Diplomarbeit, 2006
83 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung
1.2.1 Klaus Becks Binnenmoral
1.2.2 Jürgen Zabecks universalistische Morallehre
1.2.3 Präzisierung der Fragestellung und Aufbau der Arbeit
2. Einführung in die Begriffe der Ethik
2.1 Ethik
2.2 Moral
2.3 Formen der Ethik
2.4 Sozialethik, Individualethik & Individualismus, Institutionenethik und Institutionenökonomik
2.5 Wirtschaftsethik
2.6 Werte, Normen, Wertethik & Pluralismus der Werte
3. Die Entwicklung des Wirtschaftsdenkens seit der Antike
3.1 Wirtschaftsdenken im Zeitalter der Antike
3.2 Wirtschaftsdenken im Mittelalter
3.3 Wirtschaftsdenken seit der Neuzeit
3.4 Die Entstehung und Weiterentwicklung der Nationalökonomie – Die klassische Phase
3.5 Die Entsoziologisierung der ökonomischen Theorie – Die neoklassische Phase
3.6 Vorläufer der ethisch-praktischen Revision bisheriger Wirtschaftstheorie
4. Moralphilosophische Denkrichtungen – Die Argumentationsgrundlagen Becks und Zabecks
4.1 Die transzendentale Ethik Immanuel Kants
4.2 Adam Smith über Mensch, Wirtschaft, Ethik, Politik und Erziehung
4.3 Utilitaristisches Gedankengut
5. Beck und Zabeck zur kaufmännischen Moralerziehung
5.1 Ein Überblick
5.2 Klaus Beck zur Moralerziehung (1996-2002)
5.2.1 Grundlegung, Motive und Skizzierung der Revision der Berufserziehung
5.2.2 Klaus Beck zur Betriebs- und Berufsmoral
5.2.3 Klaus Beck zur Theorie der moralischen Urteilsbildung – Lawrence Kohlbergs Stufenmodell
5.2.3.1 Aufbau der Stufentheorie Lawrence Kohlbergs
5.2.3.2 Anwendung und Kritik der Kohlbergtheorie – Ergebnisse und Schlussfolgerungen Becks Forschungsprojekts
5.2.4 Pädagogische Implikationen und didaktische Folgeproblem
5.3 Jürgen Zabeck zur Moralerziehung – Kritik an Klaus Becks Revision der Berufserziehung
5.3.1 Grundlegung, Motive und Skizzierung Zabecks Kritik
5.3.2 Zur Problematik des Beckschen Moralbegriffs und der Ethik
5.3.3 Zabeck zur Stufentheorie Lawrence Kohlbergs
5.3.4 Perspektiven einer kaufmännischen Moralerziehung jenseits des ethischen Partialismus
5.3.4.1 Das Stufenkonzept Hermann Krings
5.3.4.1 Pädagogische Implikationen
5.4 Klaus Beck zur Moralerziehung (seit 2002)
6. Versuch einer Synthese und deren pädagogische Implikationen
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit befasst sich mit der spannungsvollen Beziehung zwischen Wirtschaftsethik und Wirtschaftspädagogik. Das Hauptziel besteht darin, die theoretischen Ansätze der Kontrahenten Klaus Beck und Jürgen Zabeck kritisch zu analysieren, deren Argumentationsgrundlagen aufzuarbeiten und eine Synthese zu formulieren, die pädagogische Implikationen für die kaufmännische Moralerziehung liefert.
1.2.1 Klaus Becks Binnenmoral
Beck definiert Moral aus „Sicht der neoklassischen ökonomischen Theorie als ein knappes Gut, das durch Konsumverzicht gebildet wird, um dauerhafte Erträge abzuwerfen“14. Beck ist der Meinung, dass universalistische Ethikansichten (siehe Zabeck) in Zeiten der Globalisierung und moderner pluralistischer Großgesellschaften nicht mehr zweckmäßig, sondern realitätsfern seien und rechtfertigt damit „die wirksameren Binnenmoralen“15. Im Gegensatz zur universalistischen Morallehre sieht er keinen Konflikt darin, wenn Kaufleute sich im Beruf moralisch anders verhalten als im Privatleben. Die Individuen erfüllen somit Rollennormen, die nicht von allen immer und überall erfüllt werden, sondern erfüllen lediglich Rollen bestimmter Personengruppen in bestimmten Situationsklassen. Im Unterschied zur Binnenmoral würde eine universalistische Moral die Individuen überfordern, da es nicht mehr möglich sei, jede relevante Entscheidung im Hinblick auf deren Bedeutung für die Gesamtgesellschaft zu treffen.16 Im Kontext seiner Argumentation und im Hinblick auf die Moraldidaktik verwendet Beck die Theorie Lawrence Kohlbergs zur Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit.
