Wissenschaftlicher Aufsatz, 1990
15 Seiten
I) Definition: Was ist Konservatismus ?
II) Aktuelle Vorbemerkung
III) Neuabdruck
Die vorliegende Arbeit untersucht die Differenzierung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland während der achtziger Jahre, insbesondere im Hinblick auf die Debatte um eine „nationale Identität“. Ziel ist es, die konkurrierenden Identitätskonzeptionen zwischen liberalkonservativen und nationalkonservativen Strömungen zu analysieren und deren Auswirkungen auf das politische Selbstverständnis sowie die europapolitischen Ambitionen der BRD kritisch zu beleuchten.
III) Neuabdruck
Seit einem Jahrzehnt wird in der politischen Kultur der BRD die Frage nach der „nationalen Identität“ mit wachsender Intensität diskutiert. Diese Suche nach nationaler Identität ist allerdings keine Zeitgeisterscheinung. Sie ist vielmehr Ausdruck eines Bedürfnisses in Politik und Gesellschaft, verlorengegangene und untauglich gewordene Identifikationen mit der Bundesrepublik Deutschland neu zu suchen und zu schaffen. Durch das seit Mitte der siebziger Jahre entstandene Krisengeflecht aus ökonomischen, sozialen, ideologischen und militärischen Faktoren verfielen gesellschaftliche Identifikationsmuster wie wachsender Wohlstand und soziale Sicherheit, prinzipielle Befürwortung US-amerikanischer Attribute und Lebensstile zusehends. Die Suche nach nationaler Identität ist Ausdruck des Dranges nach neuerlicher Selbstvergewisserung.
Diese Selbstvergewisserung kulminierte deshalb im Postulat nationale Identität, weil die außenpolitischen Spannungen zunahmen, nationale Interessen der BRD durch US Strategieplanung („Euroshima“) verletzt zu werden drohten und mit der Reflexion über die Nachkriegsrealitäten und über die Folgen atomarer Konflikte für Mitteleuropa zusammenfielen. Da die Nachkriegsgrenzen sich als beständig erwiesen, entstand ein Bedarf an neuen Standortbestimmungen und Perspektivplanungen. Die Suche nach nationaler Identität ist Ausdruck des Konflikts zwischen diesen Realitäten und dem unhaltbar gewordenen Selbstverständnis der BRD als eines Provisoriums.
Die Bundesrepublik Deutschland ist auf dem Weg zu einem „normalen“ bürgerlich kapitalistischen Staatswesen mit einer diesem entsprechenden „Staatsräson“. Nationale Identität ist der Versuch der Begründung eines Selbstverständnisses, das die Nation als Gemeinsames über Klassenkonflikte, Krisen, Interessen und politische Einstellungen ausgeben soll. Dazu bedarf es der Vergangenheit als einer begründungsliefernden Folie, aus der vermittels „Geschichtspolitik“ Leitbilder und Identifikationen gewonnen werden können, welche wiederum ein kollektives Nationalbewusstsein zu fördern tauglich sind.
I) Definition: Was ist Konservatismus ?: Dieser Abschnitt definiert den Konservatismus als eine vielfältige Strömung, die sich durch Opposition gegen gesellschaftliche Demokratisierung und die Verteidigung traditioneller Machtstrukturen auszeichnet.
II) Aktuelle Vorbemerkung: Der Autor reflektiert die Entstehungsgeschichte seines Werkes vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs um 1990 und bewertet die Entwicklung des Konservatismus im Kontext der deutschen Einheit.
III) Neuabdruck: Dieses Hauptkapitel analysiert die theoretischen Grundlagen der nationalen Identität in der BRD und arbeitet die ideologischen Unterschiede zwischen liberalkonservativen und nationalkonservativen Strömungen heraus.
Konservatismus, Nationale Identität, Bundesrepublik Deutschland, Liberalkonservatismus, Nationalkonservatismus, Staatsräson, Geschichtspolitik, Volksnationstheorie, deutscher Nationalismus, Westbindung, Identitätsstiftung, politische Kultur, Ideologie, Systemkonkurrenz, Wiedervereinigung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und ideologischen Ausdifferenzierung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland während der 1980er Jahre.
Zentrale Themen sind die Debatte um eine nationale Identität, die Unterscheidung zwischen liberalen und nationalen Strömungen sowie deren jeweilige Konzepte zur Geschichtspolitik und Außenpolitik.
Das primäre Ziel ist die Analyse der konkurrierenden Identitätskonzeptionen im konservativen Lager und deren Rolle bei der Stärkung der staatlichen Identifikation.
Es handelt sich um eine ideengeschichtliche und politiktheoretische Analyse, die Fachliteratur, Zeitschriftenartikel und politisches Quellenmaterial der 1980er Jahre auswertet.
Im Hauptteil werden die spezifischen Modelle von Liberalkonservativen und Nationalkonservativen detailliert gegenübergestellt, insbesondere im Hinblick auf deren Verständnis von Nation, Europa und historischer Verantwortung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationale Identität, Liberalkonservatismus, Volksnationstheorie, Staatsräson und Geschichtspolitik charakterisiert.
Während Liberalkonservative Europa als ökonomische und politische Notwendigkeit zur Sicherung der BRD-Hegemonie begreifen, sehen Nationalkonservative in der europäischen Einbindung oft eine Störung nationaler Interessen und fordern eine „Neuordnung Europas“.
Der „nationale Imperativ“ dient als zentrales Element der nationalkonservativen Ideologie, das die Wiederherstellung eines deutschen Einheitsstaates als vordringlichste politische Aufgabe über alle anderen Belange stellt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

