Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
11 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Entwicklungspolitik im Spannungsfeld von Gerechtigkeit und Handel
3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie
V. Entwicklungspolitik und die Armutsfrage
Schluß
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Entwicklungspolitik als Katalysator in den europäisch-afrikanischen Beziehungen und hinterfragt kritisch, inwieweit diese die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit eher vertieft als abbaut. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, warum die bisherige Entwicklungshilfe trotz vielfältiger Bemühungen am Ziel der gleichberechtigten Partnerschaft und Gerechtigkeit scheitert und welche Rolle dabei ideologische Vorurteile sowie der Neokolonialismus spielen.
3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie
Als Ideologie unterscheidet sich ‚Entwicklungspolitik’ kaum von ‚Neokolonialismus’, wenngleich letzterer Ausdruck eine argumentative Attacke gegen den Westen beinhaltet, dem insbesondere afrikanische Intellektuelle vorwerfen, seinen Ausbeutungsgeist auch nach der Kolonialzeit zu hegen, um die souveränen Staaten Afrikas wirtschaftlich, technologisch und wissenschaftlich von ihm abhängig zu machen. Sowohl im Neokolonialismus als auch in der Entwicklungspolitik herrscht das Dogma vor, dass Afrikaner nicht einmal über ihr Schicksal selbst entscheiden dürfen. In der Entwicklungspolitik räumt man ihnen deshalb nicht das Recht ein, ihre Projekte eigenständig zu konzipieren und durchzuführen. Daraus erhellt, dass die europäische Afrikapolitik fast nur eigenen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen dient. Gleichwohl geht die Entwicklungspolitik Hand in Hand mit der Einbindung des afrikanischen Kontinents in die neoliberale Weltordnung.
Bei aller Anerkennung der Hilfeleistungen der Europäer und Nordamerikaner darf man nicht übersehen, dass sie ihre weltweite Dominanz auf allen politischen und kulturellen Bereichen der Entwicklungspolitik verdanken. Mittels dieser Politik gelingt es derzeit dem Westen, seine wirtschaftliche Präponderanz in der globalisierten Welt zu stabilisieren und somit seinen technologischen Vorsprung insbesondere gegenüber Afrika stärker auszubauen. Daher stärkt Entwicklungspolitik keineswegs die Position der afrikanischen Länder in der Globalisierung, sondern schwächt sie sogar gegenüber den zunehmend global vernetzten Kapitalmächten.
Sehr beschränkt in ihren konzeptionellen und instrumentellen Kapazitäten, ist die Entwicklungspolitik obendrein selbst immer noch von archaischen Vorurteilen geprägt, mit denen man im globalen Zeitalter nichts anfangen kann. Kein Vorurteil ist doch lächerlicher, als Afrikaner heute noch als bedürftige Menschen anzusehen, die ständig Hilfe von Außen erwarten, weil sie nicht aus eigener Kraft überleben könnten. Welche Konsequenz haben afrikanische Gelehrte aus dieser billigen Aussage für ihr Denken und Handeln bislang gezogen? Sie reagieren folgendermaßen:
1. Einleitung: Der Autor führt den Begriff des Katalysators ein, um die paradoxe Wirkung der Entwicklungspolitik auf die Beziehungen zwischen Europa und Afrika zu beschreiben, die ideologische Vorurteile statt echten Dialogs fördert.
2. Entwicklungspolitik im Spannungsfeld von Gerechtigkeit und Handel: Dieses Kapitel erörtert die Diskrepanz zwischen ethischen Forderungen nach Gerechtigkeit und den machtpolitischen sowie ökonomischen Realitäten im internationalen Handel, die eine echte Partnerschaft verhindern.
3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie: Hier wird aufgezeigt, wie die Entwicklungspolitik als Instrument zur Aufrechterhaltung wirtschaftlicher Abhängigkeiten fungiert und durch eurozentrische Vorurteile die afrikanische Selbstbestimmung untergräbt.
V. Entwicklungspolitik und die Armutsfrage: Der Autor analysiert die Armutsproblematik als künstliche Dramatisierung durch den Westen und kritisiert, dass standardisierte Modernisierungsprogramme die realen Bedürfnisse der afrikanischen Bevölkerung ignorieren.
Schluß: Zusammenfassend wird gefordert, den Entwicklungsbegriff um moralische und spirituelle Dimensionen zu erweitern, um eine neue Ethik des Dialogs auf Augenhöhe zu etablieren.
Entwicklungspolitik, Afrika, Europa, Gerechtigkeit, Neokolonialismus, Handel, Abhängigkeit, Moderne, Modernisierung, Armutsfrage, Ethik, Dialog, Interkulturelle Beziehungen, Globalisierung, Selbstbestimmung.
Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit und die ideologischen Grundlagen der heutigen Entwicklungspolitik in Bezug auf die Beziehungen zwischen Europa und Afrika.
Die Schwerpunkte liegen auf den Spannungsfeldern zwischen Entwicklungspolitik und Handel, dem Vorwurf des Neokolonialismus, der Armutsproblematik sowie der Frage nach einer neuen Ethik in den zwischenkontinentalen Beziehungen.
Ziel ist es aufzuzeigen, warum die derzeitige Entwicklungshilfe ihr Ziel einer gleichberechtigten Partnerschaft verfehlt, und Wege zu einer neuen, dialogorientierten Zusammenarbeit aufzuzeigen.
Der Autor wendet eine diskursive und kritische Analyse an, die philosophische Prinzipien der Gerechtigkeit mit sozioökonomischen Realitäten verknüpft, um ideologische Strukturen aufzudecken.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Handelsmechanismen, der neokolonialen Ideologie der Entwicklungspolitik sowie der kritischen Hinterfragung westlich definierter Armutskriterien.
Wesentliche Begriffe sind Entwicklungspolitik, Neokolonialismus, Gerechtigkeit, Afrika, Selbstbestimmung und interkultureller Dialog.
Der Autor nutzt die Metapher, um zu verdeutlichen, dass die Politik zwar Reaktionen beschleunigt, dabei aber oft feindliche Konkurrenz und wirtschaftlichen Neid schürt, anstatt den eigentlich angestrebten Dialog zu fördern.
Sie werden als unverzichtbare Diskussionspartner gesehen, die gefordert sind, eurozentrische Vorurteile zu überwinden und eine neue Streitkultur zu etablieren, um die Abhängigkeitsverhältnisse aufzubrechen.
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