Doktorarbeit / Dissertation, 2006
92 Seiten, Note: Magna cum laude
1. Einleitung und Problemstellung
2. Kenntnisstand und Grundlagen
2.1 Calciumphosphate
2.1.1 Calciumhydrogenphosphat-Anhydrid (DCPA)
2.1.2 Tricalciumphosphate (TCP)
2.1.3 Tetracalciumphosphat (TTCP)
2.1.4 Hydroxylapatit (HA)
2.2 Calcium-Phosphat-Zemente (CPC)
2.2.1 Hydroxylapatit (HA) bildende Calcium-Phosphat-Zemente (CPC)
2.2.2 Bruschit (DCPD) bildende Calcium-Phosphat-Zemente (CPC)
2.2.3 Reaktivitätssteigerung durch Mahlung/mechanische Aktivierung
2.3 Disperse Systeme
2.3.1 Allgemeines Suspensionsverhalten
2.3.2 Stabilität einer Suspension
2.4 Zetapotential
2.4.1 Das Schichtenmodell nach Stern, Helmholz und Gouy-Chapman
2.4.2 Potentialverlauf im Schichtenmodell bei der Elektrophorese
2.4.3 Mechanismen zur Zetapotentialerhöhung
2.5 Elektrokinetische Effekte
2.6 In vivo/vitro Untersuchungen
3. Material und Methode
3.1 Zetapotentialmessaperatur (Zetasizer 3000)
3.2 Messdurchführung
3.3 Calciumphosphate
3.4 Suspensionsmedien
3.5 Antibiotika und Albumin
4. Ergebnisse
4.1 Zetapotentiale in wässriger Phase
4.2 Zetapotentiale in organischen Medien
4.3 Zetapotentiale in Gemischen aus wässriger und organischer Phase
4.4 Zetapotentiale in wässriger Phase mit Pufferlösung
4.5 Einfluss von Additiven auf das Zetapotential in wässriger Phase
4.6 Reproduzierbarkeit der Methode
5. Diskussion
5.1 Zetapotentiale in organischen Medien
5.2 Zetapotentiale in wässriger Phase durch Zusatz von Additiven
6. Zusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Bestimmung der Oberflächenladung (Zetapotential) verschiedener Calciumphosphate in wässrigen und organischen Medien. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit das verwendete Mahlmedium die Partikelstabilität und Dispergierbarkeit beeinflusst, um eine optimierte Partikelgrößenverteilung für hochwertige Calciumphosphat-Zementsysteme zu erreichen, sowie die Auswirkungen von Additiven und Wirkstoffen auf diese Oberflächeneigenschaften.
1. Einleitung und Problemstellung
In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach synthetischen Knochenersatzstoffen vor dem Hintergrund der schonenderen und schnelleren Rekonstruktion von Gesichts- und Schädelpartien drastisch gestiegen [1-3]. Körpereigene Knochensubstanz zu transplantieren ist wegen der guten Bioverträglichkeit derzeit die beste Möglichkeit zur Deckung eines Knochendefekts [4]. Da in der Regel eine Zweitoperation für die Entnahmestelle notwendig ist, aber auch eine begrenzte Verfügbarkeit des Knochens, sind die Bemühungen verständlich, den Kieferchirurgen verbesserte Ersatzfabrikate und optimierte Verarbeitungsmethoden anzubieten. Versuche mit nicht körpereigenen Knochenersatzwerkstoffen, beispielsweise mit Polymethylmethacrylat (PMMA)-Zementen [5] und Keramik-Formkörpern [6], führten zwar zum Erfolg, jedoch nicht ohne erhebliche Nachteile für den Patienten.
