Diplomarbeit, 2005
141 Seiten, Note: sehr gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 Einleitung
1.1 Entwicklung der Fragestellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Forschung zur Unterbringung von chronisch psychisch kranken Menschen
2.1 Exkurs: Auseinandersetzung mit Begrifflichkeiten für chronisch psychisch kranke Menschen
2.2 Chronizität
2.3 Enthospitalisierung
2.4 Alternative Ansätze im Umgang mit chronisch psychisch kranken Menschen
2.4.1 Alternative Wohnformen
2.4.2 Alternative Behandlungsansätze
2.5 Heimforschung
2.5.1 Heimkritik
2.5.2 Soziale Exklusion psychisch kranker Menschen
2.5.3 Spezialfall Übergangswohnheim
2.5.4 Studien zur Lebensqualität
2.6 Detlef Petry: Die Wanderung. Eine trialogische Biographie über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Wahl des Forschungsansatzes
3.1.1 Qualitative Forschung
3.2 Feldzugang
3.2.1 Kontaktaufnahme zu den Bewohnern des Übergangswohnheimes
3.3 Entscheidungsfindung
3.3.1 Das Übergangswohnheim
3.3.2 R.K.
3.4 Unterschiedliche Perspektiven
3.4.1 Kontaktaufnahme zum Vater
3.4.2 Kontaktaufnahme zu den Geschwistern
3.4.3 Betreuerperspektive
3.4.4 Verlaufsakte
3.4.5 Krankenakte
3.4.6 Forscherin
3.5 Angewandte Methoden der Erhebung und Auswertung
3.5.1 Feldforschung und teilnehmende Beobachtung
3.5.2 Gespräche
3.5.3 Interview mit R.K.
3.5.4 Interview mit der Pflegedienstleitung
3.5.5 Auswertung der Daten
3.5.6 Rekonstruktion von subjektiver Wirklichkeit
3.5.7 Die Validierung kommunikativ gewonnener Daten
3.6 Subjektivität der Forscherin
3.6.1 „going native“
3.6.2 Reaktivität im Feld
3.7 Gütekriterien qualitativer Forschung
3.8 Leseanleitung / Darstellungsentscheidung
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Lebenskontext Übergangswohnheim
4.1.1 Beschreibung und Konzeptanalyse des untersuchten Übergangswohnheimes
4.1.2 Die Menschen, die im Übergangswohnheim leben
4.2 Biographischer Überblick von R.K.
4.3 Leben im Übergangswohnheim
4.3.1 Tagesablauf
4.3.2 Küchendienst
4.3.3 ‚Essgewohnheiten’
4.3.4 Beschäftigungs-/Arbeitstherapiemaßnahmen
4.3.5 ‚Zimmerpflege’
4.3.6 Medikation
4.3.7 Andere Termine
4.4 Einordnung als ein „Bewohner“ des ÜWHs
4.4.1 Verpflichtungen
4.4.2 Kommunikation
4.4.3 Teilnahme am Essen
4.4.4 Medikamenteneinnahme
4.4.5 Süchte / Drogen
4.4.6 Aggressivität / Gewalt
4.4.7 Manieren
4.4.8 Fachjargon
4.4.9 Grenzen
4.4.10 Krankheit als Daseinsberechtigung
4.4.11 Dauer des Aufenthaltes
4.4.12 Familienanbindung
4.5 „Ich bin sehr extrem geartet“
4.5.1 Selbstbeschreibung als „krank“
4.5.2 Drogen / Medikamente
4.5.3 Von „Adam Cartwright“ zu „Old Shatterhand“
4.6 Exkurs: Krankenakte
4.7 Jenseits von Krankheit
4.7.1 Radio hören
4.7.2 Lesen
4.7.3 Wissen um Daten und Fakten
4.7.4 Sammelinteresse
4.7.5 Zukunftsideen
4.7.6 Reflexionsfähigkeit
4.8 Beziehungen
4.8.1 zu Profis
4.8.2 zu Frauen
4.8.3 zu anderen Menschen
4.8.3.1 Freundschaften
4.8.3.2 „Kumpelbeziehung[en]“
4.8.3.3 „Mitpatienten“
4.8.3.4 „ehemalige[...] Bewohner“
4.8.3.5 Mitbewohner
4.8.3.6 „Gruppen“
4.8.3.7 „Buchladen“
4.8.3.8 „Verkäuferin[nen]“
4.8.3.9 Apotheke
4.8.3.10 „Tante-Emma-Laden“
4.8.4 zur Familie
4.8.4.1 Vater
4.8.4.2 Mutter
4.8.4.3 Geschwister
4.8.5 zur Forscherin
5 Zusammenfassung und Diskussion
5.1 Rekonstruktion der subjektiven Wirklichkeit
5.2 Rekonstruktion der sozialen Wirklichkeit
5.3 Passung zwischen Bedürfnissen und Betreuungsangebot
5.4 Einordnung des Werdegangs von R.K. in die Theorie
5.5 Methodenkritische Anmerkungen
5.6 Andere Wege
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die subjektive Lebenswirklichkeit eines chronisch psychisch kranken Mannes (R.K.) zu rekonstruieren, der in einem Übergangswohnheim in Berlin lebt. Dabei wird untersucht, wie der Bewohner sein Leben gestaltet, seine eigene Geschichte versteht und inwieweit eine Passung zwischen seinen persönlichen Bedürfnissen und dem institutionellen Betreuungsangebot besteht.
