Diplomarbeit, 2005
71 Seiten, Note: 2,3
1 Abgrenzung des Themas und Gang der Arbeit
2 Von der Kameralistik zur kommunalen Doppik
2.1 Das kaufmännische Rechnungswesen
2.2 Das kommunale Haushalts- und Rechnungswesen
2.2.1 Grundlagen des kommunalen Rechnungswesens
2.2.2 Die Verwaltungskameralistik
2.2.3 Kameralistik und Doppik – ein Vergleich der Buchungsstile
2.3 Die Weiterentwicklung des kommunalen Rechnungswesens
2.3.1 Zur Notwendigkeit einer Reform des kommunalen Rechnungswesens
2.3.2 Das Drei-Komponenten-System
3 Bewertung des Vermögens und der Schulden in der kommunalen Bilanz
3.1 Bewertungsregeln und zentrale Wertkategorien
3.1.1 Allgemeine Bewertungsregeln
3.1.2 Das Vorsichtsprinzip
3.1.2.1 Das kaufmännische Vorsichtsprinzip
3.1.2.2 Das Vorsichtsprinzip in der kommunalen Rechnungslegung
3.1.3 Anschaffungswertprinzip versus Wiederbeschaffungswertprinzip
3.2 Die Bewertung in der Eröffnungsbilanz der kommunalen Doppik Rheinland-Pfalz
3.2.1 Allgemeines Bewertungsschema für die Eröffnungsbilanz
3.2.2 Bewertung ausgewählter Bilanzposten
3.2.2.1 Sachanlagen, insbesondere Grundstücke und Gebäude
3.2.2.2 Forderungen und Verbindlichkeiten
3.2.2.3 Pensionsrückstellungen
4 Outputorientierte Haushaltssteuerung durch produktorientierte Budgetierung
4.1 Vorbemerkung
4.2 Begriffsabgrenzungen
4.2.1 Output, Produkt und Leistung
4.2.2 Produktplan und Produktrahmenplan
4.3 Funktionen des Produktrahmenplans
4.4 Folgerungen aus Sicht des Rechnungswesens
4.4.1 Die neu gestaltete Haushaltsgliederung als Grundlage für die Produktbudgetierung
4.4.2 Das Produktbudget – Definition und Stellung im neuen Rechnungswesen
4.5 Bedeutung und Aufbau einer Kosten- und Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung
4.5.1 Notwendigkeit einer Kosten- und Leistungsrechnung und Einordnung in das Neue Steuerungsmodell
4.5.2 Rechtliche Grundlagen für eine kommunale KLR
4.5.3 Bestandteile einer kommunalen Kosten- und Leistungsrechnung
4.5.3.1 Kostenartenrechnung
4.5.3.2 Diskussion möglicher Kostenbegriffe
4.5.3.3 Kostenstellenrechnung
4.5.3.4 Kostenträgerrechnung
4.6 Probleme beim Einsatz einer Leistungsrechnung in der öffentlichen Verwaltung
5 Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht den laufenden Reformprozess des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens, insbesondere den Übergang von einer zahlungsorientierten Kameralistik zu einer ressourcenorientierten Doppik. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie die Reform zur Modernisierung der Kommunalverwaltungen beiträgt, welche Rolle dabei das kaufmännische Rechnungswesen spielt und welche methodischen Herausforderungen bei der Umsetzung auftreten.
2.2.3 Kameralistik und Doppik – ein Vergleich der Buchungsstile
In erster Linie unterscheiden sich Doppik und Verwaltungskameralistik im Aufbau des Kontos, in der Buchungssystematik sowie in den abgebildeten Rechnungsinhalten. Beide kennen die Einteilung in Zeit- und Sachbuch, wobei in der Doppik im Gegensatz zur Kameralistik auch erfolgs- und vermögenswirksame Buchungen getätigt werden. Die Kameralistik hingegen kennt nur zahlungswirksame Buchungen. Die Gliederung der Konten unterscheidet sich. Zudem sind die Konten in der doppelten Buchführung so miteinander verbunden, dass am Jahresende die im HGB geforderte GuV sowie die Bilanz relativ einfach zu erstellen sind. Dafür lässt sich in der kaufmännischen Rechnungslegung die Liquiditätsentwicklung nur durch eine separat geführte Kapitalflussrechnung nachvollziehen. Die Doppik kennt die Trennung in Planung, Anordnung und Ausführung nicht, es fehlt eine obligatorische Planungskomponente.
