Magisterarbeit, 2006
146 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
1.1 EU und Türkei – eine kurze Einführung in die Problematik
1.2 Forschungsperspektiven
1.3 Auswahl des empirischen Materials
II. Theoretischer Teil
1. Diskursanalyse
1.1 Zum Diskursbegriff
1.2 Diskurs und Wirklichkeit
1.3 Diskurs und Macht
1.4 Diskursanalytisches Arbeiten
2. Der EU-Beitritt der Türkei als Medienereignis
2.1 Mediale Realitätsvermittlung
2.2 Medienauswahl
III. Empirischer Teil
1. Die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei in der Jungen Freiheit
1.1 Die Überlastung der EU
1.2 Der „Untergang des Abendlandes“
1.3 Die Türkei – ein fremdes Land
1.4 Migrationsflut aus der Türkei – diskursive Verknüpfung von Beitritts- und Migrationsdiskurs
1.5 Kulturelle Segregationsforderungen
2. Die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei in der Tageszeitung
2.1 EU und Türkei – „Das push-and-pull- Prinzip“
2.2 „Koloss auf tönernen Füßen“
2.3 Signal der Anerkennung – diskursive Verknüpfung von Beitritts- und Migrationsdiskurs
2.4 Muslimische Emanzipation – diskursive Verknüpfung von Migrations- und Kopftuchdiskurs
3. Die Spezifik des rechten und des linken Beitrittsdiskurses im Vergleich mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
3.1 Ein christliches Europa für ein patriotisches Deutschland (Junge Freiheit)
3.2 Anerkennung der türkischen Migranten (Tageszeitung)
3.3 Europa als abendländische Schicksalsgemeinschaft versus Europa als Konstrukt (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
IV. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert aus kulturwissenschaftlicher Perspektive die medialen Kontroversen um den EU-Beitritt der Türkei. Ziel ist es zu untersuchen, wie über den Beitritt diskutiert wird, welcher Logik die Argumentationsmuster folgen und wie durch diskursive Verknüpfungen (insbesondere zwischen Beitritts- und Migrationsdiskursen) Bedeutungssysteme über "Europa" und das "Fremde" konstruiert werden.
Die Argumentationen
Claus Leggewie unterscheidet in der Diskussion zwei Argumentationsstränge. Der eine Strang dokumentiert die europäische Selbstfindung, die sich – in Analogie zum Orientalismus – an der Türkei ihrer Identität vergewissert. Der andere Argumentationsstrang fokussiert den Grad der Erfüllung der Kopenhagener Kriterien. Fünf Identitätskonzepte und damit einhergehende Argumentationskomplexe lassen sich im ersten Argumentationsstrang unterscheiden:
1. Europa als geographischer Raum
2. Europa als historische Erinnerungs- und Schicksalsgemeinschaft
3. Europa als Erbe des christlichen Abendlandes
4. Europa als kapitalistische Marktgemeinschaft mit sozialstaatlichen Elementen
5. Europa als Hort von Demokratie und Menschenrechten
Diese zwei Argumentationsstränge lassen sich nicht strikt voneinander trennen, sie markieren lediglich Ausgangspunkte einer Argumentation. Oft werden sie auch miteinander verwoben, um Aussagen und Forderungen zu bekräftigen. Wird beispielsweise der Annäherungsprozess an die Kopenhagener Kriterien und an die EU positiv dokumentiert, so wird meist auch mit einem Verständnis von Europa als Hort von Demokratie und Menschenrechten argumentiert, was die EU in ihrem Modernisierungsprozess unterstützen sollte.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der EU-Beitrittsdebatte der Türkei unter Einbezug aktueller medialer Positionen und Forschungsperspektiven.
II. Theoretischer Teil: Vermittlung der diskursanalytischen Grundlagen nach Foucault und Ausführung zur Medientheorie und Realitätsvermittlung.
III. Empirischer Teil: Detaillierte Analyse der Beitrittsdiskurse in der Jungen Freiheit, der Tageszeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im direkten Vergleich.
IV. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Rolle der Diskursanalyse bei der Dekonstruktion politischer Narrative.
Diskursanalyse, EU-Beitritt, Türkei, Medien, Europäische Ethnologie, Integration, Migration, Identität, Orientalismus, Kulturalismus, Neue Rechte, Politische Kommunikation, Europa, Konstruktivismus, Integrationsdebatte.
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene deutsche Medien den EU-Beitritt der Türkei diskursiv verhandeln und welche Identitätskonstruktionen dabei im Zentrum stehen.
Zentrale Themen sind der türkische EU-Beitritt, Migrations- und Integrationsdiskurse, die Konstruktion von europäischer Identität sowie die Rolle des Islam im medialen Diskurs.
Das Ziel ist die De- und Rekonstruktion der Argumentationsstrukturen in ausgewählten Medien, um aufzuzeigen, wie politische Räume und Grenzen diskursiv erzeugt werden.
Es wird die Methode der kritischen Diskursanalyse aus kulturwissenschaftlicher Sicht angewandt, basierend unter anderem auf den Ansätzen von Michel Foucault und Siegfried Jäger.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Diskursanalyse und Medientheorie sowie einen umfangreichen empirischen Teil, der die Zeitungen "Junge Freiheit", "Tageszeitung" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" analysiert.
Diskursanalyse, Identitätsbildung, Migrationsdiskurs, Orientalismus, Kulturalismus und Europäische Ethnologie sind prägend für die Untersuchung.
In der "Jungen Freiheit" wird der Islam primär als "fremdes" und "inkompatibles" System konstruiert, das zur Begründung der Ablehnung eines Beitritts herangezogen wird.
Die "Tageszeitung" sieht den EU-Beitritt eher positiv und als Motor für demokratische Reformen in der Türkei, während sie den Islam nicht als pauschales Ausschlusskriterium verwendet, sondern Integration als gesellschaftliche Aufgabe betrachtet.
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