Magisterarbeit, 2006
137 Seiten, Note: 1,0
Die Arbeit befasst sich mit der Wahrnehmung und Konstruktion von Kriminalität im Kontext der Ost-West-Migration im westfälischen Ruhrgebiet vor 1914. Ziel ist es, die diskursiven und sozialen Prozesse zu untersuchen, die zur Entstehung von `Ausländerkriminalität' als Angstmotiv führten. Die Arbeit analysiert die Rolle von Stigmatisierung, Proletarisierung und der Entstehung eines spezifischen Kriminalitätsdiskurses.
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Fragestellung, den Aufbau, die Quellenlage und den Forschungsstand der Arbeit darstellt. Kapitel 2 beleuchtet die Bedeutung der Ost-West-Migration für das Ruhrgebiet als Zuwanderungsgesellschaft. Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Stigmatisierung und Kriminalisierung polnischer Zuwanderer im Kontext der deutschen Nationalstaatenbildung. Kapitel 4 untersucht die Bedeutung des Kriminalitätsdiskurses, der sich sowohl in der kriminologischen Forschung als auch in der öffentlichen Meinung niederschlägt. Kapitel 5 analysiert die Konzepte der Proletarisierung und der Bürgerangst in Bezug auf die Wahrnehmung von Kriminalität im Ruhrgebiet. Kapitel 6 beleuchtet die spezifische Konstruktion von `Ausländerkriminalität' im Kontext der Ost-West-Migration. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick, der die Bedeutung der Thematik für die heutige Gesellschaft hervorhebt.
Ost-West-Migration, Ruhrgebiet, Kriminalität, Kriminalitätsdiskurs, Ausländerkriminalität, Proletarisierung, Bürgerangst, Stigmatisierung, Polen, Stereotypen, Degeneration, Nationalismus, Industrialisierung, Zeitungsdiskurs, sozialer Wandel.
Der Begriff entwickelte sich durch diskursive Prozesse und Stigmatisierung der massenhaften Zuwanderung polnischer Arbeiter ins Ruhrgebiet, die vom Bürgertum als Bedrohung wahrgenommen wurden.
Es handelte sich um polnischsprachige Zuwanderer aus den Ostprovinzen Preußens, die im Bergbau arbeiteten und oft einer institutionellen „Polenüberwachung“ unterlagen.
Zeitungen transportierten Stereotype wie den „trinkenden Polen“ oder „rohe Messerhelden“ und trugen so zur Ethnisierung von Straftaten bei.
Im Zeitgeist des Nationalismus wurden Begriffe wie „Degeneration“ und „Rasse“ genutzt, um soziale Probleme der Zuwanderung als angeborene Minderwertigkeit umzudeuten.
Die Arbeit zeigt auf, dass sich trotz unterschiedlicher historischer Bedingungen bestimmte Angst- und Stigmatisierungsmotive („Einwanderungsland wider Willen“) in der deutschen Geschichte wiederholen.
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