Fachbuch, 2007
113 Seiten
0. Vorwort
1. Einleitung
1.1.Arbeitshypothese
1.2.Großstadt und Roman
1.3. Großstadtleben
2. Madrid
2.1. Madrid in der Moderne
2.2. Madrid in der Literatur
2.2.1. Mesonero Romanos und das Madrid des Costumbrismo
2.2.2. Pérez Galdós und der Realismus
2.2.3. Pío Baroja und der Roman um die Jahrhundertwende
2.2.4. Ramón Gómez de la Serna und das modernistische Madrid
3. Voraussetzungen für die Romananalyse
3.1. Kultur und Literatur nach dem Spanischen Bürgerkrieg
3.2. Vorstellung der Autoren und ihrer Werke
3.2.1. Camilo José Cela - La colmena
3.2.2. Juan Garcia Hortelano - Nuevas amistades.
3.2.3. Luis Martín-Santos - Tiempo de silencio
3.2.4. Carmen Martin Gaite - Fragmentos de interior
4. Romananalyse
4.1. Betrachtung formaler Aspekte der Romane
4.1.1. Aufbau und Zeitstruktur
4.1.2. Erzähler und Erzählsituation
4.1.3. Sprache und Stil
4.2. Inhaltliche Analyse
4.2.1. Die Romanfiguren - Menschen in Madrid
4.2.2. Die Handlungsorte - Räume in der Stadt
4.2.3. Themen der Großstadtwahrnehmung
5. Tendenzen des Großstadtromans der 80er und 90er Jahre
6 . Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Gestaltung der Großstadterfahrung im modernen spanischen Roman, wobei der Schwerpunkt auf Werken liegt, die in der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg entstanden sind. Ziel ist es, zu analysieren, wie sich das Bild der Stadt Madrid unter den spezifischen sozialen und politischen Bedingungen des 20. Jahrhunderts in der Literatur widerspiegelt und welche narrativen Techniken zur Verarbeitung dieser Erfahrungen eingesetzt werden.
2.2.4. Ramón Gómez de la Serna und das modernistische Madrid
Ramón Gómez de la Serna wurde 1888 in Madrid geboren und verbrachte seine Kindheit in der spanischen Hauptstadt. Seine Kindheitserinnerungen sind eng verbunden mit den Straßen, Plätzen und Gebäuden in Madrid, welche nicht nur deutliche Spuren in seinem literarischen Werk hinterließen sondern auch von zentraler Bedeutung für seinen Werdegang als Schriftsteller sind (vgl. Mcculloch 2007, 1). Er wuchs in einer privilegierten Familie der städtischen Bourgeoisie auf und begann seine literarische Laufbahn im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, zu einem Zeitpunkt, als sich Spanien nach dem Verlust der letzten Kolonien im Jahre 1898 immer noch in einer Phase geistiger, kultureller und politischer Dekadenz befand.
Gómez de la Serna ist der erste modernistische Großstadtautor Madrids in einer Zeit, als Sexualität und Religion die Themen waren die das städtische Bürgertum am schnellsten aufbrachten. Er überzieht den Klerus mit verletzendem Hohn in einem Antiklerikalismus, der das Bürgertum mit blasmephischen Äußerungen schockiert (vgl. Daus 1971, 40).
Don Ramón hatte vermutlich Kenntnis vom Expressionismus in Deutschland und war sicherlich auch von Dadaismus in Zentraleuropa beeinflusst, was sich zumindest aus verschiedenen Referenzen vermuten lässt. Seine Rebellion gegen das Bürgertum durch eine abschreckende Literatur ist somit in gewisser Weise eine Parallelbewegung zur Literatur des Abjekten, wie sie von den jungen Expressionisten in Deutschland fast zeitgleich praktiziert wurde.
0. Vorwort: Der Autor führt in die Bedeutung Madrids als literarisches Sujet ein und skizziert die historische Vernachlässigung dieser Stadt in der Weltliteratur.
1. Einleitung: Es wird die Hypothese aufgestellt, dass der Roman die geeignetste Gattung zur Erfassung der Großstadt ist, und die Auswahl der untersuchten Autoren begründet.
2. Madrid: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung Madrids und die Tradition der Stadtliteratur durch bekannte Autoren wie Mesonero Romanos, Galdós, Baroja und Gómez de la Serna.
3. Voraussetzungen für die Romananalyse: Die kulturelle und literarische Situation nach dem Spanischen Bürgerkrieg wird dargestellt, sowie die untersuchten Autoren und ihre Werke kurz vorgestellt.
4. Romananalyse: Eine tiefgehende Untersuchung der formalen Aspekte (Zeitstruktur, Erzähler, Sprache) sowie der inhaltlichen Dimensionen der Romane wird vorgenommen.
5. Tendenzen des Großstadtromans der 80er und 90er Jahre: Ein Ausblick auf moderne Madridromane zeigt den Wandel der Literatur nach dem Ende der Franco-Diktatur und dem Übergang zur Demokratie.
6 . Schlussfolgerungen: Die Arbeit resümiert, wie die literarische Auseinandersetzung mit Madrid die Entwicklung der spanischen Gesellschaft widerspiegelt und die Großstadterfahrung ästhetisch verarbeitet.
Madrid, Großstadtroman, Spanische Literatur, 20. Jahrhundert, Soziopolitischer Kontext, Erzähltechnik, Urbanität, Realismus, Avantgarde, Stadtliteratur, Sozialkritik, Identität, Bürgerkrieg, Moderne, Postmoderne.
Die Arbeit untersucht, wie das Leben und die Atmosphäre der spanischen Hauptstadt Madrid im Roman des 20. Jahrhunderts literarisch gestaltet und wahrgenommen wird.
Zentrale Themen sind die soziale Schichtung, die Auswirkungen des Bürgerkriegs, die urbane Topographie Madrids sowie die stilistische und formale Entwicklung des Stadtromans.
Das primäre Ziel ist es, die spezifische Art von Großstadtliteratur zu identifizieren, die sich unter der Repression des Francoregimes entwickelte und wie Autoren die Komplexität der Metropole in Erzählformen übersetzten.
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die formale Kriterien (Zeitstruktur, Erzähler) und inhaltliche Analysen von ausgewählten Primärtexten nutzt, unter Einbeziehung soziologischer Kategorien zur Großstadt (z. B. Georg Simmel).
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine methodische Auseinandersetzung mit Erzähltechniken und eine inhaltliche Analyse der Romanfiguren, Handlungsorte und Wahrnehmungsformen der Großstadt.
Die Arbeit fokussiert auf Madrid, Stadtliteratur, Sozialkritik, Realismus, Moderne, Erzählstrukturen und die soziopolitische Einbettung des Romans.
Cela betont die Hektik und Anonymität des "Bienenkorbs" Madrid durch eine fragmentierte Montagetechnik und eine ironisch-bittere Erzählhaltung, die die Perspektivlosigkeit der Bewohner unterstreicht.
Diese Orte dienen als Mikrokosmos der Stadt, in dem soziale Beziehungen und die Konflikte der Bewohner im verkleinerten Maßstab kondensiert und für den Leser beobachtbar werden.
Diese Bezeichnung bezieht sich auf seine innovative Verwendung des inneren Monologs und des dialektischen Erzählstils, der die traditionelle Erzählweise auflöst und neue Dimensionen der Bewusstseinsdarstellung im spanischen Roman eröffnet.
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