In der Doppik werden Buchungen nach dem Verursachungsprinzip im Zeitpunkt der Entstehung vorgenommen. In der Kameralistik ist eine Folge des Fälligkeitsprinzips, dass Forderungen und Verbindlichkeiten nur in Höhe der noch ausstehenden Zahlungen ausgewiesen werden. Gleichwohl ist eine Sollstellung bereits entstandener, aber noch nicht zur Zahlung fällig gewordener Forderungen und Verbindlichkeiten theoretisch möglich. Dazu müsste im Zeitpunkt der Entstehung eine solche Forderung (Verbindlichkeit), z.B. durch Verkauf (Kauf) eines Vermögensgegenstandes auf Ziel, einfach im Einnahme-Soll (Ausgabe-Soll) gebucht werden.
Ein weiterer gravierender Unterschied liegt in dem Rechnungszweck.
1 Abgrenzung des Themas und Gang der Arbeit: Einführung in den Reformprozess der Kommunalverwaltung und Erläuterung des Aufbaus der Diplomarbeit.
2 Von der Kameralistik zur kommunalen Doppik: Gegenüberstellung der historischen kameralistischen Buchführung mit der neuen doppelten Buchführung und Darstellung des Drei-Komponenten-Systems.
3 Bewertung des Vermögens und der Schulden in der kommunalen Bilanz: Diskussion der Anwendung kaufmännischer Bewertungsprinzipien auf kommunale Vermögensgegenstände und Erläuterung des Vorgehens bei der Eröffnungsbilanz.
4 Outputorientierte Haushaltssteuerung durch produktorientierte Budgetierung: Analyse der Einführung von Produktbudgets sowie Aufbau und Zweck einer internen Kosten- und Leistungsrechnung innerhalb der öffentlichen Verwaltung.
5 Zusammenfassung: Abschließendes Resümee über die Notwendigkeit und den Nutzen der Reformschritte für die Effizienz der kommunalen Verwaltung.
Kameralistik, Doppik, Kommunalverwaltung, Haushaltsrecht, Reformprozess, Rechnungswesen, Drei-Komponenten-System, Bilanzierung, Bewertung, Produktbudgetierung, Kosten- und Leistungsrechnung, Outputsteuerung, Neues Steuerungsmodell, Ressourcenverbrauch, kommunales Vermögen.
Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens, speziell der Umstellung von kameralistischen Systemen auf die doppelte Buchführung in Kommunalverwaltungen.
Im Zentrum stehen die Reform des Gemeindehaushaltsrechts, die Bewertungslogik in kommunalen Bilanzen sowie die Einführung einer produktorientierten Haushaltssteuerung.
Das primäre Ziel ist die Darstellung und kritische Würdigung des Reformprozesses des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens unter Diskussion ausgewählter Problembereiche.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der bestehenden Gesetzeslage, theoretischer Konzepte des Neuen Steuerungsmodells und vergleichende Analysen der Buchführungssysteme.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Unterschiede zwischen Kameralistik und Doppik, beleuchtet Bewertungsfragen bei der Eröffnungsbilanz und erarbeitet Anforderungen an eine Kosten- und Leistungsrechnung.
Zentrale Begriffe sind Kameralistik, Doppik, kommunales Haushaltsrecht, Produktbudgetierung, Ressourcenverbrauchskonzept und Kosten- und Leistungsrechnung.
Gebäude werden bei fehlenden Anschaffungsdaten oft über das Sachwertverfahren bewertet, wobei fiktive Anschaffungswerte durch Indizierung von Normalherstellungskosten ermittelt werden.
Das Prinzip wird hinterfragt, weil die Informationsbedürfnisse der Kommunalverwaltung eine möglichst objektive Darstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erfordern, statt einseitiger vorsichtiger Bewertung.
Sie liefert die notwendigen Daten, um Ressourcenverbrauch in Relation zu erbrachten Leistungen zu setzen und somit eine Verbindung zwischen Input- und Outputsteuerung herzustellen.
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