Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
12 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Lebenskraft und Sicherheit in der oralen Tradition
2. Sicherheit in der antiken Philosophie
a) Introduction
b) Sicherheit und Staat in der altägyptischen Philosophie
c) Sicherheit und Gottesglaube im afrikanischen Mittelalter
3. Sicherheit in der modernen Philosophie und Geistesgeschichte
a) Sicherheit und Selbsterhaltung in der Aufklärungsphilosophie
b) Sicherheit und Staat in der zeitgenössischen afrikanischen Philosophie
c) Sicherheit in der Ethnophilosophie
e) Sicherheit und Lebenseinheit
f) Sicherheit und Wohlsein
Die Arbeit untersucht den Begriff der Sicherheit im Kontext der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte, wobei sie den Bogen von oralen Traditionen über die altägyptische Antike bis hin zur modernen Philosophie spannt und die Transformation von Sicherheitskonzepten analysiert.
Sicherheit und Staat in der altägyptischen Philosophie
Wie in anderen Sprach- und Denktraditionen werden auch in Afrika unterschiedliche Begriffe für Sicherheit verwendet: Schutz, Aufbewahrung, Schonung, Verteidigung etc. Ungeachtet ihrer Hochschätzung der Metaphysik sind sich die afrikanischen Denker jedoch bewusst, dass das Prinzip des natürlichen Rhythmus oder der Befolgung göttlicher Stimmen nicht immer unmittelbar auf das soziale Leben wirkt. In der Konsequenz dieser Erkenntnis befürworten sie die Schaffung von künstlichen Mitteln, um das gemeinsame Überleben der Menschen zu sichern. Im Mittelpunkt des afrikanischen Sicherheitsdenkens steht sodann die Frage: Wie sind die jeweiligen Gesellschaften Afrikas politisch und ökonomisch so zu gestalten, dass alle dort lebenden Menschen (alte und junge, kranke und gesunde, schwache und starke, große und kleine etc.) ihre elementarsten Bedürfnisse nach Sicherheit (gesunde Wohnung, Nahrung und Kleidung etc.) befriedigen können?
Ungeachtet ihrer divergenten Ansätze ist den afrikanischen Denkern seit der Antike gemeinsam, dass sie die Sicherung der menschlichen Existenz nicht als eine Aufgabe Gottes, der Natur, der Dorfgemeinschaft oder der Familie allein, sondern auch des Staates betrachten. Bereits in der ägyptischen Antike machten sich die Denker Gedanken um theoretische Erklärung sowie praktische Umsetzung der Maât, die sie als politische Lebens- und Ordnungsform, Weisheit, Wahrheit und Gerechtigkeit auffassten.
1. Lebenskraft und Sicherheit in der oralen Tradition: Dieses Kapitel erläutert, wie Sicherheit in mündlichen Traditionen primär als spirituelle Energie (Lebenskraft) verstanden wurde, die den Menschen gegen negative Einflüsse schützt.
2. Sicherheit in der antiken Philosophie: Die Untersuchung beleuchtet die schriftliche Geistesgeschichte Afrikas, beginnend bei den Ägyptern, und analysiert das Verhältnis von Staat, Religion und ethischen Lebensregeln wie der Maât.
3. Sicherheit in der modernen Philosophie und Geistesgeschichte: Hier werden die Transformationen des Sicherheitsbegriffs durch koloniale Einflüsse, postkoloniale Politik und zeitgenössische philosophische Ansätze bis hin zu Wohlsein und Selbsterhaltung diskutiert.
Lebenskraft, Sicherheit, afrikanische Philosophie, Oraltradition, Maât, Staatstheorie, Spiritualität, Ahnenkult, Wohlsein, Selbsterhaltung, Ethik, Postkolonialismus, Religion, Metaphysik, Existenzsicherung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Sicherheitsbegriffs innerhalb der afrikanischen Philosophie, von spirituellen oralen Konzepten bis hin zu modernen politischen und staatstheoretischen Überlegungen.
Zentrale Themen sind die Lebenskraft, der Einfluss von Religion auf Sicherheitsverständnisse, die Rolle des Staates, das Konzept der Maât und die philosophische Auseinandersetzung mit Armut und Wohlsein.
Ziel ist es, die tiefgreifenden philosophischen Grundlagen des afrikanischen Sicherheitsdenkens aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese Konzepte trotz gesellschaftlicher Umbrüche relevant bleiben.
Der Autor nutzt einen geistesgeschichtlichen und philosophischen Ansatz, der Mythen, Traditionen sowie die Schriften klassischer und moderner afrikanischer Denker analysiert und interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung oraler Traditionen, der antiken Philosophie (insb. Ägypten) und der modernen Philosophie, wobei jeweils spezifische Denker und Strömungen beleuchtet werden.
Wichtige Schlüsselwörter sind Lebenskraft, Sicherheit, Ethnophilosophie, Maât, Staatlichkeit und ethischer Neuanfang.
Ptahhotep sieht in der Befolgung der Maât als ewiger Lebensregel den einzigen Weg zur Sicherheit, da sie für Harmonie mit sich selbst und dem Universum sorgt.
Njoh-Mouelle erweitert den Sicherheitsbegriff um das Konzept des "Wohlseins" und kritisiert die einseitige Fixierung auf materiellen Wohlstand in der postkolonialen Entwicklungspolitik.
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