Diplomarbeit, 2006
101 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Theoretischer Überblick zu Unternehmenskrisen
2.1 Definition einer Krise
2.2 Ansätze der Forschung zu Krisen
2.3 Typologien von Krisen
2.4 Die Rolle der Medien in Krisen
2.5 Prävention und Reaktion der Unternehmen in Krisen
2.6 Wirkung von Krisen und Unternehmenskommunikation in Krisen auf das Unternehmensimage beim Publikum
3 Die Beeinflussungswirkung eines Lebensmittelskandals beim Konsumenten
3.1 Vertrauen in den Einzelhandel als Reaktionsvariable der Konsumenten
3.1.1 Die Rolle des Commitments zum Einzelhandel bei der Beeinflussungswirkung
3.1.2 Die Bedeutung von Einkaufsmotiven bei der Beeinflussungswirkung
4 Empirische Überprüfung
4.1 Aufbau der Empirischen Untersuchung
4.2 Stimulusdesign
4.3 Beschreibung der Stichprobe
4.4 Operationalisierung der Variablen
4.5 Deskriptive Auswertung
4.6 Analytische Auswertung mit Hypothesenprüfung
4.6.1 Allgemeine analytische Auswertung
4.6.2 Hypothesenprüfung
4.7 Güte der empirischen Untersuchung
4.8 Diskussion
5 Praxisempfehlungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, mittels einer experimentellen Studie zu untersuchen, wie sich Lebensmittelskandale auf das Vertrauen der Konsumenten in Einzelhandelsunternehmen auswirken. Dabei wird insbesondere erforscht, ob das Commitment des Kunden sowie spezifische Einkaufsmotive die Wahrnehmung und Reaktion auf eine solche Krise beeinflussen, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für das Krisenmanagement im Lebensmitteleinzelhandel abzuleiten.
3 Die Beeinflussungswirkung eines Lebensmittelskandals beim Konsumenten
Nach dem theoretischen Überblick über Krisen und der Schilderung der Zusammenhänge und Wirkungen dieser im allgemeinen soll im folgenden Teil für die spezielle Krise eines Lebensmittelskandals in der Branche des Einzelhandels Wirkungen theoretisch abgeleitet und empirisch überprüft werden.
Ausgelöst wird ein Lebensmittelskandal durch das Bekanntwerden von Qualitätsmängeln bei Lebensmitteln, die zu einer Gefährdung der Gesundheit der Verbraucher führen können. Der Lebensmittelskandal fällt als Phänomen in das vorgestellte definitorische Raster einer Krise. Das auslösende Ereignis ist mit möglichen negativen Konsequenzen in Form von möglichen gesundheitlichen Schäden für den Verbraucher verbunden. Wegen des erhöhten gesundheitlichen Risikos ist ein solcher Fall regelmäßig mit erhöhtem öffentlichem Interesse verbunden. Dieses Interesse wird begleitet von Medienberichterstattungen, die die Öffentlichkeit über das Risiko informieren wollen. Dabei wird subjektiv einem der beteiligten Akteure, sei es der Händler, der Hersteller oder weiter vor gelagerte Produktionsstufen, die Schuld zugewiesen. Für die Händler und Hersteller sind solche Krisen in der Regel nicht vorhersehbar. Es sei denn sie sind auf opportunistisches Verhalten zurückzuführen, das fahrlässig gesundheitliche Risiken für die Verbraucher der Lebensmittel in Kauf nimmt. Von der Reaktion der Öffentlichkeit und der Berichterstattung der Medien können mehrfache Gefahren für die Ziele eines Unternehmens ausgehen. So kann z.B. der Umsatz bei den Produzenten der Lebensmittel zurückgehen oder das Handelsunternehmen, das die Produkte in Umlauf gebracht hat auf Schadensersatz verklagt werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Lebensmittelqualität für Konsumenten und das damit einhergehende Risiko für Einzelhändler durch Skandale, was die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit begründet.
2 Theoretischer Überblick zu Unternehmenskrisen: Dieses Kapitel definiert das Phänomen der Unternehmenskrise, klassifiziert verschiedene Krisentypen und diskutiert die zentrale Rolle der Medienberichterstattung sowie präventive und reaktive Handlungsoptionen für Unternehmen.
3 Die Beeinflussungswirkung eines Lebensmittelskandals beim Konsumenten: Hier wird das theoretische Konstrukt des Vertrauens im Einzelhandel erörtert und die moderierende Rolle von Commitment sowie Einkaufsmotiven für die Wahrnehmung von Krisen hergeleitet.
4 Empirische Überprüfung: In diesem Kapitel wird das experimentelle Studiendesign beschrieben, die Operationalisierung der Variablen dargelegt sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Hypothesen präsentiert.
5 Praxisempfehlungen: Das abschließende Kapitel überträgt die empirischen Erkenntnisse in konkrete Ratschläge für das Krisenmanagement, insbesondere für die Kommunikationsstrategie von Einzelhandelsunternehmen.
Lebensmittelskandal, Einzelhandel, Kundenvertrauen, Unternehmenskrise, Konsumentenverhalten, Commitment, Krisenmanagement, Medienberichterstattung, Markenwert, Einkaufsmotive, Qualitätsorientierung, empirische Untersuchung, Image, Krisenkommunikation, S-O-R Schema.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Lebensmittelskandalen auf das Kundenvertrauen und das Markenimage von Lebensmitteleinzelhändlern.
Die Themen umfassen die Theorie zu Unternehmenskrisen, die Rolle der Medien bei der Krisenwahrnehmung und die Bedeutung von psychologischen Kundenbindungsfaktoren wie Commitment und Einkaufsmotiven.
Ziel ist es, empirisch zu belegen, wie ein Lebensmittelskandal das Vertrauen beeinflusst und ob bestimmte Kundenmerkmale diesen Effekt abschwächen oder verstärken können.
Es wurde eine experimentelle Studie mit Marketing-Studenten durchgeführt, bei der durch reale Nachrichtenberichte über Lebensmittelskandale die Reaktionen vor und nach der Stimuluspräsentation gemessen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick, die theoretische Herleitung der Hypothesen für den Einzelhandel und eine detaillierte empirische Überprüfung der Daten mittels Regressions- und Faktorenanalysen.
Zentrale Begriffe sind Lebensmittelskandal, Kundenvertrauen, Commitment, Krisenmanagement und Konsumentenverhalten.
Die Studie konnte keine signifikante Änderung der Einkaufshäufigkeit feststellen, was darauf hindeutet, dass Konsumenten eher einzelne Produkte meiden als den gesamten Händler zu boykottieren.
Obwohl theoretisch angenommen wurde, dass ein hohes Commitment vor Vertrauensverlust schützt, ließen die empirischen Daten in dieser Stichprobe keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Stärke der Bindung und der Reaktion auf den Medienbericht erkennen.
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