Diplomarbeit, 2002
118 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Theorie
2.1. Zur Definition von Lebensphasen
2.2. Jugendalter
2.2.1. Frühe Entwicklungstheorien der Adoleszenz
2.2.2. Neuere Entwicklungstheorien der Adoleszenz
2.2.3. Zusammenfassung
2.3. Entwicklungsaufgaben
2.3.1. Identitätsentwicklung in der Adoleszenz
2.3.2. Das Selbstkonzept im Jugendalter
2.3.3. Kritische Lebensereignisse im Jugendalter
2.3.4. Zusammenfassung Anforderungen in der Adoleszenz
2.4. Chronische Krankheit als non-normative Entwicklungsaufgabe
2.4.1. Diabetes mellitus; Prävalenz, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten
2.4.2. Wechselbeziehungen zwischen Diabetes mellitus und Entwicklungsaufgaben
2.4.3. Zusammenfassung Diabetes mellitus als non-normative Entwicklungsaufgabe
3. Hypothesen
3.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung
3.1.1. Geschlechtsunterschiede
3.1.2. Altersunterschiede
3.2. Gesundheitspsychologische Fragestellungen
3.2.1. Gesundheitsstatus
3.2.2. Stoffwechselgüte
4. Methodik
4.1. Stichprobenbeschreibung und Gruppenbildung
4.1.1. Unabhängige Variablen
4.2. Der Thematische Apperzeptionstest (TAT)
4.2.1. Theoretischer Hintergrund
4.2.2. Auswahl der Testmaterialien
4.2.3. Die verschiedenen Auswertungsansätze des TAT
4.3. Die modifizierte Version des Bonner Auswertungssystems
4.3.1. Operationalisierung der Variable „Selbstkonzept“
4.3.1.1. Kodierung der Bezeichnung der handelnden Figuren
4.3.1.2. Kodierung der Eigenschaften / Gefühle der Figuren
4.3.2. Operationalisierung der Variable „Entwicklungsaufgaben“
4.3.3. Operationalisierung der Variable „Konflikte“
4.3.4. Operationalisierung der Variable „Abwehr“
4.4. Durchführung
4.4.1. Die Instruktion des TAT
4.4.2. Bildung des Kategoriensystems
4.4.3. Beurteilerübereinstimmung
4.5. Aufbereitung der qualitativen Daten für die statistische Auswertung
5. Ergebnisse
5.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung
5.1.1. Entwicklungsaufgaben
5.1.2. Selbstkonzept
5.1.3. Konflikte
5.2. Gesundheitspsychologische Fragestellung
5.2.1. Entwicklungsaufgaben
5.2.2. Selbstkonzept
5.2.3. Konflikte
6. Diskussion
6.1. Interpretation der Ergebnisse
6.1.1. Entwicklungspsychologische Fragestellung
6.1.2. Gesundheitspsychologische Fragestellung
6.2. Methodische Kritik
6.3. Ausblick
Die Arbeit untersucht das projizierte Selbstbild von gesunden und an Diabetes mellitus erkrankten Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren mittels des Thematischen Apperzeptionstests (TAT). Das primäre Ziel ist es, Unterschiede im Selbstkonzept, in der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben sowie in der Konfliktwahrnehmung in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Gesundheitsstatus und Stoffwechselgüte zu identifizieren.
2.3.3. Kritische Lebensereignisse im Jugendalter
Wie schon erwähnt, wird die Adoleszenz sowohl im Alltagsverständnis als auch in der Wissenschaft als ein Übergang zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter angesehen, in dem eine kontinuierliche Fokussierung und Bearbeitung von Entwicklungsaufgaben ansteht (vgl. Coleman, 1990 ). Obwohl der menschliche Lebenslauf viele solcher Übergänge enthält (z.B. Einschulung, Berufsausbildung, Heirat, Berentung), in denen das Individuum vor charakteristischen Entwicklungsaufgaben steht, kommt der Adoleszenz doch eine besondere Bedeutung zu: Es werden psychische Umstrukturierungen vorgenommen, Entscheidungen gefällt und Handlungen ausgeführt, deren Ergebnisse profund und langandauernd sein können und die bis ins Erwachsenenalter hineinreichen.
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Unterschiede zwischen hoch und niedrig belastenden „Ereignissen“ im Umgang mit den anstehenden Entwicklungsaufgaben sowie deren Auswirkungen auf die altersgemäße Bewältigung neuer Lebensaufgaben. So kommt es nach Hamburg (1992) gerade in dieser Phase im Gegensatz zu anderen Altersgruppen zu einer Erhöhung der Morbiditätsrate. Hierzu werden unter anderem Gesundheitsprobleme, depressive Verstimmungen, Aggression, antisoziales Verhalten usw. gezählt. Wegen des in der Realität sehr uneinheitlichen Bildes der Entwicklung im Jugendalter wäre aber eine einfache Unterscheidung in gute und schlecht Anpassung nicht angemessen.
