Diplomarbeit, 2006
105 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE UND ANWENDUNGSGEBIETE VON MEDIATION
2.1 Bestimmung des Mediationsbegriffs
2.2 Herkunft der Mediation
2.3 Die Entwicklung der Mediation in Deutschland
2.4 Anwendungsgebiete
3 GRUNDLAGEN UND GRENZEN DER MEDIATION
3.1 Grundannahmen in der Mediation
3.1.1 Zur Bereitschaft der Konfliktbeteiligten
3.1.2 Zur Haltung des Mediators
3.2 Mediationsauffassungen
3.2.1 Lösungsorientierter Ansatz
3.2.2 Transformativer Ansatz
3.3 Indikation und Grenzen der Mediation
3.4 Abgrenzung zu anderen Konfliktlösungsansätzen durch Dritte
4 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
4.1 Konflikttheorie
4.1.1 Definition des Konfliktbegriffs
4.1.2 Allgemeine Grundannahmen über die Funktion von Konflikten
4.1.3 Klassifizierung von Konflikten in der Mediation
4.1.3.1 Konstruktive versus destruktive Konfliktaustragung
4.1.3.2 Konfliktursachen und –hintergründe
4.1.3.3 Konflikttypen, ihre Ursachen und Interventionen
4.1.3.4 Eskalationsmodell nach Glasl
4.1.4 Drei Wege zur Lösung eines Konflikts
4.1.5 Zusammenfassung zur Konflikttheorie der Mediation
4.2 Kommunikationstheorie
4.2.1 Grundvorgang der zwischenmenschlichen Kommunikation
4.2.2 Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
5 MEDIATION IN DER PRAXIS
5.1 Arbeitstechniken
5.1.1 Aktives Zuhören und Spiegeln
5.1.2 Ich-Botschaften
5.1.3 Brainstorming
5.1.4 Einzelgespräche
5.2 Die Mediationsphasen
5.2.1 Die Vorphase
5.2.2 Phase 1: Das Einführungsgespräch
5.2.3 Phase 2: Sichtweise der einzelnen Konfliktparteien
5.2.4 Phase 3: Konflikterhellung
5.2.5 Phase 4: Problemlösung
5.2.6 Phase 5: Übereinkunft
5.2.7 Umsetzungsphase
6 QUALIFIKATION UND MEDIATIONSAUSBILDUNG
6.1 Qualifikationsanforderungen
6.2 Ausbildungssituation und Qualitätssicherung in Deutschland
7 ANWENDUNGSGEBIETE DER MEDIATION IN DER PÄDAGOGISCHEN PRAXIS
7.1 Mediation als pädagogische Methode
7.2 Familienmediation
7.3 Mediation in Schule und Jugendarbeit
7.4 Interkulturelle Mediation
7.5 Täter-Opfer-Ausgleich
7.6 Gemeinwesenmediation
7.7 Resümee zur Mediation in der pädagogischen Praxis
8 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN
Die Arbeit untersucht die Eignung der Mediation als Lösungsmodell für Konfliktsituationen im pädagogischen Alltag. Die Forschungsfrage fokussiert dabei, inwieweit Mediation Pädagogen dabei unterstützen kann, Auseinandersetzungen mit Klienten eigenverantwortlich und konstruktiv zu bearbeiten.
4.1.3.1 Konstruktive versus destruktive Konfliktaustragung
In der Mediation sollen Konflikte konstruktiv ausgetragen werden. Im Streit kann es allerdings passieren, dass sich ein Konflikt so ausweitet, dass die Beteiligten die Sache, um die es geht, aus den Augen verlieren und das Problem im Gegenüber sehen. Oft endet der Streit in einer Sackgasse, aus der sie alleine nicht herauskommen. Bei dieser destruktiven Konfliktaustragung wird die andere Person als das Problem angesehen (vgl. Besemer 1997, S. 24). Eine konstruktive Konfliktbearbeitung bedeutet hingegen, eine Lösung für das Problem zu suchen, ohne die Person des Gegenübers anzugreifen (vgl. Faller u. a. 1996, S. 12). Dies setzt voraus, dass die Streitbeteiligten dazu bereit sind, ihren eigenen Anteil am Konflikt zu erkennen. Gerade zu Beginn einer Mediation ist dies meist nicht gegeben, sondern muss erst im Gespräch hergestellt werden. Der Mediator darf die Beteiligten nicht unter Druck setzen Einsicht zu zeigen, da gerade bei der konstruktiven Konfliktaustragung alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung für das Problem übernehmen und gemeinsam nach einer Lösung suchen (vgl. Walker 2001, S. 30).