3.6.1 „going native“
Bei der teilnehmenden Beobachtung (siehe Kapitel 3.5.1) geht es um eine möglichst weitgehende „Gewinnung der Innenperspektive“ und dabei gleichzeitig um die „Systematisierung des Fremdenstatus“ (Flick, 1991, S. 154). Das Phänomen „going native“ wird als eine emotionale Involviertheit, als Verlust einer kritischen Außenperspektive oder als Überidentifikation bezeichnet. Der Prozess des „going native“ kann aber auch als ein Instrument zur Reflektion des eigenen Vertrautwerdens und zur Gewinnung von Einsichten über das Feld verstanden werden. Dem Forscher muss letztendlich eine Balance zwischen Einlassen und Distanz gelingen, hierzu ist ein hohes Maß an Selbstreflexivität erforderlich und die Supervision unerlässlich.
In der intensiven Begleitung von Robert habe ich eine starke Identifikation mit seiner Person festgestellt, die ich in unserem gleichen Alter, dem gemeinsamen Verlust der Mutter in jungen Jahren an Krebs und den zahlreichen Gesprächen mit ihm begründet sehe. Diese Identifikation drückt sich in meinem großen Einfühlungsbedürfnis in seinen biographischen Werdegang aus.
1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsprojektes und Entwicklung der Fragestellung im Kontext der Enthospitalisierung psychiatrischer Patienten.
2 Forschung zur Unterbringung von chronisch psychisch kranken Menschen: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen wie Chronizität, Enthospitalisierung und Heimforschung sowie Vorstellung des Konzepts der trialogischen Biographie.
3 Methodisches Vorgehen: Begründung des qualitativen Forschungsansatzes, der Methoden der Datenerhebung (teilnehmende Beobachtung, Interviews) und der Auswertung nach der Grounded Theory.
4 Darstellung der Ergebnisse: Detaillierte Analyse des Lebenskontextes, der Biographie und der Alltagsstruktur von R.K. sowie eine Untersuchung seiner sozialen Beziehungen und Identitätskonstruktionen.
5 Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, Einordnung des Fallbeispiels in die Theorie und kritische Reflexion des methodischen Vorgehens sowie Ableitung praxisrelevanter Ideen.
Psychologie, Chronisch psychisch krank, Übergangswohnheim, Biographische Einzelfallanalyse, Qualitative Forschung, Enthospitalisierung, Subjektive Wirklichkeit, Grounded Theory, Teilnehmende Beobachtung, Institution, Identität, Psychiatrie, Sucht, Soziale Exklusion, Empowerment.
Die Arbeit untersucht die Lebenswelt eines chronisch psychisch kranken Mannes, der in einem Berliner Übergangswohnheim untergebracht ist, und beleuchtet seine individuelle Biographie sowie seine subjektive Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation.
Zentrale Themen sind die Unterbringung chronisch psychisch kranker Menschen, der Prozess der Institutionalisierung, die Frage der Lebensqualität sowie die Bedeutung persönlicher Beziehungen und individueller Bewältigungsstrategien.
Das Ziel ist die Rekonstruktion der subjektiven Wirklichkeit von R.K. und die Untersuchung, inwiefern seine persönlichen Bedürfnisse mit den Angeboten der Institution „Heim“ übereinstimmen.
Es handelt sich um eine qualitative Einzelfallanalyse. Als methodischer Rahmen dient die Grounded Theory, ergänzt durch teilnehmende Beobachtung und biographische Interviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Heimforschung, die ausführliche Darstellung des methodischen Vorgehens und die detaillierte Ergebnisdarstellung, welche R.K.s Alltag, seine Beziehungen und sein Selbstverständnis beleuchtet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Chronizität, Enthospitalisierung, "Going Native", Subjektivität der Forscherin und Empowerment.
R.K. macht kaum einen Unterschied zwischen seiner Lebensgeschichte und seiner Krankengeschichte; er interpretiert viele Ereignisse aus seiner Vergangenheit durch das Raster seiner psychiatrischen Diagnosen und medizinischen Konzepte.
Die Autorin stellt fest, dass R.K. für sich eine stabile Nische im Übergangswohnheim gefunden hat. Obwohl dies nicht ihren ursprünglichen Idealen einer unabhängigen Wohnform entspricht, erkennt sie das Heim als einen Ort an, der dem Bewohner die notwendige Sicherheit und Struktur bietet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

