Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Shareholder-Value-Konzept
2.2 Corporate Hedging
2.2.1 Definition
2.2.2 Risikoarten und deren Bedeutung
2.2.3 Organisatorische Eingliederung
2.3 Kapitalmarkttheorien bei Marktvollkommenheit
2.3.1 Gemeinsame Annahmen
2.3.2 Das Irrelevanztheorem nach Modigliani/ Miller
2.3.3 Das Capital Asset Pricing Model
2.4 Zwischenfazit I
3. Motive für Corporate Hedging
3.1 Besteuerung als Einflussfaktor
3.1.1 Struktur des Steuersystems
3.1.2 Zeitpunkt der Besteuerung
3.1.3 Steuerliche Auswirkungen einer Kapitalstrukturveränderung
3.1.4 Kritische Würdigung des Steuerargumentes
3.2 Transaktionskosten als Einflussfaktor
3.2.1 Definition
3.2.2 Kosten des „Financial Distress“
3.2.3 Kosten des Corporate Hedging
3.3 Kosten der Agency-Beziehungen
3.3.1 Definition
3.3.2 Agency-Beziehungen aus Sicht der Finanzierungstheorie
3.3.3 Agency-Beziehungen aus Sicht der Wirtschaftstheorie
3.4 Investitions- und Finanzierungspolitik
3.4.1 Koordination der Finanzierungsmittel
3.4.2 Kritische Würdigung der Koordinationsfunktion
3.5 Weitere Einflussfaktoren
3.5.1 Einfluss der „Corporate Governance“ - Struktur
3.5.2 Einfluss des Wechselkurssystems
3.6 Zwischenfazit II
4. Hedge-Accounting und dessen Einfluss auf den Shareholder Value
4.1 Formen und bilanzielle Abbildung von Hedging-Strategien
4.2 Hedge-Accounting versus No-Hedge-Accounting
5. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern Marktunvollkommenheiten sowie exogene und endogene Einflussfaktoren dazu führen können, dass Corporate Hedging – entgegen rein kapitalmarkttheoretischer Annahmen – einen positiven Beitrag zum Unternehmenswert (Shareholder Value) leistet. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Vereinbarkeit von Absicherungsstrategien mit den Interessen der Shareholder unter Berücksichtigung realer Rahmenbedingungen.
1.2 Problemstellung
Sofern ein risikobehaftetes Geschäft (sog. Grundgeschäft) durch ein Geschäft mit gegenläufiger Wertentwicklung in Bezug auf das Grundgeschäft (sog. Sicherungs- bzw. Hedging-Geschäft, auch bekannt als Hedging) abgeschlossen wird, kann das ursprünglich vorhandene wirtschaftliche Risiko aus dem Grundgeschäft reduziert bzw. im Idealfall eliminiert werden. So kann bspw. ein aufgenommener Währungskredit durch ein Devisentermingeschäft gegen eine Aufwertung des Dollars abgesichert werden. Ein Verlust aus dem Grundgeschäft würde jeweils mit einem Gewinn aus dem Sicherungsgeschäft kompensiert werden, so dass bei einheitlicher Betrachtung der beiden Geschäfte (sog. Bewertungseinheit) eine Wertminderung nicht eintreten kann. Allerdings wirkt dieser Mechanismus auch in entgegengesetzter Richtung, d. h. ein Unternehmen verzichtet durch den Einsatz von Sicherungsgeschäften zwangsläufig auf die Chance an einer positiven Wertentwicklung des Grundgeschäftes zu partizipieren und somit eine Unternehmenswertsteigerung zu erzielen. Bezogen auf das oben aufgeführte Beispiel kann das Unternehmen infolge des Sicherungsgeschäftes nicht von einer Abwertung des Dollars zum Fälligkeitstermin profitieren, da dem Gewinn aus der Wechselkursänderung ein Verlust aus dem Devisentermingeschäft in gleicher Höhe gegenüber steht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen überhaupt Hedging-Geschäfte (sog. Corporate Hedging) tätigen sollte, oder ob es eventuell sinnvoller wäre, es den Anteilseignern zu überlassen, ihre Risikoposition auf persönlicher Ebene zu steuern.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Corporate Hedging im Kontext zunehmender globaler Risiken ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die wertsteigernde Wirkung von Absicherungsstrategien zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Shareholder-Value-Konzept, definiert Corporate Hedging und diskutiert das MM-Theorem sowie das CAPM als Ausgangsmodelle für eine vollkommene Kapitalmarktwelt.
3. Motive für Corporate Hedging: Dieser Hauptteil analysiert verschiedene Marktunvollkommenheiten wie Steuern, Transaktionskosten, Agency-Probleme und Koordinationsaspekte als Anreize für Corporate Hedging.
4. Hedge-Accounting und dessen Einfluss auf den Shareholder Value: Das Kapitel behandelt die bilanzielle Abbildung von Sicherungsstrategien und vergleicht Hedge-Accounting mit No-Hedge-Accounting hinsichtlich ihres Mehrwerts für den Shareholder Value.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass Corporate Hedging und Shareholder Value bei Berücksichtigung von Marktunvollkommenheiten in bestimmten Situationen durchaus im Einklang stehen können, wobei eine Einzelfallbetrachtung notwendig ist.
Corporate Hedging, Shareholder Value, Kapitalmarkt, Risikomanagement, Besteuerung, Transaktionskosten, Financial Distress, Agency-Probleme, Principal-Agent-Beziehung, Investitionspolitik, Finanzierungspolitik, Hedge-Accounting, Marktunvollkommenheit, Unternehmenswert, Risikoreduktion
Die Arbeit untersucht, ob das Absichern von Unternehmensrisiken mittels Finanzderivaten (Corporate Hedging) den Wert eines Unternehmens steigern kann oder ob dies im Widerspruch zum Ziel der Shareholder-Value-Maximierung steht.
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Risikomanagement, Besteuerung, Transaktionskosten, Agency-Theorien sowie der Investitions- und Finanzierungspolitik von Unternehmen.
Es soll analysiert werden, unter welchen Bedingungen (Marktunvollkommenheiten) Hedging-Geschäfte einen positiven Wertbeitrag für die Shareholder leisten, anstatt lediglich ein Nullsummenspiel zu sein.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die neoklassische Kapitalmarkttheorien (MM-Theorem, CAPM) den realen Marktunvollkommenheiten gegenüberstellt und empirische Erkenntnisse einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Motive für Hedging (Steuern, Kosten, Anreize) sowie eine Untersuchung der bilanziellen Behandlung von Hedging-Strategien (Hedge-Accounting).
Zentrale Begriffe sind Corporate Hedging, Shareholder Value, Financial Distress, Agency Costs und Marktunvollkommenheiten.
Besteuerung kann bei einem progressiven Steuertarif ein Anreiz für Hedging sein, da die Glättung von Unternehmensgewinnen die gesamte Steuerlast senken und so den Unternehmenswert steigern kann.
Das Problem verdeutlicht den Interessenkonflikt zwischen Shareholdern (Risikoneigung) und Fremdkapitalgebern (Risikoabsicherung). Hedging kann hierbei als Instrument dienen, um solche Agency-Probleme zu entschärfen.
Das Hedge-Accounting beeinflusst die Transparenz und die bilanzielle Darstellung der Unternehmensergebnisse. Die Wahl der Bilanzierungsmethode kann durch Informations- und Steuereffekte die Wahrnehmung des Unternehmenswerts am Markt beeinflussen.
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