1. Einführung: Das Kapitel motiviert die Relevanz der Wirtschaftsethik in einer pluralistischen Gesellschaft und erläutert die Problemstellung im Kontext des Streits zwischen Beck und Zabeck.
2. Einführung in die Begriffe der Ethik: Hier werden zentrale ethische Begriffe wie Moral, Ethik, Metaethik sowie verschiedene Formen und Bereiche der angewandten Ethik definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Die Entwicklung des Wirtschaftsdenkens seit der Antike: Das Kapitel gibt einen historischen Überblick über das Wirtschaftsdenken von der Antike bis zur neoklassischen Phase und bereitet den theoretischen Boden für die moderne Diskussion.
4. Moralphilosophische Denkrichtungen – Die Argumentationsgrundlagen Becks und Zabecks: Dieses Kapitel vertieft die philosophischen Positionen von Immanuel Kant, Adam Smith und dem Utilitarismus, die als Basis für die Kontroverse zwischen Beck und Zabeck dienen.
5. Beck und Zabeck zur kaufmännischen Moralerziehung: Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte von Klaus Beck und Jürgen Zabeck, ihre Debatte zur Moralerziehung, die Rolle des homo oeconomicus und die Anwendung des Stufenmodells von Kohlberg.
6. Versuch einer Synthese und deren pädagogische Implikationen: Der Verfasser führt die Positionen zusammen und leitet pädagogische Schlussfolgerungen für die kaufmännische Berufserziehung ab.
7. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer Synthese zwischen den gegensätzlichen Ansätzen von Beck und Zabeck.
Wirtschaftsethik, Wirtschaftspädagogik, Klaus Beck, Jürgen Zabeck, Moral, Berufsmoral, Betriebsmoral, Moralerziehung, Lawrence Kohlberg, Immanuel Kant, Adam Smith, Utilitarismus, homo oeconomicus, moralische Urteilsfähigkeit, Sozialethik.
Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Wirtschaftsethik und Wirtschaftspädagogik und analysiert den fachlichen Diskurs zwischen den Kontrahenten Klaus Beck und Jürgen Zabeck über eine angemessene kaufmännische Moralerziehung.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung moralischen Handelns in der Wirtschaft, die Frage nach Bereichsethiken versus universalistischer Moral sowie die pädagogische Umsetzung dieser Konzepte in der beruflichen Bildung.
Die Arbeit fragt danach, wie ökonomisches Handeln und ethische Normen in Einklang gebracht werden können und welche Rolle dabei die pädagogische Moralerziehung spielt, insbesondere im Hinblick auf den Streit zwischen den Positionen von Beck und Zabeck.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und eine philosophisch-pädagogische Diskursrekonstruktion, die historische und aktuelle Quellen kritisch vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Wirtschaftsdenkens, eine Darstellung der philosophischen Grundlagen (Kant, Smith, Utilitarismus) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der spezifischen Kontroverse zwischen Beck und Zabeck zur kaufmännischen Moralerziehung.
Zu den Kernbegriffen zählen Wirtschaftsethik, Moralerziehung, Betriebsmoral, Berufsmoral, das Stufenmodell von Kohlberg und die Konzepte der Handlungs- und Urteilskompetenz im Beruf.
Der „homo oeconomicus“ wird als „Protagonist der Betriebsmoral“ kritisch diskutiert; Zabeck sieht in ihm eine realitätsferne „Kopfgeburt“, während Beck ihn im Kontext systemischer Anforderungen an wirtschaftliches Handeln betrachtet.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Positionen zwar gegensätzlich wirken, sich aber in der Praxis bei der Förderung moralischer Urteilsfähigkeit ergänzen können und eine Synthese, insbesondere unter Einbeziehung von Zabecks Forderungen und Ansätzen wie denen von Hermann Krings, vielversprechend für die Didaktik ist.
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