Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006
13 Seiten
I) Zur Lage des aktuellen Konservatismus
II) Ursachen der Krise des deutschen Konservatismus
III) Ansätze einer konservativen Krisentherapie
IV) Im Westen nichts Neues - ein kurzes Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zustand und die Identitätskrise des deutschen Konservatismus im frühen 21. Jahrhundert, insbesondere vor dem Hintergrund von Globalisierung, ökonomischen Umbrüchen und dem Erstarken neoliberaler Ideologien. Ziel ist es, die historischen Wurzeln, die aktuelle programmatische Orientierungslosigkeit sowie potenzielle konservative Antwortstrategien auf die Herausforderungen der Moderne kritisch zu beleuchten.
II) Ursachen der Krise des deutschen Konservatismus
Die Krise des Konservatismus ist Bestandteil der allgemeinen geistig-kulturellen Krise der westlichen oder sich nach Westen orientierenden Gesellschaften. Der Zusammenbruch scheinbar unverrückbarer Gewissheiten wie der Frontstellung "Ost gegen West", der allgemeine Wertewandel im Gefolge der beschleunigten Modernisierung, die neuen Erkenntnisse der Wissenschaften, aber auch der Globalisierungsprozess als widerspruchsvolle, aber auch Widerstand produzierende Überformung dieser Einzeltendenzen haben linke wie rechte Gedanken- und Theoriegebäude auf die Probe gestellt. Ein "Ende der Geschichte", wie es Francis Fukuyama emphatisch prophezeite, hat es nicht gegeben und wird es nicht geben, soviel ist seit dem 11. September 2001 gewiss.
Das Tempo der Veränderungen im materiellen wie immateriellen Sektor unserer Existenz ist nachgerade atemberaubend, mit gravierenden Folgen für unser Denken.
Der Entschlüsselungsprozess der DNA hat den alten Glaubensstreit zwischen Milieutheorie und Genetik, ob Eigenschaften des Menschen nun angeboren oder erlernt seien, musealisiert und trotzdem auf einen neuen, potenziell richtigen Weg der Interpretation verwiesen. In der ersten Euphorie jedoch meinten zahlreiche "Biologisten", alles sei im Grunde genetisch vorgegeben, inclusive der Lernfähigkeit und der Intelligenz. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung, wo widerspruchsvoll sie nun auch immer sein mag, zügelte aber nach und nach die simple Einseitigkeit. Was und wieviel nun exakt oder spannbreitenartig genetisch grundgelegt ist, lässt sich nach wie vor nicht beweiskräftig quantifizieren.
I) Zur Lage des aktuellen Konservatismus: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklungslinie des deutschen Konservatismus von den Anfängen bis zur modernen Ära nach und analysiert den Wandel von der "Tendenzwende" hin zur aktuellen Identitätskrise.
II) Ursachen der Krise des deutschen Konservatismus: Hier werden die Gründe für die allgemeine Orientierungslosigkeit konservativer Strömungen beleuchtet, insbesondere im Kontext der Globalisierung und der neoliberalen Transformation.
III) Ansätze einer konservativen Krisentherapie: Dieser Abschnitt untersucht Paul Noltes Vorschläge zur Rekonstruktion konservativer Leitprinzipien und die Suche nach einem ideologischen "Kitt" für eine Gesellschaft im Wandel.
IV) Im Westen nichts Neues - ein kurzes Fazit: Das Fazit bewertet die Wirksamkeit aktueller konservativer Lösungsansätze und kommt zu dem Schluss, dass diese zwar intellektuell fundiert sind, aber kaum direkte politische Gestaltungskraft entfalten.
Konservatismus, Neoliberalismus, Globalisierung, Identitätskrise, Christdemokratie, Moderne, Ordnung, Staatsverständnis, Wertewandel, Paul Nolte, politische Ideologie, Transformation, Tradition, Gesellschaftsmodell.
Die Publikation analysiert die historische Entwicklung und die gegenwärtige Identitätskrise des politischen Konservatismus in Deutschland im frühen 21. Jahrhundert.
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen der Globalisierung, dem Aufstieg des Neoliberalismus und der daraus resultierenden programmatischen Schwäche konservativer Parteien.
Das Ziel ist es, die Gründe für das Verschwinden konservativer Identität zu ergründen und zu prüfen, ob es noch zeitgemäße Strategien für einen modernen Konservatismus gibt.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, um die ideengeschichtlichen Entwicklungen und aktuelle politische Diskurse miteinander in Bezug zu setzen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Krisendiagnose des Historikers Paul Nolte, den Ursachen dieser Krise und den Möglichkeiten einer konservativen Neuorientierung.
Die wichtigsten Begriffe sind Konservatismus, Identitätskrise, Neoliberalismus, Globalisierung, gesellschaftliche Ordnung und politische Programmatik.
Die "Tendenzwende" wird als historischer Wendepunkt markiert, von dem aus der Konservatismus begann, sich neu zu formieren, bevor er in den aktuellen Prozess der programmatischen Entleerung geriet.
Die Globalisierung wird als widersprüchlicher Prozess beschrieben, der die traditionellen Strukturen des Konservatismus destabilisiert und die Unionsparteien in eine defensive Rolle drängt.
Im Kontext der "postsäkularen Gesellschaft" dient die Rückbesinnung auf Religion als Instrument, um dem Menschen ein Gefühl für seine Grenzen und Möglichkeiten zu vermitteln.
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