Die Einflüsse durch eine sich mehr abrupt als kontinuierlich verändernde Lebenswelt wird durch das Konzept der (kritischen) Lebensereignisse zusammengefasst. Unter kritischen Lebensereignissen versteht man „solche im Leben einer Person auftretende Ereignisse, die durch Veränderungen der Lebenssituation der Person gekennzeichnet sind und die mit entsprechenden Anpassungsleistungen durch die Person beantwortet werden müsse“ (Filipp, 1981, S. 23). In der klinischen Psychologie und Sozialepidemiologie hat sich hierzu ein Forschungszweig entwickelt, die Lebensereignisforschung („Life Event“ – Forschung). Die klinisch-psychologische Fragestellung, ob und in welcher Weise belastende Lebensereignisse zur Entstehung von psychischen Störungen beitragen, regte zu der Überlegung an, ob die mit den Ereignissen verbundenen persönlichen Krisen bei erfolgreicher Bewältigung nicht auch die Persönlichkeitsentwicklung fördern können.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Adoleszenz als Entwicklungsphase und die zusätzliche Belastung durch chronische Erkrankungen ein, wobei das Ziel der Studie dargelegt wird.
2. Theorie: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund zu Lebensphasen, Entwicklungsaufgaben und den spezifischen Auswirkungen des Diabetes mellitus im Jugendalter.
3. Hypothesen: Hier werden basierend auf den theoretischen Grundlagen die zu überprüfenden Annahmen zur psychischen Entwicklung und zum Selbstbild aufgestellt.
4. Methodik: Es wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Stichprobe, der Thematische Apperzeptionstest (TAT) und das modifizierte Bonner Auswertungssystem.
5. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die Daten aus den statistischen Auswertungen präsentiert und die Hypothesen auf ihre Bestätigung oder Widerlegung hin geprüft.
6. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die erzielten Ergebnisse im Kontext der Theorie und kritisiert die angewandte Methode, bevor ein Ausblick auf zukünftige Forschung gegeben wird.
Adoleszenz, Entwicklungsaufgaben, Selbstkonzept, Diabetes mellitus, Thematischer Apperzeptionstest, TAT, Identitätsentwicklung, psychische Gesundheit, Krankheitsbewältigung, Konflikte, Stoffwechselgüte, Jugendalter, Abwehrverhalten, psychosoziale Entwicklung, empirische Studie.
Die Arbeit untersucht das projizierte Selbstbild von gesunden und diabetischen Jugendlichen. Sie erforscht, wie Jugendliche ihre Entwicklung meistern und inwieweit eine chronische Krankheit wie Diabetes mellitus diesen Prozess beeinflusst.
Die zentralen Felder sind die Identitätsbildung im Jugendalter, die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, das Selbstkonzept sowie der Umgang mit intra- und interpsychischen Konflikten bei gleichzeitigem Vorliegen einer chronischen Erkrankung.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob diabetische Jugendliche im Vergleich zu gesunden Altersgenossen Abweichungen im Entwicklungsverlauf zeigen und wie sich ihre Stoffwechseleinstellung auf ihre psychische Situation und ihr Selbstbild auswirkt.
Es wird der Thematische Apperzeptionstest (TAT) eingesetzt, der durch ein modifiziertes Bonner Auswertungssystem inhaltsanalytisch ausgewertet wurde, um narrative Daten quantitativ messbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zu Adoleszenz und Diabetes, die Herleitung von Hypothesen, die methodische Beschreibung der Stichprobe und Testauswertung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die wesentlichen Begriffe sind Adoleszenz, Selbstkonzept, Diabetes mellitus, Entwicklungsaufgaben und der projektive TAT-Test.
Die Studie deutet darauf hin, dass die Stoffwechselgüte mit der Art der Konfliktwahrnehmung und dem Selbstbild korreliert, wobei schlecht eingestellte Jugendliche tendenziell spezifische Abwehrmechanismen in ihren Narrativen zeigen.
Diabetische Jugendliche tendieren dazu, sich in den Erzählungen als „auffallend normal“ darzustellen, was auf eine mangelnde Enthüllungsbereitschaft oder ein Vermeidungsverhalten hinsichtlich krankheitsbezogener Themen hindeutet.
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