Diplomarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1,0
Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema Kriegstraumatisierung und deren Auswirkungen auf ältere Menschen, insbesondere im Kontext der Altenhilfe. Sie untersucht, wie die Erkenntnisse der Psychotraumatologie in die Praxis der Altenarbeit integriert werden können, um den Bedürfnissen von älteren Menschen mit Kriegstraumatisierung gerecht zu werden.
Das erste Kapitel dieser Arbeit widmet sich der Definition des psychischen Traumas und der Unterscheidung zwischen kollektiver und individueller Traumatisierung. Es werden die Langzeitfolgen von Traumatisierung sowie die Besonderheiten der Kriegstraumatisierung beleuchtet.
Im zweiten Kapitel wird die Betroffenengruppe im Alter näher betrachtet. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Überlebenden des Zweiten Weltkriegs, den Opfern sexualisierter Gewalt und der zweiten Generation.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der gesellschaftlichen und therapeutischen Auseinandersetzung mit Kriegstraumatisierung. Es werden die Themen der gesellschaftlichen Wiedergutmachung durch Anerkennung des Leids und der individuellen Behandlung durch sozialtherapeutische Möglichkeiten behandelt.
Kapitel vier analysiert die Besonderheiten der psychosozialen Arbeit mit älteren, kriegstraumatisierten Menschen. Dabei werden die Themen Trauma-Reaktivierung im Alter, die Durchführung und Zielsetzung sozial-therapeutischer Arbeit sowie die Bedeutung von Beziehung und Interaktion im Fokus betrachtet.
Im fünften Kapitel werden die Aufgaben und Anforderungen an die Sozialarbeit im Bereich der Altenarbeit mit Kriegstraumatisierten beschrieben. Es werden die Anwendung der Therapieansätze in der Altenarbeit am Beispiel eines Gruppenangebotes sowie die notwendigen Qualifikationen von Sozialarbeitern in diesem Feld beleuchtet.
Kriegstraumatisierung, Altenarbeit, psychosoziale Arbeit, Sozialarbeit, Trauma-Reaktivierung, sozialtherapeutische Methoden, Beziehung und Interaktion, Qualifikation, Gruppenangebote.
Kriegstraumatisierung ist eine extreme Form der psychischen Traumatisierung, die durch menschliche Gewalt (man-made-disaster) während des Krieges verursacht wurde. Bei heute über 60-Jährigen handelt es sich oft um Spätfolgen von Erlebnissen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Obwohl viele Klienten in der Altenpflege durch Kriegserlebnisse beeinträchtigt sind, fühlen sich Hilfesysteme oft hilflos gegenüber den komplexen psychosozialen Folgen der NS-Zeit, was zu einer Tabuisierung führt.
Im Alter können durch nachlassende Abwehrmechanismen, Einsamkeit oder körperliche Gebrechen längst verdrängte traumatische Kriegserlebnisse wieder an die Oberfläche gelangen und psychische Krisen auslösen.
Die Sozialarbeit muss Erkenntnisse der Psychotraumatologie und Gerontologie verknüpfen, um stabilisierende Beziehungsangebote und spezielle Gruppenangebote für Betroffene zu schaffen.
Sozialarbeiter benötigen spezifisches Wissen über Traumafolgen, Sensibilität für die Biografien der ersten und zweiten Generation sowie Kompetenzen in der Netzwerkarbeit und Kooperation.
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