernen.
Während in der Orientierungsstufe der spielerische und phantasievolle Zugang zur Identifikation mit den Texten im Vordergrund steht, werden in der Kursstufe eine stärkere exegetische Fundierung und die Reflexion von Menschenbildern erwartet.
Die Autorin argumentiert, dass eine exegetische Vorbereitung unerlässlich ist, um eine zu einseitige oder oberflächliche Interpretation biblischer Texte durch die Gruppe zu vermeiden und dem Text gerecht zu werden.
Anhand des Beispiels der Opferung Isaaks (bzw. Ismaels) in Bibel und Koran zeigt sie, wie Bibliodrama als Brücke zur interkulturellen und interreligiösen Kompetenzförderung zwischen christlichen und muslimischen Schülern dienen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