PMMA-Zemente bieten zwar eine hohe mechanische Druckfestigkeit, binden aber unter einer exothermen Reaktion ab. Das kann zu Nekrosenbildung des umliegenden Gewebes führen. Darüber hinaus sind die Zemente vom Körper nicht abbaubar. Vorgeformte Keramikkörper aus gesintertem Hydroxylapatit sind zwar biokompatibel und verbinden sich bindegewebsfrei mit dem Knochen, können jedoch nicht resorbiert, bzw. zu Knochen umgewandelt werden [7, 8]. Die starren Körper stellen außerdem ein Problem bei der Anpassung an die Defektgröße dar. Als künstliche Zahnwurzel-Implantate ist ihr Einsatz aber gut vorstellbar [9]. Es wurde überlegt ein Material einzusetzen, das am Operationsort frei formbar ist und eine gute Bioverträglichkeit besitzt. Zemente auf Calciumphosphat-Basis besitzen diese Fähigkeiten und binden isotherm ohne Volumenänderung zu einer stabilen Zementmatrix ab [10].
1. Einleitung und Problemstellung: Beschreibt die steigende Nachfrage nach Knochenersatzstoffen und die Notwendigkeit, Calciumphosphat-Zemente durch ein besseres Verständnis ihrer Oberflächeneigenschaften zu optimieren.
2. Kenntnisstand und Grundlagen: Vermittelt die theoretischen Grundlagen zu Calciumphosphaten, Zementsystemen, dispersen Systemen, dem Zetapotential sowie elektrokinetischen Effekten und deren Rolle in der Medizin.
3. Material und Methode: Erläutert die verwendete Zetapotentialmessapparatur, die Messdurchführung, die Materialherstellung sowie die verwendeten Suspensionsmedien und Additive.
4. Ergebnisse: Präsentiert die gemessenen Zetapotentialwerte für verschiedene Partikel in unterschiedlichen Medien sowie den Einfluss von Zusätzen und die Reproduzierbarkeit der Messungen.
5. Diskussion: Erörtert die Auswirkungen der Suspensionsmedien und Additive auf das Zetapotential und die Mahlbarkeit bzw. Verarbeitbarkeit der Zementpasten.
6. Zusammenfassung: Fasst die Erkenntnisse zur Bedeutung des Zetapotentials für die Optimierung der Partikelgrößenverteilung und der rheologischen Eigenschaften von Zementen zusammen.
Zetapotential, Calciumphosphat-Zemente, CPC, Hydroxylapatit, Suspension, Partikelstabilität, Mahlprozess, elektrokinetische Effekte, Antibiotika, Knochenersatzwerkstoff, Oberflächenladung, Dispergierung, Reaktivität, Biomaterialien, Zementformulierungen.
Die Arbeit befasst sich mit der Bestimmung des Zetapotentials von Calciumphosphat-Partikeln, um deren Verhalten in flüssigen Phasen und deren Eignung als Knochenersatzmaterial zu bewerten.
Zentrale Themen sind die elektrostatische Partikelstabilisierung, die Optimierung von Mahlprozessen in verschiedenen Suspensionsmedien sowie die Beeinflussung der Zementeigenschaften durch Additive wie Antibiotika.
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen dem Zetapotential und der Mahlbarkeit bzw. der Verarbeitbarkeit der Zementpasten zu identifizieren, um Zemente für medizinische Anwendungen zu verbessern.
Es wird die Laser-Doppler-Anemometrie (LDA) mit dem Zetasizer 3000 zur Messung der elektrophoretischen Mobilität genutzt, um daraus das Zetapotential zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Beschreibung der experimentellen Methoden sowie die ausführliche Darstellung und Diskussion der erzielten Messergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Zetapotential, Calciumphosphat-Zemente, Partikelstabilität, elektrostatische Stabilisierung und rheologische Eigenschaften.
Es dient als Maß für die elektrostatische Stabilität der Partikel. Ein hohes Zetapotential verhindert die unerwünschte Agglomeration während der Mahlung und beeinflusst die Viskosität der resultierenden Zementpasten.
Die Studie zeigt, dass bestimmte Antibiotika wie Gentamicinsulfat die Oberflächenladung stark beeinflussen und teilweise zu einer Ladungsumkehr führen, was die Abbindezeit und mechanische Eigenschaften der Zemente verändern kann.
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