Diese Unterscheidung von konstruktiven und destruktiven Konfliktaustragungen geht auf Morton Deutsch zurück. Als destruktiv lassen sich nach Deutsch die Konflikte beschreiben, die bei den Teilnehmern Unzufriedenheit und das Gefühl hinterlassen, verloren zu haben. Eine Konfliktaustragung, die den Teilnehmern das Gefühl gibt, dass sie einen Gewinn gebracht hat, wird hingegen als produktiv angesehen (vgl. Deutsch 1976, S. 24).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Mediation als außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.
2 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE UND ANWENDUNGSGEBIETE VON MEDIATION: Dieses Kapitel definiert den Mediationsbegriff, beleuchtet seine historischen Wurzeln und gibt einen Überblick über die vielfältigen Einsatzbereiche.
3 GRUNDLAGEN UND GRENZEN DER MEDIATION: Hier werden die ethischen Grundannahmen, die Rolle des Mediators sowie die Indikationen und Grenzen des Verfahrens detailliert dargelegt.
4 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel liefert die konflikttheoretischen und kommunikationstheoretischen Basismodelle, die für ein professionelles Verständnis von Mediation unerlässlich sind.
5 MEDIATION IN DER PRAXIS: Die Arbeitstechniken eines Mediators sowie die fünf Phasen des Mediationsprozesses werden hier praxisnah für den pädagogischen Kontext erläutert.
6 QUALIFIKATION UND MEDIATIONSAUSBILDUNG: Der Fokus liegt auf den notwendigen Qualifikationsanforderungen an Mediatoren sowie einem Überblick über die Ausbildungssituation und Qualitätssicherung in Deutschland.
7 ANWENDUNGSGEBIETE DER MEDIATION IN DER PÄDAGOGISCHEN PRAXIS: Dieses Kapitel untersucht exemplarisch, wie Mediation in verschiedenen pädagogischen Feldern wie Schule, Familie oder Gemeinwesen angewendet wird.
8 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des transformativen Ansatzes für eine erfolgreiche pädagogische Anwendung hervor.
Mediation, Konfliktlösung, Pädagogik, Sozialarbeit, Kommunikationstheorie, Konflikttheorie, Transformativer Ansatz, Harvard-Konzept, Täter-Opfer-Ausgleich, Schulmediation, Familienmediation, Sozialkompetenz, Empowerment, Allparteilichkeit, Konfliktprävention
Die Arbeit analysiert Mediation als Methode zur konstruktiven Konfliktlösung in verschiedenen pädagogischen Arbeitsfeldern.
Die Themen umfassen Konflikt- und Kommunikationstheorien, praktische Verfahrenstechniken, professionelle Qualifikationen und spezifische Anwendungsgebiete wie Familien- und Schulmediation.
Es soll untersucht werden, ob Mediation für Pädagogen ein geeignetes Modell darstellt, um Klienten bei der eigenverantwortlichen Konfliktbearbeitung zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konflikt-, Kommunikations- und Meditationskonzepte im Kontext der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, praktische Arbeitstechniken und den phasenspezifischen Ablauf sowie konkrete Anwendungsgebiete in der pädagogischen Praxis.
Kernbegriffe sind Mediation, Konfliktlösung, transformative Mediation, soziale Kompetenz, Pädagogik und das Modell von Schulz von Thun.
Weil dieser Ansatz nicht nur die akute Konfliktlösung anstrebt, sondern auf langfristiges soziales Lernen, Persönlichkeitsentwicklung und eine Änderung der Konfliktkultur abzielt.
Eine zentrale Herausforderung ist die mögliche Rollenkollision zwischen der pädagogischen Berufsrolle (oft parteilich) und der Neutralität des Mediators sowie die fachliche Anforderung an eine spezifische Ausbildung.
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